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Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte
 
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Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte [Gebundene Ausgabe]

Martin van Creveld
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 486 Seiten
  • Verlag: Stocker (2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902475978
  • ISBN-13: 978-3902475978
  • Größe und/oder Gewicht: 24,6 x 17,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 15.630 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vom Wesen des Krieges
Der Krieg hat seine eigene kulturelle Welt hervorgebracht: Trotz aller technischen Entwicklungen im Lauf der Geschichte ist sein Wesen gleich geblieben. Der bekannte israelische Militärhistoriker Martin van Creveld sieht im Krieg eine Konstante menschlichen Verhaltens. Kriegslose Zeiten, so seine Überzeugung, werde es niemals geben.
Seit der europäischen Aufklärung wurde der Krieg als bloße Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln, also als Verfolgung von im Wesentlichen rationalen politischen Zielen angesehen. Genau dieser Ansicht stellt sich van Creveld entgegen. Die Wurzeln des Krieges sind allgemeinmenschliche vor allem psychologische und daher bleiben die anthropologischen Konstanten des Krieges im Wesentlichen immer gleich trotz aller Veränderungen der Waffen, Taktik, Ausrüstung und des zivilisatorischen Standes. Er hat eine ganz eigene kulturelle Welt hervorgebracht, mit besonderen Regeln, Bräuchen, Uniformen, Paraden, Ehrenkodices, die heute weitgehend als irrational und archaisch abgelehnt werden. Wenn sie aber aus allgemeinmenschlichen Konstanten herrühren, werden sie auch in Zukunft Gültigkeit behalten.
Von der Kriegsbemalung zu den Tarnanzügen, von Bumerangs zu Bastionen: Menschliches Verhalten im Krieg bleibt gleich vom Kriegsgeschrei am Beginn bis zu den Möglichkeiten und Optionen zur Beendigung eines Krieges.
In weiteren Kapiteln widmet sich der Autor dem Verhältnis von Geschichte und Krieg, der Spiegelung des Krieges in Literatur, Kunst und Denkmälern und schließlich der Frage, wie der Krieg und der Friede der Zukunft aussehen könnte.

Über den Autor

Martin van Creveld, einer der führenden Militärhistoriker der Gegenwart, wurde 1946 in Holland geboren. Seit 1950 lebt er in Israel. Studium an der London School of Economics und an der Hebrew University in Jerusalem, wo er seit 1971 als Professor für Geschichte lehrt. Darüber hinaus ist er als militärischer Berater und Referent in der gesamten westlichen Welt tätig.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Biographiensammler TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
... wirft der israelische Historiker Martin van Creeveld in seinem Buch "Kriegs-Kultur. Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte."

Creveld stellt in seinem Buch die These auf, Krieg führen gehöre zum Menschsein dazu und Krieg habe seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf die Menschen, insbesondere die Männer, ausgeübt und sei keineswegs "Die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln", wie Clausewitz den Krieg einmal definierte. Auf etwas mehr als 400 Seiten entwirft van Creveld dann auch ein Panorama der Entwicklung des Krieges im Laufe der letzten drei Jahrtausende und zeigt auf, welche Gemeinsamkeiten zeitübergreifend bestehen, unabhängig von Techniken, Taktiken und Waffenentwicklungen. Dezidiert beschriebt van Creefeld die kulturelle Welt, die der Krieg hervorgebracht und setzt sich in fünf Hauptkapiteln "Vorbereitung auf den Krieg", "Im Krieg und in der Schlacht", "Gedenken an den Krieg", "Eine Welt ohne Krieg" und "Kontraste" mit dem Thema auseinander. Von der Entwicklung der Kriegsbemalung bis hin zum Tarnanzug, der Ausbildung der Krieger bis zur Kriegsspiel, institutionalisierten Regeln für Kämpfe, der Verarbeitung von Krieg in Literatur, Film und Denkmälern, bis hin zum Ende der großen Kriege im Atomwaffenzeitalter, van Creveld beschreibt nahezu alle denkbaren Facetten des Krieges intensiv und kann seine These plausibel begründen, das Krieg im menschlichen Miteinander jederzeit eine gewichtige Rolle gespielt hat. Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Folgt man Creveld Thesen in letzter Konsequenz, ist ein vollständiger Frieden auf der Welt nicht möglich, weil er der menschlichen Natur widerstrebt.

Dieses gut verständlich geschriebene Buch ist ein neuer Blick auf das Thema Krieg und daher sehr empfehlenswert, da van Creveld einen sehr nüchternen und ideologiefreien Blick auf diesen Themenkomplex wirft. Vorzuwerfen sind dem Autor eine Reihe kleinerer Fehler, die einem sorgsam recherchierenden Historiker nicht gut zu Gesicht stehen. So ist Magdeburg 1631 und nicht 1635 geplündert worden, der kaiserliche General Tilly wurde 1632 tödlich verwundet und die entscheidende Waffengattung unter Friedrich dem Großen war die Infanterie und nicht die Kavallerie, um hier nur zwei Fehler aufzuzeigen. Aber die kleinen Fehler mindern den Gesamtwert des Buches nur Minimal.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Endlich auf deutsch 5. Januar 2012
Von Albrecht Bär VINE™-PRODUKTTESTER
Das hier erstmals auf deutsch vorliegende Buch lädt dazu ein, sich mit allen umstrittenen Thesen des jüdischen Historikers zur Kriegs-Kultur vertraut zu machen. Thesen, aufgrund der - nach Verbalattacken des Hochschul-Asta - sich die Leitung der Universität Trier genötigt sah, den Vertrag über die Abhaltung einer Vorlesungsreihe mit dem international renommierten Wissenschaftler Martin van Creveld über Nacht zu kündigen.
Der Autor sieht die Kriegs-Kultur als Mittel, die natürliche Angst des Menschen vor der tödlichen Gefahr zu überwinden und ihn darauf vorzubereiten, erforderlichenfalls das höchste Opfer zu erbringen. Leicht lesbar und ohne die in wissenschaftlichen Werken häufig zu findenden Fremdwörter und Schachtelsätze zählt van Creveld wesentliche Aspekte der Kriegs-Kultur auf. Von der Kriegsbemalung, der Verzierung von Uniformen, der Fahnen und Wimpel, Abzeichen bis hin zur Musik.
Die Kriegsgeschichte von der Antike bis in die Neuzeit belegt in zahlreichen Beispiele, wie Waffen, Schilde und Rüstungen geschmückt und verziert worden sind, alles, um den Träger in seiner Bedeutung zu stärken und den Gegner einzuschüchtern. Gesteigerte Waffenwirkung und klimatische Besonderheiten führen im 19. Jahrhundert zu einem Wandel hin zu zweckmäßigeren und vor allem unauffälligeren Ausrüstungs- und Bekleidungsstücken. Der "bunte Rock" blieb Paraden und Bällen vorbehalten. Er wich im Feld dem "grauen Rock", später dann sogar dem Tarnanzug.
Besonders untersucht van Creveld den Zusammenhang zwischen Spiel und Krieg, etwa am Beispiel der Gladiatorenkämpfe oder der antiken Sportarten in Olympia wie Wagenrennen, Speer- und Diskuswerfen sowie Box- und Ringkämpfen. Krieg sei Kampfsport und damit ein Spiel. In der Antike war dieser Zusammenhang noch allgegenwärtig: Kampfspiele, Gladiatorenkämpfe, Nachspielen bekannter Schlachten in Arenen galten nicht nur als Volksbelustigung. Sie entwickelten ungeheure Anziehungskraft auf die Menschen. Siegreiche Kämpfer genossen großen Ruhm. In späteren Jahrhunderten wichen diese Großschauspiele weniger blutigen Zerstreuungen. Brettspiele wie Schach kamen auf, das seine Herkunft vom Kriegsgeschehen (Türme, Reiter, Bauern) nicht verleugnen konnte. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Kriegsszenarien in Sandkastenspielen mit Miniatursoldaten durchexerziert.
Breit geht der Autor auf Kriegsrituale ein, die zur Angstbekämpfung und Feindeinschüchterung dienen, so etwa in der Kriegserklärung oder Feinderklärung. Der Verfasser beschreibt Siegesrituale und Denkmäler von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Siegesritual wäre z.B. der Triumphzug der Römer - ein Verliererritual etwa der Totenkult oder die Suche nach Schuldigen (Prozesse, Untersuchungsausschüsse).
Dem Einfluß des Feminismus auf Krieg und Kriegführung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Van Creveld sieht zwei Möglichkeiten, wie Frauen Einfluß auf die Kriegs-Kultur nehmen könnten: gemäß dem Vorbild der Lysystrata - nicht nur die Kriegskultur, sondern auch die Männer zurückzuweisen -, zum anderen Frauen gleichberechtigten Zugang zu den Armeen zu verschaffen. Damit verschwinde die Kriegskultur und mit ihr die Fähigkeit, einen Krieg führen und gewinnen zu können. Denn die unterschiedlichen physischen Leistungsmöglichkeiten der Geschlechter minderten die militärische Effizienz einer Armee.
Zum Schluß einige Kritik: Der Autor meint, 1635 habe es mit Magdeburg die letzte Plünderung gegeben (S. 154), er übersieht aber die von der Roten Armee zu dreitägiger Plünderung freigegebene Stadt Königsberg im April 1945. Die Behauptung "Zu keiner Zeit erlaubte das sowjetische Oberkommando derartige Befehle oder erlaubte seinen Soldaten, wahllos zu töten und zu zerstören" (S. 154) widerspricht so eklatant Tatsachen des Jahres 1945, daß man sich verwundert die Augen reibt. Hunderttausende deutsche Zivilisten wurden ermordet oder zur Zwangsarbeit verschleppt. Zu behaupten, "feindliche" Zivilisten seien nicht gefangengenommen worden, ist grotesk. Auch scheinen van Creveld die Zustände in den berüchtigten Rheinwiesenlagern der US-Armee 1945 unbekannt zu sein (S. 163). Ein weiterer Punkt: Zwangsarbeiter (Kriegsgefangene und Zivilisten) gab es nicht nur in NS-Deutschland oder der UdSSR, wie Creveld (S. 155) schreibt, sondern z. B. auch in Jugoslawien und Frankreich.
Trotz allem ein empfehlenswertes Buch, daher fünf Sterne.
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Von Freeman
Meine beiden Vorredner haben eigentlich schon alles gesagt, mir bleibt nur, mich Ihnen anzuschließen.

Das Buch überzeugt nicht nur mit seinen Thesen, sondern ist auch in einem sachlichen und gut lesbaren Stil geschrieben, es ist somit für den interessierten Leser ein fast perfektes Lesevergnügen, wenn da nicht einige ärgerliche Fehlerchen wären.

Es gibt ca. zehn (sic!) inhaltliche Fehler, die zumeist Jahresangaben betreffen und noch einmal soviele Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Das dürfte einem solchen Wissenschaftler, in einem solchen Verlag und schlussendlich: zu einem solchen Preis (fast 40¤) eigentlich nicht passieren!

Dennoch fünf Sterne für dieses interessante Werk!

PS: Unbedingt auch die Studie "Kampfkraft" lesen, Crevelds Hohelied auf die Wehrmacht & Waffen-SS.
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