Vorsicht, das ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn, in dem es in erster Linie um Verbrechensaufklärung geht. Verbrechen kommen hier zwar jede Menge vor, aber im Zentrum des Romans steht das Armenviertel Mirandao in Rio de Janeiro, das von einer dort ansässigen Drogenbande kontrolliert wird. Eine kommunistische Gruppierung will nun in diesem Armenviertel in Zusammenarbeit mit der Drogenbande als Stadtguerilla ihre revolutionären Vorstellungen in einem evolutionären Prozess umsetzen. Die Schilderung dieses Umsetzungsprozesses macht die eigentliche Handlung aus. Dabei werden in ständigem Wechsel die verschiedenen Protagonisten in diesem Prozess begleitet, und zwar sehr geschickt eingebettet in ihrem politischen und gesellschaftlichen Umfeld.
Der Roman kommt alles andere als akademisch daher und ist leicht zu lesen. Man weiss nie so recht, ob man angesichts der unterschwelligen Ironie lachen oder aufgrund der dargestellten Verhältnisse verzweifeln soll. Ein untypischer Krimi, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, aber für alle, die über den Tellerrand hinausblicken wollen, eine sehr empfehlenswerte Lektüre.