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Krieg der Welt: Was ging schief im 20. Jahrhundert?
 
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Krieg der Welt: Was ging schief im 20. Jahrhundert? [Gebundene Ausgabe]

Niall Ferguson , K.-D. Schmidt , Klaus Binder
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 992 Seiten
  • Verlag: Propyläen Verlag (1. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3549072147
  • ISBN-13: 978-3549072141
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 334.322 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Niall Ferguson
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ferguson ist immer ideenreich, bietet neue Perspektiven, Zusammenhang und Sinn: Die Wahrheit über das 20. Jahrhundert ist nicht die Idee des Fortschritts, sondern die Übermacht der Gewalt, verbunden mit dem Niedergang des Westens." (Die Welt)

Kurzbeschreibung

Dem britischen Historiker Niall Ferguson, einem der brillantesten Köpfe seiner Generation, gelingt es mit diesem glänzend geschriebenen Buch, die Widersprüche des Zeitalters aufzulösen. Selten ist eine historische Epoche so umfassend, kompakt und hellsichtig dargestellt und gedeutet worden. Das spannungsreiche Spiel der Mächte, das fatale Gemisch von Rassenideologie und ethnischen Konflikten, die Unstetigkeit der Weltwirtschaft und der Vormarsch totalitärer Regime werden auf einzigartige Weise zusammengefügt zu einer rundum überzeugenden Antwort auf die Frage, was die Menschheit an diesen Tiefpunkt ihrer Geschichte geführt hat. Dabei richtet Ferguson den Blick auf sämtliche Schauplätze des Geschehens, von Sarajevo bis Nanking, von Verdun bis Stalingrad, von Dresden bis Hiroshima, von den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten bis zu den Massenmorden der Roten Khmer. Ein großes Panorama der Irrwege des 20. Jahrhunderts, fesselnd und lehrreich zugleich.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von VSP
Format:Gebundene Ausgabe
Auf der Suche danach, was im 20 Jahrhundert schief ging, bemüht Ferguson Begründungsmodelle, die nicht neu sind. Auch scheinen sie nicht befriedigend (im Sinne eines "sich richtig anfühlens") zu erklären, wie es zu den historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts kommen konnte. Das heisst aber nicht, dass sie falsch sind (auch wenn man um der Menscheit willen nur hoffen kann, dass es eine tiefgehendere Antwort gibt). Das Buch indes verliert sich in seinen schwächsten Momenten ins anekdotenhafte, in seinen stärksten Momenten wirft es jedoch ein scharf skizziertes Schlaglicht auf die Gewaltepochen des 20. Jahrhunderts. So kann man dieses Buch nur jedem anempfehlen, der auf der Suche nach einer Gesamtdarstellung ist, welche die ungeheuren Taten des letzten Jahrhundert nachzeichnet. Über die Schlussfolgerungen, die Ferguson zieht, kann man geteilter Meinung sein und nicht immer gelingt ihm die Loslösung von einer anglo-amerikanischen Sichtweise der Geschichte, doch angesichts des ambitionierten Ziel des Werkes und seiner durchgehend gelungene Bearbeitung, bleibt nichts anderes übrig, als die bestmögliche Bewertung abzugeben.
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Von digitalis
Format:Gebundene Ausgabe
Zwar schreibt der Autor im Vorwort, dass er das 20. Jahrhundert eigentlich eng fassen will (~1905 bis Koreakrieg), führt seine Darstellung jedoch noch um einiges weiter an die Gegenwart heran, ohne jedoch die Revolutionen 1989ff. umfassend zu thematisieren. Schwerpunkt ist Außen- und Kriegspolitik.

In einem etwa 90-seitigen Einleitungsteil versucht der Autor - (eigentlich nur hier) anknüpfend an seinen Untertitel `Was ging schief im 20. Jahrhundert?` - der Frage nachzugehen, was die wesentlichen Determinanten des politischen Wandels in dieser Zeit waren. Allerdings scheint die Antwort weitgehend offen zu bleiben, eher weist der Autor einige verbreitete Thesen zurück, etwa die, dass die Weltwirtschaftskrise grundsätzlich autoritären System zum Durchbruch verholfen hätte. Diese wie auch andere Thesen belegt der Autor mit aussagekräftigem statistischem Material.

Der Hauptteil des Buches besteht in einer relativ konventionellen `Erzählung` (im positiven Sinne!) des Geschichtsverlaufes. Hierbei haben mich die ersten Kapitel eher weniger überzeugt. Die Ausführungen über die kaiserlichen Monarchien im imperialen Zeitalter sind recht oberflächlich. Bedauerlich fand ich, dass Fergusson, Buchautor zum Ersten Weltkrieg, diesen weitgehend ausgespart hat; auch eine Erörterung der Kriegsschuldfrage findet sich nicht.
Am intensivsten (und inhaltlich überzeugend) befasst sich der Autor mit der Politik des `Appeasement` gegenüber Hitler. Hier wird eine Vielzahl von Motiven / Strategien erläutert, das Konzept in seiner Gesamtheit findet hierbei eine vernichtende Kritik. - Ein weiterer Schwerpunkt stellt das Herrschaftssystem Stalins dar, mit besonderem Blick auf dessen verbrecherische Elemente (Deportationen, Hungersnöte, Arbeitslager).
Recht ausführlich wird auch der asiatische Raum thematisiert, der durch das imperiale Ausgreifen Japans insb. in den 30-er-Jahren geprägt war. Auch der Korea-Krieg, (etwas kürzer Vietnam), Kambodscha und die Entwicklung Chinas finden Berücksichtigung. Hingegen erscheint mir Afrika unterrepräsentiert.

Insgesamt stellt das Buch eine anregend geschriebene (wenngleich nicht ohne gewisse Längen, je nach Interessensschwerpunkt des Lesers) Gesamtdarstellung der politischen und militärischen Konflikte des 20. Jahrhunderts dar. Die Schwerpunktsetzung des Autors muss nicht immer überzeugen, aber das ergibt sich ja fast zwangsläufig, wenn ein so umfangreicher Zeitraum von einem Einzelgelehrten in Angriff genommen wird.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Diesmal tue ich mich schwer mit dem Buch. Niall Ferguson ist wohl vor allem durch seine Studie vom 1. Weltkrieg namens "Der falsche Krieg" bekannt geworden. Das Buch war sehr spannend, weil es eine neue, kreative Perspektive auf ein schon längst bekanntes und schon oft beschriebenes Thema warf. Man liest dort oft zwischen den Zeilen: Hat das Eingreifen Englands in den 1. Weltkrieg möglicherweise direkt in die Katastrophe des 2. Weltkrieges geführt? Am Ende des Buches will man diese These fast glauben, da Ferguson überzeugend recherchiert und schreibt und auch noch viele, gute Argumente auf seiner Seite hat.

Das Thema des neuen Buches ist nicht so weit von dem ersten, bekannten Werk entfernt. Es werden die wesentlichen Konflikte des 20. Jahrhunderts mit ihren Ursachen im 19. Jahrhundert beschrieben. Dabei werden nicht nur die Grausamkeit der Konflikte, der Blutzoll und die Verwendung von neuen, schrecklichen Waffen in den Vordergrund gestellt. Ferguson geht es auch darum, den Abstieg des Dominanz Europas in der Welt zu zeigen. Er sieht insbesondere eine Machtverlagerung in Richtung Fernost. Nicht zuletzt deshalb lässt er seine Geschichte des 20. Jahrhunderts mit der dem russisch-japanischen Krieg von 1905 beginnen. Aber ist das Denken in den Fragen der Machtpolitik in der heutigen, globalisierten Welt wirklich noch aktuell?

Ich muss auch gestehen, dass ich vielen seiner Argumentationen diesmal nicht folgen kann. Die Frage, die sich mir nach dem Buch eher stellt, ist die nach den Gründen der politischen Besonderheiten des 19. Jahrhunderts. Warum war Europa hier eigentlich so dominant? Warum gab es relativ wenige und vor allem relativ begrenzte Konflikte? Ferguson beschreibt die neue Qualität der Nationalstaaten als eine Begründung der Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Diese sind aber im 19. Jahrhundert schon entstanden. Warum haben die Katastrophen nicht 50 Jahre früher stattgefunden? Möglicherweise ist schon das Thema des Buches falsch gewählt, weil es die wirkliche Besonderheit, die halbwegs zivilisierte Welt unter der Dominanz des britischen Empires des 19. Jahrhunderts, nicht versteht. Denn auch bis 1815 gab es weltweite und mit der technisch maximal möglichen Zerstörung verbundene Konflikte in einer schrecklichen Regelmäßigkeit. Ferguson erwähnt diesen Sachverhalt übrigens selbst im Buch.

Neben der aus meiner Sicht fragwürdigen Grundthese des Buches kann ich dem Autor diesmal auch in Details nicht folgen. Die Reaktion der Finanzmärkte während des Ausbruchs des 1. Weltkriegs mag sorgfältig recherchiert sein. Die Schlüsse der Wahrnehmung der Börsenhändler auf das Weltgeschehen scheinen mir dagegen dürftig begründet. Gleiches gilt für die Einschätzung, die 1914 handelnden Monarchen hätten noch für eine Begrenzung des Konfliktes sorgen wollen. Wer sich einmal die Ansprache unseres guten Willhelms zu Kriegsbeginn an sein Volk anhört (es gibt noch eine Tonaufzeichnung) wird das bezweifeln. Auch was Willhelms Verhalten in den Jahren zuvor angeht, wird man es nicht wirklich als Deeskalation bezeichnen können. Als der Autor dann den deutschen Historikerstreit aus den späten achtziger Jahren wieder aufnimmt, erscheint mir seine Stellungnahme für die damaligen Aussagen von Nolte und gegen Habermass auch etwas zu einfach. Und das sind nur wenige von vielen Beispielen, die mich beim Lesen eher irritieren.

Auf der anderen Seite ist das ganze als Erzählung der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere als Überblick über eine damals unglaublich grausame Welt wiederum gut gelungen. Es liest sich erschütternd und detailreich, und als Hobbyhistoriker findet man schon viele neue Informationen. So wäre das Buch vielleicht besser geworden, wenn sich Ferguson nicht das Ziel gesetzt hätte, kreativ und umstritten zu sein. Manchmal ist weniger doch mehr.
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