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Krieg der Welten erzählt die Geschichte einer außerirdischen Invasion konsequent aus der Perspektive eines Familienvaters (Tom Cruise), der im apokalyptischen Chaos verzweifelt versucht, seine Kinder lebendig durchzubringen. Darum sieht man auch keine großen Militärs, keine Reden schwingenden Präsidenten und keine brillant koordinierten Gegenschläge - nur pure Panik und Hysterie. Wer die weltberühmte Vorlage von H.G. Wells kennt, weiß auch, dass es ohnehin nicht die Menschen sind, die am Ende die außerirdischen Invasoren besiegen. Getreu des Buchs ist Krieg der Welten deshalb auch kein Popcorn-Film mit hoher Baller-Quote, sondern ein ernsthaftes Endzeit-Drama, das seine konsequente Spannung aus der äußerst nachvollziehbaren, nackten Überlebensangst des Mannes von der Straße bezieht. Also doch ein ganzes Stück erwachsener, als man es vom ewigen Kind Spielberg vielleicht erwartet hätte. -- Frank-Michael Helmke
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Moviemans Kommentar zur DVD: Der Knaller des Jahres enttäuscht in der Optik, gibt sich aber selbstbewußt beim Ton. Die Extras sind auf Maximum.
Bild: Hoppla! Es war klar, das Spielberg gern mit Farbfiltern arbeitet. Auch hier ist insbesondere eine Bevorzugung von bleiernen, bläulichen Farbtönen bewußt eingesetzt worden, um die Düsterheit und Bedrohlichkeit der aussichtlosen Szenerie zu unterstützen. Auch wird der Kontrast oft und stark in Gegenlichtaufnahmen geöffnet, um Überstrahlungen zu erzeugen. Alles okay soweit, aber das die negativen Folgen dessen auf der DVD derart stark auftreten, hat schon einen sehr faden Beigeschmack. Größtes Problem des Hauptfilms ist das immer währende, stellenweise erhebliche Grieseln aller Bildinhalte. Ist dies in anderen Produktionen meist in hellen Hintergründen der Fall, tritt Grieseln hier flächendeckend auf und hemmt die Darstellung von kleineren Details markant, Beispiele gefällig? 00.08.55, 00.14.50, 01.07.45. Auch sind Gegenlichtaufnahmen so aufgeblasen, das Gesichter teilsweise nicht einmal mehr Augen oder Nase besitzen (00.09.10). Mäntel haben bei der Übergabe der Kinder zu Beginn sehr deutliche Doppelkonturen (00.04.55). In gut ausgeleuchteten Sets, wie dem Blut durchtränkten Garten vor Ogilvys Haus, zeigt dann der Kontrast, was er tatsächlich drauf hat und zeichnet ein bis in die Ecken sauberes Bild voller feinster Nuancen, um dann sogleich wieder einzubrechen, um Cruise's eigentlich blaue Jacke mal tiefschwarz, dann wieder marinefarben abzubilden. Eine knapp überdurchschnittliche Leistung. Für den teuersten Film aller Zeiten (Presseheft) eine kleine Enttäuschung, mit vor allem auf der großen Leinwand deutlichen Mängeln.
Ton: Der Ton der DVD ist in allen drei angebotenen Spuren auf Referenzniveau und fordert alle Kanäle und Boxen auf das Äußerste. Allein die einschlagenden Blitze und das Auftauchen der ersten Alienmaschine lassen auch im ganz tiefen Frequenzbereich unterhalb von 50hz Pegel an die Ohren, wie man sie nur ganz ganz selten zu hören bekommt. Aber auch die Dialoge, allen voran der Prolog klingen so knackig markant aus dem Center, das man eine ganz dicke Entenhaut bekommt. Über die Filmlänge hinweg wird ein Atmoteppich eingestreut, der beängstigend real, nah und bedrohlich klingt. Z.B. die Gehgeräusche der Alienmaschinen sind eine nicht klar zu fassende Geräuschsituation, die aber dennoch immer da ist und den Zuschauer, Zuhörer einschüchtert. Auch hier wird mit maximaler Dynamikausbeute gearbeitet und stets wird dabei das richtige Timbre und Volumen erreicht, um das "Dabeisein" zu bewirken. Es wird den meisten kaum auffallen, aber gelegentlich treten kurze Blips auf, kleine leise Knackser in Szenenwechseln (z.B. 01.05.48-50). Die DTS-Tonspur kann sich trotz deutlicher technischer Vorteile nicht von der Dolbykonkurrenz absetzen und macht hier auf diese Weise eher Antiwerbung für sich. In den letzten 2 Jahren ist mir keine DVD bekannt, die ihre technischen Vorteile wirklich klar ausspielt. Damit macht sich die DTS-Tonspur selbst überflüssig und sollte Platz machen für ein besseres Bild.
Extras: Die Extras haben es in sich, aber das erwartet man bei einem Film von Steven Spielberg auch. Immerhin sind es vor allem die Spielberg-Filme, die in der Regel mit hervorragendem Bonusmaterial aufwarten können. Und reichlich ist hier auch vorhanden, kann man sich doch an mehr als zweieinhalb Stunden Hintergrundmaterial ergötzen. Los geht's mit der "Neuerschaffung der Invasion", einer kurzen Featurette, die nicht mehr als ein bisschen Werbe-Bla-Bla bietet und wirkt, als sei sie zur Promotion des Films entstanden, was wohl auch den Nagel auf den Kopf trifft. Gleich viel interessanter wird es mit dem "Vermächtnis von H.G. Wells". Hier kommen sowohl Martin Wells, der Urenkel, als auch Simon Wells, der Enkel, zu Wort. Sie erzählen einiges über ihren berühmten Ahnen, wobei nur Martin ihn auch noch kannte und davon berichtet, wie Wells immer seinen Geburtstag großartig feierte und allen Enkeln dann ihre Geburtstagsgeschenke machte, da er sich an deren Geburtstage nur selten erinnern konnte. Die Featurette über den ursprünglichen Film von George Pal geht darauf ein, wie Spielberg Gene Barry und Ann Robinson für ihre Cameo-Auftritte verpflichtet hat. Spielberg gesteht dabei auch, dass er seit Jahrzehnten ein Fan von Barry ist und in einer seiner ersten Arbeiten, einer Episode der Serie "The Name of the Game", mit dem Schauspieler gearbeitet hat. "Die Charaktere" besteht aus Interviews, in denen die Mimen auf ihre Rollen eingehen und deren Motivation erläutern. Nett, aber nichts Besonderes. Die "Visualisierung" hat da schon mehr Gewicht, denn hier gibt es auch ein paar Animatics zu sehen, mit denen die Effektszenen vorweggenommen wurden, um ihre Wirkung analysieren zu können. Steven Spielberg erklärt hier auch, dass er für "Krieg der Welten" den Großteil des FX-Teams von "Star Wars: Episode III" bekommen hat, weil diese gerade mit der "Star Wars"-Saga abgeschlossen hatten. Das Kernstück des Bonusmaterials sind die Produktionstagebücher, die die Entwicklung des Films vom 11. Oktober 2004 bis zum 7. März 2005 nachzeichnen. Hier wird u.a. auch erklärt, dass die Vorproduktion unter drei Monate dauerte (und damit nur etwa ein Drittel der Zeit verschlang, die bei einem Film dieser Größe eigentlich vonnöten ist), die Dreharbeiten in 70 Tagen abgeschlossen wurden und die Postproduktion nur drei Monate dauerte. Spielberg erzählt auch, dass er kein Freund von Green Screen ist und richtige, große Sets haben will. Denn Sets inspirieren ihn und er hat sofort 17 Ideen, wenn er es betritt. Denselben Effekt kann er mit einem Computerbild nicht erzeugen. Neben schönen Momentaufnahmen vom Dreh ist es nett, Spielberg und Cruise scherzen zu sehen. Etwa, wenn der Regisseur seinem Star erklärt, dass er bei der Szene, in der seine Tochter von einem Tripod entführt wird, nur noch den Vater in sich fühlt und sich darum dem Tripod entgegenstellt. O-Ton Spielberg: "Für deinen entfernten Cousin würdest Du das nicht tun. Du würdest im Auto bleiben." Und Cruise: "Oder weglaufen." "Das Design des Feindes" zeigt, wie die Tripods und die Aliens erschaffen wurden. Einige Leute von ILM kommen zu Wort und Produktionsdesigner Doug Chang gesteht, dass es das Schlussbild des am Boden liegenden Tripods ist, das er schon im Originalfilm geliebt hat. Hier gibt es weitere Animatics und schöne Konzeptbilder zu sehen. "Die Filmmusik von Krieg der Welten" beschäftigt sich natürlich mit John Wiliams. Für den war dies der erste Spielberg-Film, den er nicht komplett gesehen hat, als er mit der Arbeit begann. Vielmehr konnte Spielberg ihm nur 60 Minuten des Films zeigen, die aber ausreichten, um Williams das Gefühl dafür zu geben. Den Abschluss bildet "We are not alone", eine Art kurzer Werbeclip, in dem Spielberg über die Möglichkeit der Existenz von Außerirdischen spricht und sich an seinen Vater erinnert. Abschließend muss man sagen, dass hier viele sinnige und hochinteressante Extras geboten werden. Sicherlich, die eine oder andere Featurette - die "Neuerschaffung" und "We are not alone" fällt hier auf - sind nicht wirklich spannend oder aufschluss --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Eigentlich ist es ein Unding, das Steven Spielberg sich da vorgenommen hatte - nicht nur wegen des extrem knapp gesteckten Produktionszeitplans (der Film erhielt erst im August 2004 grünes Licht, wurde ab November in 72 Tagen gedreht und mit Hilfe mehrerer Effekthäuser termingerecht fertig gestellt): ein Epos über eine Invasion Außerirdischer, randvoll mit gewaltigen Szenen und imposanten Effekten, und doch zugleich ein kleines Familiendrama mit der Intimität und Intensität eines Kammerspiels - als würde man Ingmar Bergmans Endzeit-Schocker 'Schande' in den Mantel von Roland Emmerichs Effektspektakel 'Independence Day' hüllen. Having one's cake and eat it, too, nennen das die Amerikaner; die Quadratur des Kreises, würde man bei uns sagen. Und für Spielberg offenkundig kein Problem, der nach den beiden leichteren 'Catch Me If You Can' und 'Terminal' den seit 1997 mit 'Vergessene Welt: Jurassic Park' eingeschlagenen Weg fortsetzt und sein Blockbuster-Entertainment einmal mehr mit kritischen Ansätzen, tiefgründigen Betrachtungen, fiebriger Inszenierung und düsterer Weltsicht aufwertet. Diesen Drive und das Bedürfnis nach Herausforderung würde man sich von einem jungen Filmemacher erwarten, nicht aber vom arriviertesten Regisseur unserer Zeit.
In 'Krieg der Welten' arbeitet der Vater von 'E.T.' auf der Höhe seiner Kunst, auch wenn angemerkt werden muss, dass dem Drehbuch von David Koepp im dritten Akt deutliche Schwächen anzumerken sind, die den Film auffällig unrund laufen lassen, und Spielberg in der Schluss-Szene etwas unmotiviert so dick aufträgt, dass man dahinter einen kompletten Tripod der Aliens verstecken könnte. Ansonsten gibt es wenig zu bekritteln an dem, was sich da vor dem Zuschauer auftürmt. Eingerahmt in die jeweils ersten und letzten Sätze aus H.G. Wells' Vorlage entfaltet sich eine auf größtmöglicher Leinwand gemalte Geschichte, die aber nie die Hauptschauplätze des Kriegs der Welten in den Fokus rückt. Im Gegenteil: Anders als die Katastrophenfilme davor geht Spielberg nicht auf das Spektakel zu, sondern bewegt sich immer weg davon: Dies ist keine Heldengeschichte, es ist eine Geschichte über Überleben und Flucht. Sie entfaltet sich einzig und allein aus der Perspektive des Dockarbeiters Ray Ferrier aus New Jersey. Er ist ein nie wirklich erwachsen gewordener Hallodri, der seine Ehe in den Sand gesetzt hat und lieber im Wohnzimmer an Automotoren herumdoktert, als Verantwortung für sein Leben und seine beiden Kinder, dem 15-jährigen Robby und der zehnjährigen Rachel, zu übernehmen, die seine Ex-Frau übers Wochenende bei ihm abgeladen hat. Dass sie ihn nicht ausstehen können, skizziert Spielberg überzeugend in den wenigen farbgesättigten Momenten des Films.
Denn nach einem mysteriösen Unwetter verdüstert sich das Bild permanent. Es ist eine Fanfare, die Ankündigung der Tripods, gigantischer Tötungsmaschinen auf drei Beinen, die sich in einer der zwei besten Szenen des Films (die zweite soll aus Gründen der Überraschung unerwähnt bleiben, aber sie betrifft eine erschütternde Entscheidung, die Ray treffen muss) vor der staunenden Menge aus den Tiefen der Erde erheben, kurz ihre Waffen justieren und in den Straßen eine Zerstörung anrichten, die unverkennbar von den Anschlägen auf das World Trade Center inspiriert ist: Vor den Augen des Zuschauers lösen sich hunderte von Menschen, einer nach dem anderen, in Staub auf, während die Kirche eines der ersten Gebäude ist, das zerstört wird: Auf Glauben braucht in diesem Schreckensszenario keiner zu setzen. Spielberg geht es um etwas Anderes, während sich um Ray und seine Kinder auf der Flucht Richtung Boston Ordnung, Zivilisation und jegliche Form von Besitz auflösen: Was ist uns wichtig im Leben? Was bleibt, wenn man nichts mehr hat? Wie weit wird man gehen, um das einzige zu beschützen, was noch von Bedeutung ist? Immer enger zurrt der Film den Fokus, bis er nach brennenden Zügen, abgestürzten Flugzeugen, einem Angriff auf eine Fähre und einem aussichtslosen Gefecht des Militärs, das in einer Flammenwand verschwindet, ausgerechnet in einem schmucklosen Keller sein Zentrum findet: Die entscheidenden Szenen sind pures Kammerspiel, reduziert auf den wirklich fabelhaften, regelrecht naturalistisch agierenden Cruise, der noch besseren Dakota Fanning ('Mann unter Feuer') als seine Tochter Rachel und einen Vigilanten am Rande des Wahnsinns, gespielt von Tim Robbins - und schließlich, im Stil der Velociraptorenszene in 'Jurassic Park', einer handvoll Außerirdischer. Klug balanciert Steven Spielberg bis zum Schluss Scope und Seele, Spannung und Sinnsuche - in einem essenziellen Film, der Popcorn und Anspruch, Epos und Drama miteinander aussöhnt. Und kein Publikum der Welt unbewegt bleiben lässt, weil er Maßstäbe setzt.
ts.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
die minutiöse Planung einer Invasion, die alles Leben attackieren soll.
Währenddessen geht der Alltag hier seinen gewohnten Gang. Die Ferriers, eine typisch amerikanische Familie, genießen ihr gutbürgerliches Dasein. Es könnte immer so weitergehen. Stünden sie nicht plötzlich einem eiskalten Feind gegenüber, der keine verletzliche Seite zu haben scheint. Ist die Zeit der menschlichen Zivilisation abgelaufen?
Den Ferriers wie der gesamten Menschheit bleibt nur noch das Prinzip Hoffnung. Sie wissen, dass sie in den Krieg der Welten ziehen müssen. Doch sie wissen auch, dass ihre Chance, die größte Schlacht der Geschichte erfolgreich zu schlagen, verschwindend