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Krieg ohne Fronten
 
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Krieg ohne Fronten (Gebundene Ausgabe)

von Bernd Greiner (Autor)
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 595 Seiten
  • Verlag: Hamburger Edition; Auflage: 1., Aufl. (12. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936096805
  • ISBN-13: 978-3936096804
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 16,4 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 128.926 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

""Ich hatte meine Waffe auf Automatik gestellt. Deshalb kann man nicht sagen, wie viele man erschossen hat. Ich habe vielleicht 10 oder 15 von ihnen erschossen."-"Männer, Frauen und Kinder?"-"Männer, Frauen und Kinder."-"Und Babys?"-"Und Babys."-"Sind sie verheiratet?"-"Ja."-"Kinder?"-"Zwei."-"Wie alt?"-"Der Junge ist zweieinhalb, das Mädchen anderthalb."-"Dann drängt sich doch die Frage auf, wie der Vater von zwei kleinen Kindern Babys erschießen kann."-"Keine Ahnung. Es kommt halt vor."-"Wie viele Menschen wurden an diesem Tag erschossen?"-"Ich schätze an die 370."So beschrieb Paul Meadlo in einem 1969 von CBS ausgestrahlten Interview das Massaker von My Lai. Die Bilder der zerstörten Dörfer, der von Napalm verbrannten Kinder, von einem Land, auf das mehr Bomben geworfen wurden als auf alle Schauplätze des Zweiten Weltkrieges zusammen, prägen die Erinnerung an den Vietnamkrieg und die Jahre zwischen 1965 und 1975.

Bernd Greiner beschreibt die Geschichte hinter diesen Bildern. Er geht der Frage nach, weshalb sich die USA überhaupt auf diesen Konflikt einließen und warum sie den Krieg selbst im Wissen um eine unausweichliche Niederlage weiter führten. Wie viele Gräueltaten in Vietnam verübt wurden, wird sich nie beantworten lassen. Deutlich wird indes, dass sie keineswegs die Ausnahme waren und mitnichten nur auf das Konto vereinzelter Exzesstäter gingen. Ausführlich werden Einheiten wie die"Tiger Force"und andere Todesschwadrone porträtiert und Operationen wie"Speedy Express"geschildert, in deren Verlauf knapp 11000 Menschen getötet, aber nur 750 Waffen erbeutet wurden.
An diesen Beispielen wird deutlich, wie Absicht und Zufall, Planung und Unvorhersehbares zusammenwirkten und zu einer Radikalisierung kriegerischer Gewalt führten - wie aus regulären Verbänden marodierende Haufen wurden, wie Routineeinsätze in Massakern endeten. Nicht zuletzt kommen die Reaktionen von Politikern, Militärs und der Öffentlichkeit zur Sprache und mit ihnen die Art und Weise, wie in den USA über Kriegsvölkerrecht diskutiert wurde - ein Thema, dessen Echo bis in unsere Tage nachhallt.
Diese Annäherung an den Krieg war nur auf Grundlage eines Aktenbestandes möglich, der zwar seit 1994 zugänglich ist, aber bis dato kaum Beachtung gefunden hat: der riesige Bestand der"Vietnam War Crimes Working Group"und der"Peers-Kommission".

Bernd Greiner legt die weltweit erste Buchpublikation vor, die mit diesen Ouellen arbeitet und rekonstruiert mit ihrer Hilfe die hintergründige Aktualität des Vietnamkrieges - eines asymmetrischen Krieges zwischen vermeintlich starken und vorgeblich schwachen Kontrahenten, die sich mit grundverschiedenen Mitteln und vor allem mit einer diametral entgegen gesetzten Strategie bekämpften. So gesehen, gewinnt auch der historische Ort des Vietnamkrieges eine unerwartete Kontur: Er wird als"Brücke"zwischen den heißen Kriegen im Kalten Krieg und den"kleinen Kriegen"unserer Gegenwart wie absehbaren Zukunft kenntlich."

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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Apocalypse now, 24. Januar 2008
Von M. G. Herold (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Schilderung des Vietnamkriegs mit besonderer Betonung des Massakers von My Lai, den Voraussetzungen dazu und dessen Verarbeitung in der amerikanischen Bevölkerung ist eine hervorragend recherchierte und dokumentierte Bearbeitung dieses schwierigen Themas. Es ist aber noch mehr. Zum ersten Mal wird wirklich klar und verständlich, wo die für die US Soldaten unlösbare Aufgabe dieses Krieges lag, nämlich in der Umsetzung einer absurden Strategie. Die Amerikaer operierten auf Südvietnamesischem Boden. Den Bodenkrieg nach Nordvietnam zu tragen, wagte man aus Angst vor einer direkten Konfrontation mit den benachbarten Chinesen nicht. Man beschränkte sich auf Luftangriffe. In Südvietnam wurde die südvietnamsiche Guerilla und die einsickernde nordvietnameische Armee bekämpft. Ein Sysiphos-Krieg, der von der Bevölkerung nicht mitgetragen werden konnte. Um die Kriegsführung zu "vereinfachen", wurden in Grenznähe zu Nordvietnam ganze Landstriche durch Umgesiedlung entvölkert, um ein Vakuum zu erzeugen, das wiederum Nordvietnams Soldaten anlocken sollte. Diese wurden dann - auf südvietnamesischem Boden - vernichtet, mit dem Endziel, den Gegner so zu schwächen, dass er kapitulieren müßte. Die US Soldaten wurden nach "body count" bewertet, was auf Dauer dazu führte, dass fallweise jeder, der in diesen Zonen angetroffen wurde, ob Mann, Frau oder Kind, als Zuträger der Nordvietnamesen exekutiert wurde. Viele Bauern wollten ihre Dörfer nicht verlassen und besiegelten damit ihr Schicksal. Ein Buch, dass - obwohl es wissenschaftlichen Charakter hat und daher mit vielen Zitaten und Fußnoten ausgestattet ist - spannend zu lesen ist und einen umfassenden und plastischen Einblick gewährt, auch noch Jahrzehnte nach dem Geschehen.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Unbedingte Leseempfehlung für alle Interessierten an diesem Thema, 9. September 2008
Vietnam. Bei Nennung dieses Landes denkt man unweigerlich an den blutigen Konflikt zwischen den USA und den Vietcong bzw. Nordvietnamesen in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Trotz der allgemeinen Bekanntheit dieses Krieges, weiß die Öffentlichkeit nur wenig über die genauen Vorgänge im südostasiatischen Dschungel, über das reale Ausmaß der Kämpfe.

Bernd Greiner legt nun die wohl weltweit erste Buchpublikation vor, die sich auf eine Reihe von Akten bezieht, die ab 1994 für einige Jahre zugänglich gewesen ist und bis dato kaum Beachtung gefunden hatte. Die riesigen Bestände der Vietnam War Crimes Working Group" und der Peers-Kommission". Mithilfe dieser Quellen rekonstruiert er die hintergründige Aktualität des Vietnamkrieges, einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen vermeintlich starken und vorgeblich schwachen Kontrahenten, welche sich mit grundverschiedenen Mitteln und vor allem mit diametral entgegen gesetzten Strategien bekämpfen.

Dabei betont er insbesondere das Massaker von My Lai und revidiert bis ins kleinste Detail die Annahme, das derartige Verbrechen an der vietnamesischen Zivilbevölkerung lediglich eine Ausnahme waren. 26 Millionen Bombenkrater in Vietnam, mehr als 2 Millionen tote Vietnamesen bei 58.000 eigenen Opfern zeigen, dass hier die Militärische Führung und die Politik die Genfer Konventionen nicht nur nicht eingehalten, sondern bewusst durch oberste Direktiven dagegen verstoßen hatte. Und gleichzeitig wird zum ersten Mal wirklich klar, wo die für die US-Soldaten unlösbare Aufgabe dieses Krieges lag. In der Umsetzung einer absurden, den Umständen nicht angepassten Strategie. So wurden sie unter anderem nach dem Body Count" bewertet, also nach der Zahl der getöteten Feinde, was schließlich dazu führte, dass fallweise jeder, der in bestimmten, von den Amerikanern als gesperrte Zone ausgewiesenen Bereichen, als Zuträger der Nordvietnamesen getötet, mehr noch exekutiert wurde. Zwischen Männern, Frauen und Kindern wurden keine Unterschiede gemacht. Viele Bauern, die auf Aufforderung ihre Dörfer nicht verlassen wollten, meist auch nicht konnten, besiegelten damit ihr Schicksal. Diese Kriegsverbrechen, und darin liegt die größte Tragik, wurden entweder vertuscht, durch militärische Vorgesetzte nur abgemahnt oder mit lächerlichen Urteilen bestraft. Im Falle des grausamen Massakers von My Lai mit lediglich 44 Monaten Hausarrest für den Hauptschuldigen.

Kurzum: Krieg ohne Fronten" führt dem Leser, wie wahrscheinlich noch kein anderes Buch zuvor, die volle Grausamkeit des Vietnamkrieges sowohl in Schrift als auch in Bildern vor Augen, ohne dabei in irgendeiner Weise in Polemik zu verfallen.

Insgesamt ein erschütterndes, ergreifendes Buch, das sich, obwohl es wissenschaftlichen Charakter hat und daher mit vielen Zitaten und Fußnoten ausgestattet ist, spannend liest und einen umfassenden und plastischen Einblick gewährt. Unbedingte Leseempfehlung für alle Interessierten an diesem Thema.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen In Vietnam gab es von allem mehr..., 11. Dezember 2007
Wie soll man anfangen eine Rezension zu schreiben, wenn man noch total gefesselt und vereinnahm ist von diesem Buch. Zum Inhalt möchte ich gar nichts hinzufügen oder wiederholen, dazu kann man sich einfach die Inhaltsangabe durchlesen.
Es ist kein Buch welches man einfach im kreise der Familie am Kaminfeuer liest, oder einfach zur Hand nimmt wenn man mal 5 Minuten Zeit hat. Bei jeder Seite wird man vom Autor gefordert und dies zurecht, die schwere des Krieges war zu enorm. Sollte man hier allerdings ein Buch erwarten welches polemisch gegen die USA vorgeht, ist man hier falsch. Dieses Buch klärt auf, macht traurig und manchmal habe ich mich auch dabei ertappt, wie man aber auch Verständnis für die GI's und die Zivilbevölkerung gleichzeitig hatte.
Im gleichen Zeitraum habe ich die Filme Platoon und Apokalypse now gesehen, teilweise sogar im Zusammenhang mit dem Buch und habe am eigenen Körper den Wechsel der Sichtweise erlebt.

In Vietnam gab es von allem mehr...Bitte auch mehr von Bücher dieser Art
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5.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich und mit vielen Details
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Vor 19 Monaten von Generator veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Gräuel und Massaker in einem asymmetrischen Krieg ohne Fronten
Bernd Greiner, Professor an der Universität Hamburg, der auch als Historiker und Politikwissenschafter am Hamburger Institut für Sozialforschung tätig ist, hat über 40 Jahre nach... Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 21. Oktober 2007 von Martin I.

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