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Buchnotiz zu : Die Zeit, 14.11.2002
Als "großes Verdienst" bezeichnet Rezensent Michael Epkenhans diese Schilderung der dunklen Seiten des ehemaligen Reichsarchivs auf der Grundlage "lange verschollen geglaubter Akten", das durch seine Politik die Erosion der ersten deutschen Republik maßgeblich beigetragen habe. Pöhlmann könne nachweisen, dass diese Institution schon von seinen Entstehungsbedingungen her eine besondere Einrichtung gewesen sei: "nämlich eine verschleierte Fortführung der Kriegsgeschichtlichen Abteilung des preußischen Generalstabs", der aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags eigentlich hätte aufgelöst werden müssen. Mit großer Hartnäckigkeit hätten fast ausschließlich ehemalige Militärs, und nicht etwa zivile Archivare oder Historiker, die Deutungshoheit über die Weltkriegsgeschichte und den Zugang zu den Quellen verteidigt. Auch sonst habe, wie die vorliegende Studie belege, das Reichsarchiv versucht, mit verschiedenen Publikationen dem alten System ein Denkmal zu setzten, statt durch kritische Auseinandersetzung die Fundamente der Weimarer Republik zu stärken. 1933 sei das Archiv von wenigen zivilen Mitarbeitern gänzlich gesäubert worden. Auch das Bundesarchiv habe als Nachfolgeinstitution lange mit der Veröffentlichung geheimer Bände des Weltkriegswerkes gezögert, unterstütze aber inzwischen, wie wir lesen, "tatkräftig" und "mit großem Erfolg" neue Formen der Militärgeschichtsschreibung.
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Kurzbeschreibung
Der Autor analysiert die Formen und Funktion der amtlichen Weltkriegsgeschichtsschreibung durch das Reichsarchiv und dessen Nachfolger und berücksichtigt in besonderem Maße die bislang kaum ausgewertete zeitgenössische Zeitschriftenpublizistik und baut auf neue Quellen aus dem ehemaligen Zentralarchiv der DDR und dem lange geheimen Sonderarchiv in Moskau.