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Krieg ohne Schlacht: Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie
 
 
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Krieg ohne Schlacht: Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie [Taschenbuch]

Heiner Müller
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 12,95  
Taschenbuch, 1994 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 504 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: Erw. Neuausg. (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462023209
  • ISBN-13: 978-3462023206
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Heiner Müller
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Kurzbeschreibung

Heiner Müller, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker der Gegenwart, der bis 1989 seinen Wohnsitz in der DDR hatte, legt hier seine Autobiographie vor. Er spricht über seine Freunde und Feinde, über seine Auseinandersetzungen mit der allgegenwärtigen Partei und Staatszensur und schildert jene Vorgänge, die 1961 zu seinem Ausschluß aus dem Schriftstellerverband der DDR führten. Vor allem aber berichtet er über seine langjährige Arbeit als Dramatiker und Regisseuer an den großen Berliner Theatern. Zum 75. Geburtstag des großen Dramatikers Heiner Müller am 9. 1. 2004: Eine Neuauflage seiner Aufsehen erregenden Erinnerungen. Längst gehört dieses Werk zu den Klassikern der autobiographischen Literatur.

Über den Autor

Heiner Müller, geb. 1929 in Eppendorf, Sachsen, bedeutender Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur und Intendant, starb am 30.12.1995 in Berlin. 1959 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 1985 den Georg-Büchner-Preis, 1990 den Heinrich-von-Kleist-Preis. 1991 wurde Heiner Müller mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lakonischer Lebensbericht eines großen Künstlers, 2. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Krieg ohne Schlacht: Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie (Taschenbuch)
Eine große Gefahr für alle nach der Wende geschriebenen Autobiographien von DDR- Künstlern, der des permanenten Rechtfertigens, fruchtlosen Abwägens und sanft Zurechtbiegens (der etwa Günter de Bruyn permanent erliegt), scheint für Müller gar nicht zu bestehen. Er schreibt aus prinzipieller Distanz nicht nur zur Macht, sondern zur Wirklichkeit überhaupt: "Seit ich mich erinnern kann, bin ich von der Realität durch mindestens eine Sichtblende getrennt." Das Buch ist in erzählerischem Ton geschrieben, der Text hat eine Leichtigkeit, die jede Form der Selbstinszenierung umgeht. Die Stellen über die Probleme mit öffentlichen Institutionen (Müller wurde u.a. einmal aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen) handeln weniger von ideologischen Gräben und Gewissenskonflikten als von Dummheit, Beziehungspoker und Kuhhändeln, die Regierung der DDR als Farce (der Anhang mit Stasi-Dokumenten unterstreicht diesen Eindruck). Seine Haltung ist die eines asozialen Lebenskünstlers: Ohne festen Wohnsitz, mit einem Bein im Knast, mit allen möglichen Aufträgen Geld erschreibend. Diese Position ändert sich etwas mit der internationalen Anerkennung als Dramatiker, Müllers Einstellung ändert sich kaum. Ohne Hoffnung für die Gegenwart, gefesselt an die deutsche Geschichte, wirken seine Ansichten manchmal befremdlich, aber immer klar. Besonders einleuchtend fand ich seine Bemerkungen dazu, was auf der Bühne nicht mehr möglich ist, wie sich sein Schreiben verändert hat, weil bestimmte gesellschaftliche Bezugspunkte einfach verschwanden. Müller hat immer nach neuen Anknüpfungspunkten für seine Kunst gesucht: Reisen nach Mexiko und in die USA, Beschäftigung mit japanischen Theater und dem seines Freundes Robert Wilson führten ihn heraus aus dem deutschen Mief, auch diese Befreiungsbewegung wird deutlich. Wie gesagt, auf große Gesten hat Müller in diesem Buch bewußt verzichtet - dazu muß man dann doch seine Dramatik lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Heiner Müller- prägnant und lebensnah wie nie, 7. Februar 2000
Rezension bezieht sich auf: Krieg ohne Schlacht: Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie (Taschenbuch)
"Kieg ohne Schlacht; ein Leben in zwei Diktaturen", so nennt Heiner Müller seine gelungene Autobiographie, die er als solche jedoch selbst nicht bezeichnet.Müller wollte in seinem Buch keinen literarischen Anspruch erwecken,es ist ihm jedoch gelungen. Dieses Werk ist so leicht, so prägnant und spielerisch verfasst, dass man meinen könnte, es läge eine Absicht dahinter. Wer Müllers Texte kennt, der weiß, wie kompliziert und oft schwer nachvollziehbar dieser bedeutende Dramatiker ist.In seiner Autobiographie ist von diesen " Sümpfen der Hermeneutik, Sätzen ohne Syntax" keine Spur. Das Buch klärt auf über Leben und Schaffen des Autors in der DDR, über Konflikte in, über und um das Regime und ganz nebenbei erfährt der Leser auch noch viel interessantes über die SED, die Stasi und vor allem die Kulturpolitik der DDR. Heiner Müller nimmt in seiner Autobiographie kein Blatt vor den Mund, er redet tacheles über sich, sein Werk und die DDR.

Der Anhang mit Dokumenten und Fragmenten von oder über Heiner Müller ergänzen das ohnehin schon fesselnde Leseerlebnis

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Fundgrube. Besser als ein Geschichtsbuch, vor allem interessanter, 25. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Krieg ohne Schlacht: Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie (Taschenbuch)
Ein Sachbuch, besser als ein Geschichtsbuch, und dazu noch amüsant.

Dieses Buch habe ich im Anschluss an Hermann Kant, "Abspann-Erinnerungen" gelesen.

In der Zusammenschau ergibt sich für mich ein sehr lebendiges Bild der Kunst- und Literaturszene der DDR. Als älterer gelernter DDR-Bürger kennt man eine Menge der aufgeführten Personen noch aus der Presse, dem Fernsehen oder vom Film. Die Bücher, sagen wir mal: die wichtigsten der da aufgeführten Autoren, sind mir wenigstens noch geläufig, auch wenn vor langer Zeit und auch nicht alle gelesen. Heute sind die meist vergessen.

Für Nachgeborene ist beides eine sehr schwierige Lektüre, die sie wohl auch nicht mit "Wer war wer in der DDR" restlos zu überbrücken vermögen. Was sind schon Namen und Funktionen. Menschen mit Stärken und Schwächen bekommt man hier bei beiden vorgesetzt.

Reich-Ranicki hasst Kant und lobt Müller. Er mag seine Gründe haben.

Ich habe Kant und auch Müller mit kühlem Kopf gelesen. Ich muss sie nicht mögen, aber sie sind mir wichtig für die Ergänzung dessen, und zur Erinnerung an das, was ich selbst erlebte. Beide. Ich wiege sie nicht gegeneinander auf. Die neu gewonnenen Assoziationen zu mir bisher unklaren Vorkommnissen und auch die nachgelieferten Details zu Sachen, von denen man munkeln hörte, aber nichts erfuhr, sind mir wichtiger.

Kant schreibt in seine Romanen so, wie Tübcke gemalt hat. Etwas manieriert und auch etwas überzogen verschlüsselt, so dass es manchmal schon wieder etwas plump wirkt (Die Baubrigade in der altmeisterlichen Komposition als "Heiliges Gespräch", der Brigadier als Jesus ... Man hat es damals erst gemerkt als das Bild schon hochgelobt in der Ausstellung hing.)

Müllers Stücke erinnern mich an Willi Sittes Malweise, wie er den menschlichen Körper in seinen politisch motivierten Bildern darstellt, proletenhaft, nackt, gewaltsam, verletzlich, Schweiß, Blut und Tränen, heroisch und stolz mit breitem Pinsel großflächig auf die Leinwand geprügelt ... (Das, und nur so ist der Mensch!)

Diese Autobiografien sind beide von einer so nüchternen Art, dass man nicht glaubt, dass sie von diesen Autoren sind. Dazu zwei Charaktere wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Kant sucht Halt und Ordnung, Müller hat seine Lust an der Anarchie, Glaser und Steinewerfer ...

Während Kant sich seine Fragen selbst logisch auseinander entwickelt, um sie zu beantworten, Themen einkreist und Schlingen zuzieht, macht das Müller gleich in Form eines direkten offenen Interviews, was er sich selbst gibt. (Typisch: Sie haben doch jetzt alles gesagt? Nein. Ich weiß doch nicht, was ich morgen denken werde.)

Kant veröffentlichte 1991, Müller 1992. Das ist unmittelbar nach der Wende. Authentischer bekommt man es wohl nirgends.

Der Vorwurf der nicht-literarischen Form ihrer Autobiografie wurde beiden gemacht. Ich frage mich nur: Was ist denn dann Literatur, wenn das keine ist. Für mich zwei feste Landmarken in all dem nachtretend-besserwisserischen oft oberflächlichen Gewäsch der sogenannten Wendeliteratur, an denen ich mich orientieren kann, wenn ich meine eigenen Erinnerungen sortiere.

Das leiht man sich nicht. Das kauft man, weil man immer wieder darin liest.
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