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Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens
 
 

Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens [Kindle Edition]

Hamed Abdel-Samad
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Finanzprofi Dirk Müller erklärt, wie jeder im Handumdrehen mehr aus seinem Geld macht." [...] " Klare Worte - In "Cashkurs" (Dromer Knaur, 19,99€) erklärt Dirk Müller in leicht verständlicher Sprache, was Verbraucher über Geld wissen sollten." Neue Woche, 21.12.2011

"Abdel-Samad hält sich nur kurz bei den revolutionären Ereignissen auf. Er veruscht dafür, deren Triebkräfte aufzuspüren und vor allem auch die Revolution weiterzudenken. Schlüssig legt er dar, wie die Eroberung der arabischen Welt durch das Sat-TV (von zehn Sendern im Jahr 2001 auf 700 heute) und vor allem dessen politische Debatten den Boden für die Forderung nach mehr Teilhabe bereiteten. Gleichzeitig verschweigt er nicht die dunklen Seiten von al-Jazeera und dem saudischen Konkurrenten al-Arabiya, die "letztendlich in Geist und Logik der Diktatur gefangen" seien. Breiten Raum räumt Abdel-Samad auch der Muslimbruderschaft ein, die er kurze Zeit gar von innen kennenlernte." Die Presse (A), 15.10.2011

"Sehr informativ und voll interessanter Denkanstöße." sandammeer.at, 03.10.2011

Kurzbeschreibung

Hamed Abdel-Samad war während des Aufstandes im Frühjahr 2011 in Kairo. Nun gibt er aus unmittelbarer Anschauung Auskunft über Ursachen, Ausbruch und möglichen Verlauf der arabischen Revolution, die von der bildungshungrigen Generation Facebook getragen wird. Seine Prognose alarmiert und gibt Anlass zur Hoffnung: Denn es liegt nicht zuletzt in der Hand des Westens, ob aus der Auflösung der arabischen Diktaturen die Chance auf ein gedeihendes, blühendes Miteinander von Abendland und Morgenland erwächst – oder ob in den destabilisierten Nationen Bürgerkriege und eine kollabierende Wirtschaft Hunderttausende, ja Millionen junger Menschen auf den Weg nach Norden zwingen, wo sie die überalterten Gesellschaften Europas zu überlaufen drohen. Abdel-Samads Botschaft ist klar: der Westen muss sich wirtschaftlich und politisch engagieren, um den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive zu eröffnen. Dann gewinnen alle durch diese größte weltpolitische Erschütterung seit dem Fall des Eisernen Vorhangs.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Über Wdie arabische Revolution und die Zukunft des Westens" reflektiert der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamel Abdel-Samad als Zeitzeuge des arabischen Frühlings und der Arabellion in seinem neuen Buch. In seinem letzten hatte er medien- und publikumswirksam den "Untergang der islamischen Welt" prognostiziert. Ob die Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten allerdings einen Abstieg oder nicht gerade eine Art Neugeburt des Islam, vor allen Dingen des politischen Islam mit sich bringen werden, ist noch offen. Deshalb zeigt der Autor, nachdem er ausführlich die Entwicklungen und Aufstände in den verschiedenen Ländern beschrieben hat, warum der Westen jetzt handeln muss. Denn es sei das Schlimmste, wenn er jetzt, vielleicht konzentriert auf die Bewältigung seiner eigenen Finanz- und Krisenphänomen, die Entwicklung verschlafen würde.

Hamel Abdel-Samed, schlägt, wie schon einige andere, einen Marshallplan des Westens vor. "Unter einem Marshallplan für die nicht-diktatorisch regierten arabischen Staaten verstehe ich einen auf Basis gemeinsamer Interessen aufgestellten Masterplan vor allem für wirtschaftliche Entwicklung. Beginnen könnte man mit Tunesien und Ägypten, wo junge Menschen nach der Revolution darauf brennen, in nationale Entwicklungsprojekte mit einbezogen zu werden und wo eine stabile Wirtschaft notwendig ist, um demokratische Strukturen zu bilden."

Folgende Kooperationsfelder schweben ihm vor:

* Sicherheit
* Parteigründung und Wahlen
* Bildung und Ausbildung
* Investitionen
* Umweltforschung und Umweltschutz
* Erneuerbare Energien

Deutlich wird vor allem: Es liegt in der Hand des Westens, ob aus dem arabischen Frühling ein neues Verhältnis zwischen Abendland und Morgenland wächst, oder ob es in diesen Ländern zu destabilisierenden Zuständen mit Bürgerkriegen und einer total zusammenbrechenden Wirtschaft kommt, die dann Massen von jungen Menschen in die Flucht in den Norden treiben, "wo sie die überalterten Gesellschaften Europas zu überrennen drohen."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Höhen und Tiefen 7. Februar 2012
Von Martin Schnackenberg TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Hamed Abdel-Samad hat ein herausragendes, wichtiges, berührendes und mitreißendes Buch geschrieben - und das war sein erstes Werk: "Mein Abschied vom Himmel". Die beiden folgenden Werke ließen in der Qualität deutlich nach, das zweite, "Der Untergang der islamischen Welt", enthält meines Erachtens noch eine sehr wichtige und richtige Kernthese, welche die Kernprobleme der arabischen Welt gut auf den Punkt bringt (vor allem der fehlende Zugang zur Moderne). Allerdings störte mich bereits beim zweiten Werk der deutlich reißerische Titel, was nun, mit "Krieg oder Frieden", noch gesteigert wurde. Meiner Meinung nach hat ein so intelligenter Autor, der so viel zu sagen hat (und der so gut schreiben kann), es nicht nötig, seine Bücher derartig inflationär zu betiteln. Man merkt "Krieg oder Frieden" an allen Ecken und Enden an, dass es mit heißer Nadel gestrickt ist, wahrscheinlich deshalb, um den hohen Bekanntheitsgrad des Autors nach der ägyptischen Revolution in schnelle Buchmünze umzumünzen. Generell ist das völlig legitim, denn der Autor hat jedes Recht, von seiner Arbeit gut zu leben, nur sollte so ein kritischer Geist wie Abdel-Samad sich nicht solche Titel aufschwatzen lassen. Neben vielen deutlich redundanten Stellen in diesem Buch (z.T. im Wortlaut des Vorgängerwerkes!) ist es so, dass diejenigen Passagen, die den Titel überhaupt rechtfertigen könnten, nämlich die Frage nach der Handlungsweise des Westens bezüglich der Arabellion, zugleich die schwächsten Teile des Buches sind. Hier merkt man deutlich, dass der Autor kein gelernter Ökonom und auch kein Historiker ist, seine Schlussfolgerungen sind dementsprechend einfach, eindimensional und z.T. auch in ihrer Kürze schlicht falsch. Z.B. bemüht der Autor die Weimarer Verfassung als Beispiel für eine schlechte Verfassung, die dann den Nationalsozialismus möglich gemacht habe. Tatsächlich spielten beim Untergang der Weimarer Republik aber noch ganz andere Faktoren eine Rolle, die Verfassung selbst war sehr demokratisch und nicht schlechter als viele andere demokratische Grundordnungen des Westens, dort aber entstanden keine faschistischen Regime. Undzwar deshalb nicht, weil ein System immer nur so gut ist wie die Menschen, die darin leben - und weite Teile der deutschen Bevölkerung hegten für die Demokratie eben keine positiven Gefühle. Ein Thema übrigens, was auch für Ägypten ertragreich diskutiert werden könnte, denn dort haben wir eigentlich eine ähnliche Frage zu beantworten. Die Liste der Argumentationsschwächen bei Abdel-Samad ließe sich fortführen, meiner Meinung nach erfährt der informierte Leser im letzten Drittel des Buches kaum noch Neues und dafür viel Strittiges. Richtig stark ist hingegen der erste Teil der Buches, dort, wo der Autor seine Erlebnisse während der Revolution ausbreitet. Hier ist das Buch packend, hier hat der Autor anderen westlichen Autoren, die über die Revolution berichten (wie z.B. Armbruster), deutlich voraus, dass er in der ägyptischen Gesellschaft zu Hause ist, dass er arabisch spricht, dass sich ihm die Menschen ganz anders öffnen, dass er genau weiß, wovon er redet - und dass er einfach packend schreiben kann.
Dennoch kann ich insgesamt nicht mehr als drei Sterne verteilen; vielleicht, weil ich nach den Vorgängerwerken einfach mehr erwartet und verlangt habe; vielleicht, weil man dem Buch anmerkt, dass es so schnell zusammengeschnippelt wurde (es fehlt auch ein Roter Faden, vieles wirkt assoziativ, wirkt aneinandergereiht und sprunghaft); vielleicht, weil Titel und Untertitel (reichlich apokalyptisch: "Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens") einfach Dinge versprechen, die das Buch bzw. der Inhalt anschließend einfach nicht halten können. Dennoch empfehle ich dieses Buch denjenigen, die einen hervorragenden Revolutionsbericht aus der Feder eines Menschen suchen, der beide Seite (Westen und Nahen Osten) sehr gut kennt und der beide Seite kritisch betrachtet (eine seltene Mischung!) mit Nachdruck. Andere, die den "alten Abdel-Samad" suchen, finden ihn in diesem Buch nicht überall - er blitzt aber bisweilen auf.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Beck-Ewerhardy TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Herr Abdel-Samad war selbst Teilnehmer der verschiedenen Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo und auch so seine Verletzungen in der Auseinandersetzung mti den Sicherheitskräften davon getragen. In dem vorliegenden Buch gibt er eine Darstellung der Ereignisse, die er selbst erlebt hat und auch eine mögliche Erklärung für die Entwicklungen in Tunesien und Ägypten und die darauf folgenden - deutlich anders verlaufenden - in Lybien und Syrien, sowie einigen anderen Staaten des Nahen Ostens. Dabei geht er ausgiebig auf die Rolle der neuen Medien, aber auch der jüngeren Generation und der neueren "alten Medien" im Nahen Osten, wie Al Arabiya und Al Dschasira ein - und auch darauf, inwiefern Letzere mehr und mehr an Glaubwürdikeit verlieren.

Dies ist alles sehr erhellend und lässt den Außenstehenden deutlich besser informiert weiterlesen. Auch sein Ausblick, bzw. seine Ideen zur Weiterentwicklung Ägyptens sind interessant zu lesen und zeigen seine langjährige Auseinandersetzung mit den Problemen seines Heimatlandes. Dabei sind einige seiner Ideen, wie speziell Deutschland helfen könnte auch direkt aus seinen vorhergehenden Schriftenableitbar.

Wie die Entwicklungen in der Region weiter gehen und wie der Westen sich daran beteiligen sollte ist dahingegen eher spekulativ zu betrachten, auch wenn viele der Aussagen Herr Abdel-Samads sehr programmatisch klingen und argumentativ eher dünn unterfüttert wirken. aber sie sind zumindest interessante Gedankenanstöße, die in der Außenpolitik der europäischen Staaten auf jeden Fall mit in alle Überlegungen einbezogen werden sollten.
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