So oder ähnlich steht es an zwei Stellen im Buch und das kommt dem Lesegefühl verdammt nahe. Ein paar Gefährten hocken in einem Keller, lungern bei einem Palast herum, dann auf einem Schiff und schlagen die Zeit tot.
Das soll die "Sensation aus Frankreich sein"??? Preise gewonnen haben? Und ich dachte schon, die deutschen Fantasy-Bücher seien arm ... Das Buch ist in Frankreich übrigens 1999 erschienen. Wer also aktuelle Fantasy sucht ...
Ganz zu schweigen davon, dass der Titel vollkommen lächerlich ist. Mit "Die Magier" will man wohl die Fans von Trudi Canavan einfangen, mit dem Untertitel "Die Krieger der Dämmerung" hofft man noch dazu, die Anhänger von episch-düsteren Schlachten á la Tolkien zu ködern. Auch das Cover verspricht viel. Aber weder die einen noch die anderen werden auf ihre Kosten in diesem Büchlein kommen, das lediglich das Handlungsfragment eines großen Buches ist:
Stellen Sie sich vor, in einem Buch reisen ein paar Gefährten - nachdem sie über hundert Seiten lang in einem Versteck rumgelungert haben - auf ihrem Schiff, kommen dann in einer Orakelhöhle an, das Orakel machte einige geheimnisvolle Worte und das war's?
Das Buch bricht am Ende urplötzlich ab - besonders fies, da der Leser ja noch 50 Seiten Papier zwischen den Fingern fühlt, die sich dann aber als Anhang entpuppen. Geldmacherei. Das Buch wird künstlich kleingeschnipselt. Dieses Buch allein verschafft kein zufriedenstellendes Leseerlebnis.
An "Magie" finden Sie in diesem Buch lediglich einen Typen, der viele Seiten lang erfolglos versucht, eine Münze zum Drehen zu bringen und später noch ein paar Theorien über das Wesen der Magie. Wenn das alles ist, dürfte sich fast jedes Fantasy-Buch "Die Magier" nennen.
Warum nur ein Stern, werden Sie sich vielleicht fragen. Gegenfrage: Wofür soll ich denn einen Stern vergeben? Das ist das erste Mal, wo ich das Gefühl habe, nicht ich muss meinen Sternabzug rechtfertigen, sondern das Buch soll mir mal sagen, wofür es Sterne möchte.
Annette Scholonek