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Kriegsbraut
 
 
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Kriegsbraut [Gebundene Ausgabe]

Dirk Kurbjuweit
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 2 (11. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871346616
  • ISBN-13: 978-3871346613
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 195.024 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"In Dirk Kurbjuweit hat Deutschland einen Erzähler allerersten Ranges." (Der Tagesspiegel).

Kurzbeschreibung

Die junge Esther beschließt, Soldatin zu werden, um ihrem bislang ziellosen Leben Halt zu geben. Bald wird sie nach Afgha­nistan geschickt. Staub, betäubende Hitze und eine trügerische Langeweile, in der stets Anschläge drohen, be­stimmen die Tage im Bundeswehrcamp. Als Esther die Chance bekommt, Patrouillenfahrten in die Berge zu machen, lernt sie ein wildes, schönes, aber unnahbares Land kennen – und trifft auf den rätselhaften Schulleiter Mehsud. Zögerlich verlieben die beiden sich und beginnen eine zarte, riskante Beziehung gegen alle Regeln, die militärischen wie die afghanischen. Schnell werden ihre Treffen zur Gefahr, und Esther steht vor einer Entscheidung: Was muss sie tun, damit die unwäg­bare Liebe zu Mehsud eine Zukunft hat? Ebenso bildhaft wie realitätsnah schildert Dirk Kurbjuweit die ferne, fremde Welt Afghanistans, in der Esther erstmals begreift, wie der Krieg sich in die Herzen der Menschen frisst – und in der sie sich endlich ihrem eigenen Leben stellen muss. Ein kraftvoller, spannungsreicher Roman, der vor packendem zeitgeschichtlichem Hintergrund die Frage stellt, was wirklich zählt. "'Kriegsbraut' ist ein sprachlich präziser, durch eine erzählerische Ruhe bestechender Roman, der keine politischen und religiösen Debatten führt, sondern diese behutsam in die Figurenreden einbaut und so über den Krieg mehr zu sagen hat als Dutzende von Leitartikeln." (Rainer Moritz, Deutschlandradio Kultur). "Kurbjuweits Roman (...), mit erfahrener Könnerschaft geschrieben, leistet etwas, was nicht einmal der klügste Essay könnte, sondern wirklich nur die Literatur schafft: Er weckt die Vorstellungskraft für das schwierigste Problem der gegenwärtigen deutschen Politik; er nimmt Partei für den Zweifel." (Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung)

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Kriegsbraut! Da macht sich als erstes das Titelbild sehr gut. Eine blaue Burka hängt an einer afghanischen Wand, so suggerieren zumindest die arabischen Schriftzeichen. Es geht um eine Kriegsbraut. Die hat schon auf den ersten Seiten vor allem eines: Angst. Das Lieblingswort der Deutschen. Esther, so der Name der Frau, bleibt auf den ersten Seiten ein Rätsel. Die Auflösung überrascht. Sie ist Leutnant der Bundeswehr, also ein Offizier, ausgebildet für den Einsatz. Und wie wird sie dem Leser vorgeführt. Sie hat Angst.
Es sind die Frauenbilder, die Kurbjuweit konstruiert. Warum nur beschreibt er die meisten Frauen als kaputte Typen? Das hat mich verärgert. Die Frauen in diesem Buch, die Soldatinnen stellen alles Mögliche dar, aber nicht die Frauen, die ich in Afghanistan bei mehreren Aufenthalten kennengelernt habe. Esther scheitert in einer ersten Ehe, weiß als studierte Informatikerin nicht, was sie mit sich selbst anfangen soll. Flieht aus ihrem ersten Leben nach Berlin, arbeitet in einer Bar, schläft mit allen möglichen Männern und beginnt schließlich ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Neben dessen Frau steht sie Kartoffel schälend in der Küche. Dann der Zufall. Sie landet, weiß wohl selbst nicht so genau warum, bei der Bundeswehr. Soweit die ersten beiden Frauen.
In Afganistan lebt sie mit zwei anderen in einem Container. Hauptfeldwebel Maxi entschärft Bomben, Sprengsätze. Sie erzählt nichts von sich. Bleibt ein Mysterium, das aber kräftig genug ist, einen Soldaten k.o. zu schlagen. Sie kauft sich eine Burka, bestickt sie, nennt sie Fatima und stellt sie zum Abschluss einer Party zur Überraschung aller auf. Dann bewegt sich Fatima, Maxi steckt darin. Ein Arm schwingt hoch. Von der Burka umhüllt erschießt sie sich. Es bleibt dem Leser überlassen, sich in das Mysterium dieser Frau hinein zu denken. Die dritte Frau ist Ina, eine Oberstabsärztin. Sie hat Mann und Kind zu Hause. Natürlich liebt sie beide, aber sie glaubt nicht, dass der Mann die Erziehung meistert. Sie braucht den Container ab und zu für eine Liebesnacht und hat ein permanent schlechtes Gewissen wegen des Ehebruchs. Klischees werden weiterhin bedient. Natürlich wird ein intimes Zusammensein außerhalb des Containers mit einer Wärmebildkamera gefilmt und sie von Soldaten für ihre reife Leistung beglückwünscht. Soweit Ina. Natürlich schläft auch Esther mit einem GI, im Humwee, stilgerecht. Und die Botschaft ist. Alles ziemlich kaputte Typen, die Weiber beim Bund. Und als sei das noch nicht genug, verliebt sich Esther auch noch in einen afghanischen Schuldirektor. Dessen Frau und Kind sind vor Jahren bei der Flucht aus Afghanistan verschollen. Eine Esther bewegende Frage wird beantwortet. Afghanen küssen fast genauso wie Deutsche.
Ein Buch mit dem Titel Kriegsbraut darf den Krieg in Afghanistan nicht missen. Dem unvermeidlichen Anschlag fällt das erste Fahrzeug zum Opfer. Es wird in die Luft gesprengt. Esther überlebt mit ihrem verletzten Fahrer im zweiten. Als sie Luftunterstützung durch Hubschrauber erhält, ist der Pilot, welch Überraschung, eine Frau. "Ladies day", sagt Sally, die Pilotin. Esther verschweigt die Existenz von Frau und Kindern in dem Gehöft, von dem aus sie unter Feuer genommen wird. Sie hat die drei oft genug gesehen bei den Fahrten zur Schule. Jetzt sieht sie sie nicht, erwähnt sich auch nicht und das Gehöft wird durch Sally in Schutt und Asche gelegt. Bei der folgenden Untersuchung im Camp wird Esther geschützt. Kurbjuweit deutet mehr an, als er beschreibt, wie der Fall offiziell vertuscht wird. Der Tod von Zivilisten sei unvermeidlich. Doch, sprechen wir besser nicht darüber und alles bleibt geheim, absolut vertraulich. Zu Hause wäre es in der Öffentlichkeit eine Katastrophe, wenn Deutsche Frau und Kinder getötet hätten. Soweit der Kommandeur in Kunduz.
Esther wird in den Urlaub nach Hause geschickt. In Deutschland besucht sie die dem Leser vertrauten Wirkungsstätten. Mit dem verheirateten Mann schläft sie nicht mehr, aus der Bar geht sie ohne männliche Begleitung nach Haus. Sie besucht Maxis Mutter und telefoniert mit ihrem Fahrer, der den Anschlag ebenfalls überlebte. Er lässt sich kugelsichere Scheiben ins Haus bauen, denn die Taliban seien überall. Spätestens hier wartet der Leser auf die Diagnose PTBS.
Nach dem Urlaub zurück in Afghanistan sieht Esther ihren Schuldirektor wieder. Die Liebe flammt erneut auf. Eines Tages können die Soldaten abends nicht mehr zurück fahren (Warum eigentlich nicht?). Esther entfernt sich nachts von ihrem Trupp, besucht ihren afghanischen Schuldirektor zu Hause und sieht die Burka an der Wand. Er ist wieder mit einer Frau zusammen. Schade, wieder nichts, denkt sich Esther, wie die Beziehungen bisher. Soweit zu den Frauen in diesem Buch. Soweit zu dem, was wirklich ärgert.
Daneben schildert Kurbjuweit das alltägliche Lagerleben, wie es sein könnte. Angespielt werden viele Themen, auch politische, die Heimatfront und die Amerikaner. Doch keines wird für den neugierigen Leser erklärt. Hier und da treten Unschärfen auf, die der Unkenntnis das Autors geschuldet sein sollen. Das sei ihm verziehen. Doch er packt zu viel in das Buch hinein und lässt den Leser ratlos zurück. Bestenfalls bestätigt er Vorurteile. Und er verbreitet massenhaft Klischees. Schade. Weniger wäre mehr gewesen. Glaubhafte Frauengestalten auch. Das Geld kann man sich Sparen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schade.... 2. Januar 2012
Von R. Keite
Format:Gebundene Ausgabe
Ich muss mich leider den negativen Kritiken anschließen.

Es fängt damit an, dass die Figuren in dem Buch inkonsistent aufgebaut sind. Es ist sicherlich eine Herausforderung als männlicher Autor eine weibliche Protagonistin zu beschreiben ' es ist dem Autor nicht gelungen.
Die Person Maxi ist beispielsweise unpsychologisch und wenig nachvollziehbar aufgebaut. Weshalb sie sich gegen Ende erschießt, welches Schicksal sie zu tragen hat, was sie beschäftigt, bleibt offen. Dieser Klamauk-Selbstmord scheint wie ein versuchtes literarisches Highlight zu sein, um eben noch etwas Spannung reinzubringen.
Die Protagonistin ist ähnlich schlecht beschrieben. Sie ist ein Konstrukt aus unterschiedlichen Stereotypen (wie Maxi auch), sie bleibt eine vage Figur, sie ist als Person nicht nachvollziehbar und das öffnet sich auch zum Schluss nicht. Als sie anfing, dem Schulleiter ihre Kindheits-Geschichten zu erzählen dachte ich "na endlich, jetzt lüftet sich was - so kommen die beiden also in eine Heilungsbeziehung". Aber nix da. Sie erzählt einfach irgendwelche Kindergeschichten. Nichts über sich, nichts was erklärt, woher diese plötzliche Nähe zwischen ihr und dem Schulleiter entsteht. So scheitert auch der Versuch, eine ungewöhnlich Liebe zu beschreiben, kläglich.

Ab und an hatte ich den dunklen Eindruck, der Autor wollte seine politischen Meinungen einfließen lassen ' da kann ich mich auch irren. Das Mehsud, ein gebildeter Lehrer, tatsächlich sagt 'Die Deutschen wollen doch, dass die Soldaten nach Hause kommen. Und wer bestraft dann die Leute, die verhindern, dass Mädchen in die Schule gehen?' (S.150) warf die Person Mehsud schier aus meiner Bahn. Das ist eine so banale Botschaft eines Lehrers, der eigentlich politisch durchdacht aufgebaut ist. Und das bleibt dann auch einfach so unreflektiert dort stehen. Esther hätte sich im Nachgang Gedanken darüber machen können, warum die Deutschen in Afghanistan sind, wie ihre bisherigen Erfahrungen sind, sie den Eindruck hat, es habe nichts mit Frauen oder Mädchenschicksalen zu tun (so wird es eigentlich auch beschrieben, die Soldaten sollen am besten in Sicherheit bleiben). Stattdessen meint sie, dort zu sein, um Mädchen zu retten und schimpft auf Pazifisten. Oh je. Zig Stereotype und Meinungen bleiben so einfach unreflektiert stehen und werden Personen zugeschrieben, zu denen die Aussagen nicht passen. Soviel zu den Romanfiguren. Ich denke, dass ist auch der Grund weshalb andere Rezensenten schon schrieben, sie wurden nicht warm mit den Figuren.

Mein Eindruck: Der Autor hat weder gründlich über Afghanistan recherchiert, noch über die Bundeswehr, oder über Frauen oder die psychischen Auswirkungen von Kriegserfahrungen. Die grammatikalischen Aussetzer beschrieb bereits ein anderer Rezensent, da frag ich mich eher wo der Lektor war' Das Buch hat etwas von 'schreib mal schnell ein Buch, am besten über Afghanistan ' das geht grad gut'.

Meine Empfehlung:
Wer wirklich etwas über Kriegserfahrungen lesen möchte, dem lege ich mit gutem Gewissen den Klassiker 'Im Westen nichts neues' von Erich-Maria Remarque ans Herz.

Wer sich mit Afghanistan auseinandersetzen will, dem empfehle ich, sich mit afghanischen Schriftstellern auseinander zu setzen, Geschichtsbücher zu lesen und sich wenn möglich mit Menschen aus Afghanistan zu unterhalten, die in Deutschland leben.

Wer sich mit Frauen im Islam bzw. in Nordafrikanischen Ländern auseinandersetzen will, dem lege ich wärmsten die autobiografische Erzählung von G. Willow Willson 'Kairo Sunset' ans Herz. Sie hat hier ganz nebenbei eine wirklich außergewöhnliche, nachvollziehbare und beeindruckende Liebesgeschichte beschrieben.

Zwei Sterne gibt es von mir für Kriegsbraut, den einen, weil der Autor ein Buch geschrieben hat. Das ist viel Arbeit und dafür gibt es einen Stern. Den Zweiten gibt es für den Mut, als Mann eine weibliche Protagonistin zu beschreiben und sich mit dem Thema Afghanistan-Krieg auseinander zu setzen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bene
Format:Gebundene Ausgabe
... und den Menschen darin. Irgendwie ist da niemand, der auch nur halbwegs sympathisch rüberkommt, den man wenigstens ein bisschen mögen kann. Sogar im echten Leben ist das anders! Die Protagonistin Esther, die so gar nicht weiß, was sie will und was sie kann, die sich mehr treiben lässt, als selbst zu leben, und so auch irgendwie bei der Bundeswehr und in Afghanistan landet, ging mir im Lauf des Buches immer mehr auf die Nerven. Auch ihre Liebe zu dem afghanischen Schulleiter Mesud, die sie im Laufe der Treffen in der Schule glaubt zu empfinden, bleibt irgendwie beliebig. Wenn ein anderer da gewesen wäre, hätte sie sich dann in den anderen verliebt? Aus Langeweile? Aus Ich-weiß-eh-nicht-was-ich-will? Er scheint außerdem nur eine Projektionsfläche zu sein, auf die sie alles mögliche projiziert - falsch, wie sich herausstellt. Entsprechend wenig hat mich die Geschichte dann auch berührt. Es findet auch wenig Entwicklung in den Figuren statt - oder zu subtil, als dass ich es mitbekommen hätte.
Was die Schilderung der Bundeswehr und ihrer Situation in Afganistan betrifft, kann ich mangels Erfahrung nicht sagen, wie realitätsnah das Ganze ist, da scheinen die Meinungen der Rezensenten hier ja auseinanderzugehen. Aber auch wenn nicht alles stimmen mag, so wie es geschildert wird: einen Grundeindruck, wie der Krieg in Afghanistan abläuft, und was die Soldaten durch machen, bekommt man durch das Lesen des Buches allemal. Und am Schluß fragt man sich einmal mehr, wie sinnvoll das ist, was wir da in Afhanistan tun, wofür deutsche Soldaten dort jeden Tag ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren.
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