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Krieger und Gelehrte. Herbert Marcuse und die Denksysteme im Kalten Krieg
 
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Krieger und Gelehrte. Herbert Marcuse und die Denksysteme im Kalten Krieg [Gebundene Ausgabe]

Tim B. Müller

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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Müller entwirft ein Panorama dieser Elite aus Ostküsten-Establishment, Gelehrten und Universitätsmanagern, das allein die Lektüre des Buches lohnt.« (Bernhard Schulz, H-Soz-u-Kult)

»Dieses Buch ist ein intellektueller Thriller. Es nimmt seinen Leser mit auf eine aufregende Reise durch die Schattenwelt der amerikanischen Geheimdienste. Doch nicht Agenten und Spezialkommandos sind hier die Protagonisten, sondern die in die Vereinigten Staaten emigrierten deutschen Intellektuellen Herbert Marcuse, Otto Kirchheimer und Franz Neumann.« (Thomas Speckmann, Der Tagesspiegel)

»Gelehrt und engagiert zugleich das ist auch diese Studie. [...] Das so entstandene Buch ist ausgesprochen lesenswert, es wird den Komplexitäten einer Geistesgeschichte des Kalten Krieges und einer Erfahrungsgeschichte von Wissensproduktionen sehr viel stärker gerecht als viele bisherige Darstellungen.« (Stefanie Middendorf, Süddeutsche Zeitung)

Kurzbeschreibung

Was haben linke Intellektuelle wie Herbert Marcuse, Otto Kirchheimer und Franz Neumann mit den amerikanischen Geheimdiensten zu tun? Anfang der 1940er Jahre nimmt eine Gruppe linksintellektueller Emigranten zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen, u.a. den Historikern Stuart Hughes und Carl Schorske oder dem Soziologen Barrington Moore, ihre Arbeit für den amerikanischen Kriegsgeheimdienst, das Office of Strategic Services (OSS), auf. Der demokratische Sozialismus der Emigranten verbindet sich mit dem Linksliberalismus der »New Deal«Denker, was sich zu Beginn des Kalten Krieges in Forschungs- und Strategiepapieren niederschlägt, die im US-Außenministerium gegen die Blockkonfrontation opponieren und für eine Entspannungspolitik optieren. Von den Geheimdiensten wird Wissen, das von der offiziellen Linie abweicht, geradezu gesucht, es ist von Anfang an integraler Bestandteil der Kultur des Kalten Krieges. Wissenschaftliche Aufklärung, Gegnerforschung und psychologische Kriegführung sind das Geschäft der Gelehrten im Staatsapparat.
Am Anfang geht es um das nationalsozialistische Deutschland, nach Kriegsende weitet sich der Einsatz auf das gesamte Europa und die Sowjetunion aus. Die Arbeit der linken Denker findet Anerkennung, personelle Netzwerke entstehen. Sie erschließen der Gruppe im Kalten Krieg institutionelle Ressourcen, die ihnen entweder den Weg in die universitäre Welt der Vereinigten Staaten bahnen oder die Fortsetzung ihrer Forschung unter dem Schirm der Rockefeller-Stiftung ermöglichen, häufig in verdeckter oder offener Kooperation mit dem State Department und auch der CIA.
Sind vielleicht sogar Kontinuitäten zwischen Marcuses geheimdienstlicher Gegnerforschung und seiner Kritik der westlichen Moderne, die er seit Beginn der 1960er Jahre radikalisierte, zu entdecken?
Eindrücklich beschreibt Tim B. Müller, dass der Kalte Krieg auch ein Krieg der Ideen und des Wissens gewesen ist, dessen Dynamik in die wissenschaftliche Forschung auf ganz andere Weise hineinwirkte, als bisher angenommen wurde.
Die linksintellektuelle Gruppe um Herbert Marcuse, Vorbild des studentischen Protests von 1968, erfährt eine fundamentale Neuinterpretation, indem sie hier erstmals in ihrem historischen Kontext des frühen Kalten Krieges dargestellt wird.

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