Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Apocalypse now, 24. Januar 2008
Diese Schilderung des Vietnamkriegs mit besonderer Betonung des Massakers von My Lai, den Voraussetzungen dazu und dessen Verarbeitung in der amerikanischen Bevölkerung ist eine hervorragend recherchierte und dokumentierte Bearbeitung dieses schwierigen Themas. Es ist aber noch mehr. Zum ersten Mal wird wirklich klar und verständlich, wo die für die US Soldaten unlösbare Aufgabe dieses Krieges lag, nämlich in der Umsetzung einer absurden Strategie. Die Amerikaer operierten auf Südvietnamesischem Boden. Den Bodenkrieg nach Nordvietnam zu tragen, wagte man aus Angst vor einer direkten Konfrontation mit den benachbarten Chinesen nicht. Man beschränkte sich auf Luftangriffe. In Südvietnam wurde die südvietnamsiche Guerilla und die einsickernde nordvietnameische Armee bekämpft. Ein Sysiphos-Krieg, der von der Bevölkerung nicht mitgetragen werden konnte. Um die Kriegsführung zu "vereinfachen", wurden in Grenznähe zu Nordvietnam ganze Landstriche durch Umgesiedlung entvölkert, um ein Vakuum zu erzeugen, das wiederum Nordvietnams Soldaten anlocken sollte. Diese wurden dann - auf südvietnamesischem Boden - vernichtet, mit dem Endziel, den Gegner so zu schwächen, dass er kapitulieren müßte. Die US Soldaten wurden nach "body count" bewertet, was auf Dauer dazu führte, dass fallweise jeder, der in diesen Zonen angetroffen wurde, ob Mann, Frau oder Kind, als Zuträger der Nordvietnamesen exekutiert wurde. Viele Bauern wollten ihre Dörfer nicht verlassen und besiegelten damit ihr Schicksal. Ein Buch, dass - obwohl es wissenschaftlichen Charakter hat und daher mit vielen Zitaten und Fußnoten ausgestattet ist - spannend zu lesen ist und einen umfassenden und plastischen Einblick gewährt, auch noch Jahrzehnte nach dem Geschehen.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unbedingte Leseempfehlung für alle Interessierten an diesem Thema, 9. September 2008
Vietnam. Bei Nennung dieses Landes denkt man unweigerlich an den blutigen Konflikt zwischen den USA und den Vietcong bzw. Nordvietnamesen in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Trotz der allgemeinen Bekanntheit dieses Krieges, weiß die Öffentlichkeit nur wenig über die genauen Vorgänge im südostasiatischen Dschungel, über das reale Ausmaß der Kämpfe.
Bernd Greiner legt nun die wohl weltweit erste Buchpublikation vor, die sich auf eine Reihe von Akten bezieht, die ab 1994 für einige Jahre zugänglich gewesen ist und bis dato kaum Beachtung gefunden hatte. Die riesigen Bestände der Vietnam War Crimes Working Group" und der Peers-Kommission". Mithilfe dieser Quellen rekonstruiert er die hintergründige Aktualität des Vietnamkrieges, einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen vermeintlich starken und vorgeblich schwachen Kontrahenten, welche sich mit grundverschiedenen Mitteln und vor allem mit diametral entgegen gesetzten Strategien bekämpfen.
Dabei betont er insbesondere das Massaker von My Lai und revidiert bis ins kleinste Detail die Annahme, das derartige Verbrechen an der vietnamesischen Zivilbevölkerung lediglich eine Ausnahme waren. 26 Millionen Bombenkrater in Vietnam, mehr als 2 Millionen tote Vietnamesen bei 58.000 eigenen Opfern zeigen, dass hier die Militärische Führung und die Politik die Genfer Konventionen nicht nur nicht eingehalten, sondern bewusst durch oberste Direktiven dagegen verstoßen hatte. Und gleichzeitig wird zum ersten Mal wirklich klar, wo die für die US-Soldaten unlösbare Aufgabe dieses Krieges lag. In der Umsetzung einer absurden, den Umständen nicht angepassten Strategie. So wurden sie unter anderem nach dem Body Count" bewertet, also nach der Zahl der getöteten Feinde, was schließlich dazu führte, dass fallweise jeder, der in bestimmten, von den Amerikanern als gesperrte Zone ausgewiesenen Bereichen, als Zuträger der Nordvietnamesen getötet, mehr noch exekutiert wurde. Zwischen Männern, Frauen und Kindern wurden keine Unterschiede gemacht. Viele Bauern, die auf Aufforderung ihre Dörfer nicht verlassen wollten, meist auch nicht konnten, besiegelten damit ihr Schicksal. Diese Kriegsverbrechen, und darin liegt die größte Tragik, wurden entweder vertuscht, durch militärische Vorgesetzte nur abgemahnt oder mit lächerlichen Urteilen bestraft. Im Falle des grausamen Massakers von My Lai mit lediglich 44 Monaten Hausarrest für den Hauptschuldigen.
Kurzum: Krieg ohne Fronten" führt dem Leser, wie wahrscheinlich noch kein anderes Buch zuvor, die volle Grausamkeit des Vietnamkrieges sowohl in Schrift als auch in Bildern vor Augen, ohne dabei in irgendeiner Weise in Polemik zu verfallen.
Insgesamt ein erschütterndes, ergreifendes Buch, das sich, obwohl es wissenschaftlichen Charakter hat und daher mit vielen Zitaten und Fußnoten ausgestattet ist, spannend liest und einen umfassenden und plastischen Einblick gewährt. Unbedingte Leseempfehlung für alle Interessierten an diesem Thema.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In Vietnam gab es von allem mehr..., 11. Dezember 2007
Wie soll man anfangen eine Rezension zu schreiben, wenn man noch total gefesselt und vereinnahm ist von diesem Buch. Zum Inhalt möchte ich gar nichts hinzufügen oder wiederholen, dazu kann man sich einfach die Inhaltsangabe durchlesen.
Es ist kein Buch welches man einfach im kreise der Familie am Kaminfeuer liest, oder einfach zur Hand nimmt wenn man mal 5 Minuten Zeit hat. Bei jeder Seite wird man vom Autor gefordert und dies zurecht, die schwere des Krieges war zu enorm. Sollte man hier allerdings ein Buch erwarten welches polemisch gegen die USA vorgeht, ist man hier falsch. Dieses Buch klärt auf, macht traurig und manchmal habe ich mich auch dabei ertappt, wie man aber auch Verständnis für die GI's und die Zivilbevölkerung gleichzeitig hatte.
Im gleichen Zeitraum habe ich die Filme Platoon und Apokalypse now gesehen, teilweise sogar im Zusammenhang mit dem Buch und habe am eigenen Körper den Wechsel der Sichtweise erlebt.
In Vietnam gab es von allem mehr...Bitte auch mehr von Bücher dieser Art
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