Gekauft habe ich dieses nicht billige Buch wegen der Aufmachung. Selten habe ich ein schöner gestaltetes Buch gesehen. Der Leinenumschlag kunstvoll filigran mit Roten Kreuzen ornamentiert, die Seitenzahlen sind in rote Kreuze hineingeschrieben.
Ein schönes Buch über das IKRK, aber, wie ist der Inhalt?
Unterschiedlich.
Neben dem klassischen Text von Henry Dunant über die Schlacht von Solferino, die immer noch packt durch die minuziöse Schilderung des Grauens, sind in diesem Buch 12 Aufsätze über diese weltumspannende Organisation versammelt. Einige Delegationschefs kommen zu Wort, sie schildern die nicht immer leichte Aufgabe, in Konflikten für das Wohl der Gefangenen zu sorgen. Eindrücklich auch die Essays von Michael Ignatieff, der über die modernsten Konflikte und den Einfluss des Fernsehens auf das Kriegsgeschehen berichtet.
Immer wieder der Hinweis, dass der Erfolg des Roten Kreuzes darauf beruht, dass es keine pazifistische Organisation ist, nein, dass das Rote Kreuz ausdrücklich die Tatsache des Krieges akzeptiert, für Kriege aber „humane" Regeln (wenigstens für die Gefangenen) fordert.
Genau geschildert wird die Rolle des IKRK während dem 2. Weltkrieg.
Zwei, drei Aufsätze sind zu lang geraten, sie vermögen aber den guten Gesamteindruck nicht zu schmälern.
Wer sich für das Rote Kreuz interessiert, findet hier eine informative und ausführliche Schilderung.