Für den Neueinsteiger ein paar kurze erklärende Hintergründe: Der Protagonist Eddie Drood und seine unglaublich große Familie sind eine Art weltweite Feuerwehr im Schutz der Menschheit gegen die alltägliche Bedrohung durch Dämonen, Monster, abartige Mörder und was weiß der Teufel für fremdartige Lebensformen. Denn diese gibt es wirklich und sie versuchen ständig die Macht über unseren Planeten an sich zu reißen und uns ins Verderben zu stoßen. Die Droods werden dabei durch die sog. Torques beschützt; ein Halsreif, aus dem sich im Einsatzfall eine den Körper umschließende, nahezu unzerstörbare goldene Rüstung entwickelt und den Träger zu einer Art Supermann werden lässt. Leider hat dieser Schutz einen unmenschlichen Preis, den Eddie nicht mehr zu zahlen bereit ist. So kommt es dann im ersten Teil zu einer innerfamiliären Auseinandersetzung, die am Ende zu seiner Machtübernahme führt.
Hier setzt nun der Band 2 ansatzlos an.
Eddie, der die Führung nicht gerade mit Freude an sich gerissen hat, sieht sich einer schweren Aufgabe gegenüber. Die Familie hat den Schutz der Torques verloren und steht ihm mehr oder weniger offen ablehnend gegenüber. Die Feinde der Droods merken, dass etwas nicht stimmt, und formieren sich zum Widerstand. Dazu kommen dann noch einzelne Angehörige, die ihn ständig hintergehen und die Macht an sich zu reißen versuchen. Eddies Versuche, mit der Familie einen neuen Weg einzuschlagen, scheinen von vornherein zum Scheitern verurteilt.
In dieser Phase sieht er nur eine Möglichkeit - die Droods müssen mit einer spektakulären Aktion wieder auf den Plan treten. Ziel dieses Unternehmens sind die "Abscheulichen", von bösen Göttern Besessene, die die Droods selber auf die Erde geholt haben. Leider geht das Ganze furchtbar schief und Eddie und seine Familie müssen erkennen, dass sie ihren Feind und dessen Pläne massiv unterschätzt haben. Plötzlich steht die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel und Eddie braucht dringende Unterstützung.
Der Roman ist wie der erste Teil in der Ich-Form geschrieben und gefällt durch die lockere Erzählweise und den Humor. Die Handlung ist sehr actionlastig und im Gegenteil zum ersten Band gibt es nach meinem Dafürhalten keine Längen. Die Geschichte nimmt sukzessive an Fahrt auf und führt zu einem gelungenen Showdown. Die aus dem ersten Band bekannten - zum Teil sehr seltsamen - Charaktere sind wieder mit an Bord, entwickeln so das Bild der Familie Drood entsprechend weiter und sorgen für spannende Unterhaltung.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, zumal er im Vergleich zum ersten Band deutlich mehr Action bietet - von Langeweile keine Spur. Wer am ersten Roman und vor allem an der humorvollen Erzählweise von Green Gefallen gefunden hat, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.