"Krieg der Heiler" ist der dritte und letzte Band der "The Healing Wars"-Trilogie von Janice Hardy.
Nach sehr viel Action und Tempo ist der Anfang dieses neuen Bandes erst einmal gediegen, denn die Hauptfigur und die meisten ihrer Freunde haben einen ersten sicheren Hafen gefunden, an dem sie die Erlebnisse der letzten Zeit reflektieren können. Immerhin ist sehr viel passiert - sowohl Gutes als auch Schlechtes.
Doch gerade die Schicksalsschläge sind es, die die Hauptfigur Nya beschäftigen: Schließlich hat sie ihre Schwester im Stich gelassen, obwohl sie in ihrer Situation keine andere Wahl hatte. Und auch sonst lassen die vergangenen Ereignisse die Hauptfigur nicht zur Ruhe kommen, sind ihr doch Dinge gelungen, die man für unmöglich hielt. Hinzu kommt die kleine Schar, die sie mittlerweile um sich gesammelt hat, denn auch für sie trägt Nya nun die Verantwortung.
Nach diesem sehr nachdenklichen Einstieg zieht das Tempo aber schnell wieder an und erneut werden die Figuren von den Ereignissen mitgerissen und ihnen die Entscheidungen aus der Hand genommen. Damit wiederholt sich das Muster, bei dem die Figuren erneut nur Opfer der Umstände sind anstatt sie aktiv an der Geschichte mitgestalten zu lassen. Die Autorin lässt ihnen einfach keine andere Wahl, denn hätten sie eine solche, hätten sie sich vielleicht für einen Weg entschieden, der nicht so viel von ihnen fordern würde.
Zum Ende bleibt die Autorin dem Leser nichts schuldig: Der Krieg der Heiler, wie ihn der Titel auch verspricht, bricht aus. Ein Widerspruch in sich, der den Leser immer wieder vor Schrecken erzittern lässt - vor allem wenn die Autorin offenbart wie der böse Herzog zu solch einer großen Streitmacht von unbesiegbaren Heilerkriegern gekommen ist. Doch so viel sei verraten: Die Hoffnung stirbt zuletzt und in diesem Buch sogar gar nicht, denn die Autorin sorgt für ein offenes Happy End, welches Hoffnung für die Zukunft in sich birgt.
Damit ist dieses Buch aber auch ein perfektes Beispiel, dass schon ein kleiner Stein eine Lawine ins Rollen bringen kann. Nya ist eine einzelne Person, die am Ende ganz allein die Entscheidung herbeiführt, auch wenn klar gesagt werden muss, dass der dafür von ihr geforderte Preis nicht zu knapp bemessen ist und alles von ihr fordert.
So bleibt am Ende nur zu sagen, dass der Autorin ein würdiger Abschluss gelungen ist und man kann sich nur wünschen, dass Janice Hardy bald ein neues Projekt ins Auge fasst.