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Kriegsgefangen: Meine deutsche Spurensuche
 
 
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Kriegsgefangen: Meine deutsche Spurensuche [Gebundene Ausgabe]

Lutz Kleveman
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886809900
  • ISBN-13: 978-3886809905
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 121.175 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Es sind zwei Helden, die sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machen. Großvater Hans-Heinrich und Enkel Lutz Kleveman….Der Alte mit Hurra-Patriotismus und Todessehnsucht, der Junge freiwillig zehn Jahre lang auf der Jagd nach dem Scoop, der definitiven Story….Eine rasante Parallelmontage,… ein intensives Buch über die Lehr- und Wanderjahre eines unerschrockenen Reporters.« (Christhard Läpple, ZDF-„Aspekte“ )

»Was er aus Afghanistan, Tschetschenien, Russland oder über die Favela-Drogengangs in Brasilien berichtet, ist so informativ und spannend, dass man die Lektüre kaum beiseitelegen mag….Kleveman bereiste rund hundert Länder in acht Jahren, um zu erkennen, dass er ein "Kriegsjunkie" geworden war, auf der Flucht vor sich selbst. Herausgekommen ist dabei ein mutiges und unterhaltsames Buch von großem Erkenntnisgewinn.« (taz. die tageszeitung, 08.01.2012 )

»Wie in einer Collage verbindet Kleveman sein Eindringen in das familiäre Erbe mit Berichten aus seiner eigenen Kriegsreporterzeit. Die Erforschung auch der eigenen Seele erweist sich dabei als ein schmerzhafter Prozess und gleichzeitig als ein tiefer Blick in die deutsche Geschichte.« (ntv )

Kurzbeschreibung

Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

Zehn Jahre lang reist Lutz Kleveman als junger Kriegsreporter an die gefährlichsten Orte der Welt – von Afghanistan bis Kolumbien, von Sierra Leone bis Nordkorea. Er liebt das Abenteuer und fühlt sich unverwundbar. Aber nach seinem Aufenthalt im Irak beginnt Kleveman sich zu fragen, was ihn eigentlich immer wieder in Krisengebiete zieht. Während er sich an Schlüsselerlebnisse als Reporter erinnert, muss er auf schmerzhafte Weise erkennen, wie sehr seine Faszination für Krieg und Gewalt in seiner eigenen deutschen Familiengeschichte wurzelt.

Die Spurensuche beginnt, als Kleveman auf Gut Ankelohe, wo er aufgewachsen ist, eine Entdeckung macht: Auf dem Dachboden des Gutshauses, in alten Munitionskisten versteckt, findet er Briefe seines verstorbenen Großvaters Hans-Heinrich, der im Ersten Weltkrieg als junger Flieger abgeschossen wurde und in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Unter den Briefen liegen auch verstaubte Dokumente aus dem »Dritten Reich«, als Hans-Heinrich als hoher Offizier bis Kriegsende im Dienst der Nationalsozialisten stand – worüber wie in vielen deutschen Familien später nicht gesprochen wurde. Auch der Enkel Lutz Kleveman sucht als Reporter den Krieg. Was hat er noch mit dem geheimnisvollen Großvater gemeinsam, fragt sich Kleveman und reist, die fast hundert Jahre alten Briefe im Gepäck, nach Sibirien.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Kleveman ist Jahrgang 74, er hat die gegenwärtigen Kriegsschauplätze als Kriegsreporter alle gesehen, aber seine wirkliche Auseinandersetzung mit Krieg und vor allem mit Faszination für den Krieg, beginnt völlig unverhofft in seinem Vaterhaus bei Bremen.

Seine Mutter ruft ihn, um sein Erbe, den väterlichen Hof, anzutreten. Kleveman kommt und grübelt, warum mit seiner Kindheit soviel Furcht verbunden war. Er kommt schnell auf seinen Großvater der im selben Jahr starb, in dem der Autor geboren wurde, dessen Schatten aber noch Jahre später Macht ausübten. Aber jetzt da Lutz Kleveman zurückgekehrt ist aus der Welt mit seinen grausamen Orten, jetzt ist Kleveman fähig zur Aufarbeitung familiärer Kriegsambitionen.

In seinem Großvater begegnet er einem Mann der aus Überzeugung Militär war. Und immer wieder beschreibt der Autor Kriegsschauplätze in Afghanistan, Sierra Leone, Jugoslawien und vielen an deren Orten, hebt so die Kriegslust seiner eigenen Vorfahren auf eine Ebene mit den gegenwärtigen Kriegen.

Dieses Buch beeindruckt mich besonders deshalb so sehr, weil Lutz Kleveman auch die Unbequemlichkeiten nicht verschweigt. Wichtig ist aber, dass er nach seiner Flucht aus seinem Elternhaus, gleich nach der Schule, zur Spurensuche zurückkehrt.

Literarisch wie geschichtlich meisterlich geschrieben!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch bietet interessante Innenansichten eines Kriegsberichterstatter. Der Autor, Landwirtssohn aus der Nähe von Cuxhaven, gibt Rechenschaft ab von seinem Werdegang als Journalist ab etwa 1999. Insbesondere begründet er, warum er seine Karriere in diesem Metier beendet hat. Das Buch hat 480 Textseiten und 32 Seiten mit Farbfotos, zwei Landkarten in den Umschlaginnenseiten und zahlreiche s/w-Fotos. Zusätzliches Foto- und Film-Material zum Buch befindet sich auf www.kleveman.com

Schon als Student in Frankreich und an der renomierten London School of Economics hat Kleveman sich als Autor versucht und so ein Zubrot verdient. Seinen ersten Posten als freiberuflicher Auslandsjournalist führt ihn im Auftrag des Londoner "Daily Telegraph" in den Kosovo. Ab diesem Zeitpunkt lauert er auf seinen ersten "Scoop", also eine aufsehenerregende Reportage. Wie viele in diesem Metier ist auch Kleveman ein "Scoop-Junky" gewesen: immer bereit für eine gute Story alles stehen und liegen zu lassen.

Als erste Klammer dient dem Buch eine lange Reise durch Russland, die Lutz Kleveman auf den Spuren seines Großvaters unternimmt und die er in zehn kleinen Kapiteln beschreibt. Dieser Großvater war 1915 als Flieger an der Ostfront abgeschossen und im Verlauf der folgenden Jahre als kriegsgefangener Offizier immer tiefer in den Osten des Russischen Reiches verlegt worden. Kleveman folgt dieser Route von Sankt Petersburg nach Wladiwostok mit etwa 90 Jahren Abstand. Er untersucht anhand von Briefen, Tagebüchern, Fotos und Ortsbegehungen die Familiengeschichte und fragt, inwieweit seine eigene Faszination für Krieg und Gewalt aus einem familiären Erbe herrührt. Dabei erfährt der Leser nebenbei einiges vom Leben der fünf Generationen Klevemans auf dem Gutshof und von der militärischen Strenge, die in der Person seines Großvaters eine die Familie lange beherrschende Gestalt hat.

Der Titel des Buches, "Kriegsgefangen" bezieht sich daher auf mehrere Dinge: zum einen auf den Status des Großvaters im Russischen Reich, aber auch auf dessen fast schon pathologische Gefangenheit in seiner engen Bezogenheit zum Krieg, in dem er als Offizier gleich zweimal diente, 1914 und 1939. Und des weiteren bezeichnet dieses "Kriegsgefangen" auch einen wichtigen Antrieb des Journalisten Lutz Kleveman, nämlich als eine besondere Empfänglichkeit für die Attraktion des Bösen. Der Autor zeigt jedoch, wie er sich dieses Zustandes bewusst wird und sich davon frei machen will. Dazu dient ihm dieses Buch, dessen Entstehen zum einen Bestandteil dieses Prozesses und zugleich Ende seiner Auslandsreporter-Laufbahn ist.

Aber zunächst geht es in einem atemberaubenden Ritt durch die Zeitgeschichte der letzten zehn Jahre, vom schon genannten Balkan über Westafrika (Blutdiamanten), Tschetschenien (russischer Geheimdienst), Afghanistan (große Drogendealer), New York (nach 9/11), Irak (Chaos der US-Besatzungspolitik), Brasilien (kleine Drogendealer), Kolumbien (noch mehr Drogendealer) bis nach Fernost (Suche nach der Opiumhöhle und Besuch in Nordkorea). Dabei mangelt es nicht an amüsanten Schilderungen, die sich um die Geschichten von Krieg und Drogen herumgruppieren, aber auch teilweise innerhalb derselben spielen. Da wird mal der Prostitution Platz eingeräumt, die Einsamkeit des Säufers beleuchtet und immer wieder Treffen mit faszinierenden Personen der Zeitgeschichte, aber auch mit einfachen, aber beeindruckenden Menschen oder den "Fixern", wie die persönlichen Helfer der Reporter an Krisenherden genannt werden.

Kleveman landete einige Scoops, die ihm Ruhm einbringen und deren Entstehungsgeschichten im Buch einigen Raum einnehmen. Bücher sind daraus entstanden und weitere Aufträge. Große Zeitschriften zahlten ihm viel Geld für Artikel und Fotos (32 Seiten mit eigenen Farbfotos befinden sich im Mittelteil des Buches, sie zeigen neben vielen Menschen auch sechzehn Gewehre). Die Stories entstehen zum Teil aus einer aggressiven Grundhaltung Klevemans heraus, die seine Kollegen verängstigt (viele der mitgesandten Fotografen fliehen), aber auch mächtige Gegenüber verblüfft und dadurch manchmal zugänglich macht. Kleveman pflegt den Stil einer teilnehmenden Beobachtung und nennt die von manchen seiner Kollegen behauptete Neutralität Unsinn: Natürlich ändert die Anwesenheit des Journalisten das Geschehen; also muss dieser Teil der Story werden.

Das Buch ist hervorragend geschrieben und kann auch aufmerksamen Zeitungslesern noch viele Erkenntnisgewinne bescheren. Die Reportagen, auf denen das Buch einerseits fußt, sind andererseits fast Beiwerk zu nennen, denn der Autor nutzt sein Material, um sich konzentrisch der ihn umtreibenden Frage - die nach der Faszination der Gewalt, die Frage woher seine Lust an der Gefahr kommt - zu nähern. Er ist mutmaßlich zu sehr Berichterstatter, sonst hätte er dieses Buch als Entwicklungsroman geschrieben. Sicherlich ist der ihm eigene Hang zur Provokation eine Bereicherung für jede Konversation, aber er bemerkt, dass er über weite Strecken seiner Laufbahn nicht in der Lage war zu erkennen, wie nahe durch diese Eigenheit Tod und körperliche Verletzung ihm tatsächlich schon gekommen waren. Seine anfänglich vermeinte Unverwundbarkeit sieht er zum Schluss als kindliche Naivität oder Geisteskrankheit und setzt sich so nochmal deutlich vom Nazi-Großvater ab, der schon vor seiner Rückkehr 1917 seinen Wunsch kundtat, wieder in den Krieg ziehen wollte und 1944 - obwohl vom schon verlorenen Krieg überzeugt - die Bauernsöhne der Nachbarn in den sicheren Tod sandte und ihnen nicht die ersehnte Unabkömmlichkeit bescheinigte.

Es berühren auch die ganz persönlichen Erfahrungen und die manchmal fast schmerzhafte Offenheit, mit der Kleveman seine eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten seziert. Die zweite Klammer des Buches ist die Bewegung weg vom elterlichen Hof, zu dem er am Ende mit seiner Braut Laila zurückkehrt. Ihr hat er das Buch gewidmet. Sein Umgang mit ihm nahen Menschen ordnete er über lange Strecken seiner Reporterkarriere seinen beruflichen Zielen unter und erkennt nun, wie sehr ihn dies isoliert.

Kleveman hat ein anregendes Buch geschrieben, das auf intelligente Weise Weltgeschehen und persönliche Geschichte kombiniert. Dabei behält er seine Ausgangsfragestellung im Auge und unterhält seine Leser hervorragend. Was will man mehr?
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Andere Sicht 11. Dezember 2011
Meine Vorrezensenten haben eine sehr positiven Blick auf das Buch!Mir hingegen fehlr es an Vielem.Erst einmal ist der Stil simpel und wenig literarisch,nur in den Kapiteln,in denen der Autor seine Spurensuche beschreibt,kommt manchmal so etwas wie Gefühl dafür auf,daß hier jemand authentisch ist,von etwas berichtet,was ihn auch innerlich berührt.Der andere Teil,also die Beschreibung seines Journalistenlebens,kommt mir vor wie ein Egotrip,hier geht es eigentlich weniger um Erkenntnisgewinn,sondern vorwiegend darum,sich selbst in gefährlichen Situationen zu beweisen und zu erleben.Der Stil,in dem diese Kapitel geschrieben sind,erhellen nur an wenigen Stellen atmosphärisch das Beschriebene,sie wirken eher wie aus einem Aufsatz aus der 12.Klasse.Ich würde nie auf die Idee kommen,vom selben Autor eines seiner anderen Bücher zu lesen,zu voreingenommen,zu wenig selbstreflexiv und ernsthaft bemüht erscheint mir das Alles.
Ich habe das Buch noch nicht ganz zu Ende gelesen,weiß aber jetzt bschon,daß ich es bald werde vergessen haben und empfehlen würde ich es,glaube ich,niemandem.
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