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Mit Lola rennt hat Tom Tykwer bewiesen, dass er die Mechanik des Kinos wie zurzeit kein anderer deutscher Regisseur beherrscht. Die Perfektion, mit der er die Maschinerie seines Films bedient hat, lässt dabei wenig Spielraum für Emotionen. Man ist beeindruckt, aber bleibt auch auf Distanz. Bei Der Krieger und die Kaiserin dreht sich dagegen alles um Nähe. Sissi und Bodo, die sich beide vom Leben zurückgezogen haben, müssen die Mauern um sich herum überwinden, und wir als Zuschauer sollen ihnen dabei so nah wie möglich kommen. Wie Tykwer dieses moderne Märchen von einer verträumten Infantin -- Sissi, die eigentlich Simone heißt, ist in ihrer Klinik weniger eine Krankenschwester als eine Königin der Herzen -- und einem völlig verschlossenen Einzelkämpfer in Szene setzt, ist nicht weniger virtuos als in seinen früheren Filmen. Aber er stellt seine eigene Virtuosität nicht mehr so deutlich heraus. Nicht der Regisseur steht hier im Mittelpunkt, sondern Sissi und Bodo.
Wie immer bei Tom Tykwer bringt die Liebe in diesem Traumstück aus einem seltsam verwunschenen Wuppertal erst einmal nur Komplikationen mit sich. Sissis Leben gerät genauso aus seiner Bahn wie das von Bodo. Nur akzeptiert sie die Macht des Schicksals, während er sich gegen sie sträubt. Bodos abweisende Haltung und sein Bemühen um Distanz sollen eine ungeheure Verzweiflung verbergen. In Benno Fürmanns Mimik, in seiner Gestik und seiner Körperhaltung wird der Schmerz dieses Mannes, der nicht mehr lieben will, transparent. Er muss von Sissi erlöst werden. Franka Potente hat hier etwas geradezu Engelhaftes. Ihre Sissi ist eigentlich zu gut für diese Welt, aber im entscheidenden Moment hat sie die Kraft, sie zu verändern. Die traumwandlerische Sicherheit, mit der Franka Potente dieses durch einen Luftröhrenschnitt erweckte Dornröschen alle Hindernisse überwinden lässt, trifft einen direkt ins Herz. --Sascha Westphal
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Surreale Sissi,
Rezension bezieht sich auf: Der Krieger + die Kaiserin (2 DVDs) (DVD)
Die Hauptrollen spielen Benno Fürmann, als Bodo, und Franka Potente, als Sissi. Beide Schauspieler spielen sehr unterschiedliche Charaktere, Franka spielt einen geradezu märchenhaften, naiven und irrealen, ja surrealen Menschen. Eine Frau, die anscheinend in einer Psychatrie aufgewachsen ist - in dem Film wird das nicht deutlich- und die Welt ausserhalb der psychatrischen Klinik ganz anders wahrnimmt, als beispielsweise der Krieger Bodo, den Benno Fürmann spielt. Er ist ehemaliger Soldat und ein Kampfkünstler. Zusammen mit seinem Bruder Walter, gespielt von Joachim Króe, planen sie einen Überfall.Ganz deutlich wird gezeigt, dass hinter dem äusserlich starken Bodo, ein verletzter Mensch steckt, denn desöfteren stehen ihm Tränen in den Augen, und der Zuschauer hat keinen Schimmer weshalb eigentlich. Das Weinen Bodos wird gewollt trocken, ja irreal herübergebracht, und es wird nicht versucht, wie in einer Hollywood Produktion auf die Tränendrüse zu drücken. Durch einen verrückten wie auch Action-reichen Zufall kreuzen sich die Wege der Sissi und des Bodo. Sissi sieht ihn daraufhin nicht mehr, und will ihn aufsuchen, was ihr Leben radikal verändern wird. In der Psychatrie, in der Sissi als Pflegerin arbeitet, wimmelt es von schweren psychatrischen Fällen, was überzogen und unrealistisch dargestellt ist. Ein Schauspieler, der einen Charakter in der Psychatrie spielt, ist erwähnenswert: Lars Rudolph spielt Steini, einen Menschen mit gespaltener Persönlichkeit, der auf der einen Seite witzig und lieb erscheint, auf der anderen Seite aber der gefährliche, mordende und psychopathische Insasse der Psychatrie ist. Hier spielt sich Sissis Leben ab: trist, irreal geradezu surrealistisch und doch harmonisch, denn zwischen den Pflegerinnen herrscht ein guter Zusammenhalt, was der Regisseur Tom Tywker vermitteln wollte, wie dieser auf der Bonus DVD im von ihm kommentierten Film erzählt. Der Kontrast in "Der Krieger und die Kaiserin" besteht in den zwei Welten die aufeinander treffen, der von der Psychatrie, in der Sissi lebt, der ignorierten und irrealen Welt und der harten grausamen Realität von Bodo, mit dem Sissi bald in Berührung kommt. Dieser Unterschied der zwei Welten ist von Regisseur Tom Tywker gut umgesetzt und toll in Szene gesetzt worden. Auch hat Tywker viele Überraschungsmomente in diesen Film eingebaut, wodurch der Film fasziniert und spannendbleibt, obwohl man sich das Ende nach einer Weile denken kann. Dennoch besitzt dieser Film von Tom Tywker eine mystische Aura, die ihn sehr interessant macht. Außerdem hat er mit Franka Potente eine wirkliche grosse und reife Schauspielerin, die den surrealen Charakter souverän spielt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach ein Kunstwerk!,
Von cklapp@hotmail.com (Wuppertal, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Krieger + die Kaiserin [VHS] (Videokassette)
Der Film versetzt einen in eine andere Welt.Man ist gefangen von der Geschichte und fiebert mit den beiden Hauptdarstellern mit.Der eine Charakter verkörpern den genauen Gegensatz des anderen und daher passen sie so gut zu einander. Sie gleichen sich aus.Die gütige und nach Liebe suchende Sissi und der verschlossene und zurückweisende Bodo. Beide Darsteller spielen ihre Rollen wirklich gut und glaubhaft.Alles passt einfach zusammen.Tom Tykwer hat,wie schon mit Lola rennt,eine Kunstwerk an Film gezaubert.Einfach spitze!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Romanze ohne Kitsch und Klischees,
Rezension bezieht sich auf: Der Krieger + die Kaiserin (2 DVDs) (DVD)
Mich hat dieser Film tief beeindruckt. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr verschlossenen Menschen, die in poetisch-ruhigen Bildern mit ungewöhnlichen Handlungsverstrickungen erzählt wird. Ein Banküberfall wird beispielsweise durchgehend von einer sanften Klaviermusik begleitet.Obwohl die hinter dem Film stehende Liebesgeschichte sicher schon in tausend Formen existiert, hebt sich dieser Film durch seine interessante Charakterdarstellung und -entwicklung von allen anderen ab. Hier gibt es nicht die üblichen Klischees und den zu erwartenden Kitsch. Der Film lebt von seiner ungewöhnlichen Art, die unter anderem auch durch die grandiosen Schauspieler (Franka Potente, Benno Führmann) viel näher an die Realität und die Gefühlswelt von uns Menschen herankommt, als jeder andere Hollywood-Klischee-Kitsch. Der Film ist wieder einmal ein Beispiel, wie sich das europäische (deutsche) Kino ästhetisch von Hollywood abhebt. Die DVD ist zusätzlich zu empfehlen, da sie nur so vor Extras strotzt, die alle sehr informativ sind, und den Film ordentlich ergänzen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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