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INHALT:
Der 15-jährige Eric Classmann ist ein Pechvogel und ein Glückskind zugleich! Seit seiner Geburt wiederfahren ihm immer wieder die absurdesten Unfälle ... die er alle jedoch wie durch ein Wunder heil übersteht. Seit einigen Wochen jedoch wird Eric von mysteriösen Albträumen gequält, in denen er einen brennenden Engel sieht, welcher vom Dach einer finsteren Kathedrale hinabstürzt. Doch kurz bevor dieser auf dem Boden aufschlägt, wacht der Junge schweißüberströmt auf. So auch dieses Mal. Mit dem einzigen Unterschied, daß er diesmal eine leuchtende Gestalt mit Flügeln neben seinem Bett sitzen sieht ...
Und so beginnt die Weltuntergangs-Geschichte um Eric und seinen Schutzengel Chep!
REZENSION:
Den Roman kann man im Allgemeinen unter "untypische Fantasy" einordnen. Die Story spielt in unserer Welt der Gegenwart und weist als einziges phantastisches Element die Existenz von Engeln und Dämonen auf. Nun, ich habe ziemlich viele Fantasy-Romane gelesen, die aber alle ( bis auf Harry P ) in anderen, meist pseudomittelalterlichen Welten oder sonstigen Paralleluniversen spielen, also von daher ist die Geschichte für mich eher untypische Fantasy!
Aber da der Roman eben zu jenem Genre gehört, wird man wie so oft auch hier von einigen Stereotypen nicht verschont:
-> die Engel sind große, leuchtende, androgyne Gestalten mit weißen Flügeln ... wobei aber insbesondere die Krieger - im Gegensatz zu den Schutzengeln ( siehe Chep ) - eher arrogant und so gar nicht gütig daherkommen ( dieser Aspekt ähnelt stark der Verhaltensweise von Elfen, wie ich finde )
-> die Dämonen sind unterschiedlich ( grässlich ) geformt und meist schwarz ... wobei die Dämonen-Herrscher, die sog. schwarzen Engel ( siehe Azazel ) auf grausame Art wunderschön sind und in erster Linie auf Verführung statt Gemetzel setzen ( dieser Aspekt erinnert mich widerrum an Vampir-Charakteristika ).
Genauer betrachtet ist die Story ein Gemisch aus vorwiegend Mystery-Krimi ( wg. unerklärlicher Todesfälle ), Psycho-Thriller ( bes. gefährliche Sektenabhängigkeit ) und Gesellschaftsdrama ( à la "Einer flog übers Kuckucksnest" ). Da dies jedoch ein Jugendroman ist, natürlich alles in einer unkomplizierten Light-Version! ^_~
Dabei ist der Handlungsverlauf kaum vorhersehbar, weil die Handlung immer wieder Hacken schlägt. Kaum denkt man, man wüsste, wie der Hase läuft, folgt schon der nächste Schlag in die Magengrube. Das ständige Katz-und Mausspiel, daß sich Eric mit seinen irdischen und unirdischen Gegnern liefert, ist auch der Punkt, welcher den Leser mit der Zeit vlt. ein bisschen nerven kann ( daher einen Stern abgezogen ).
Ein Pluspunkt der Geschichte ist die Tatsache, daß sich nie eindeutig feststellen lässt, in welche Gruppe man die Leute in Erics Umgebung einordnen soll - zu den Guten oder zu den Bösen oder gar zu beiden ( bei mir zumindest schwankte das bei den Charas sogar mehrmals hin und her ).
Für die humoristische Auflockerung der Story sorgen zum Einen Erics häufige sarkastische Bemerkungen ( die sogar Dämonen auf die Palme bringen können ^^ ) und die Kapriolen des heillos überforderten, etwas tollpatschigen Engels Chep.
Zum Ende hin wird es sehr verwirrend. Ich als Leser konnte mir einfach nie eindeutig sicher sein, was denn nun wahr ist und was falsch ( Schein und Wirklichkeit greifen am Schluss ziemlich ineinander über ... ähnlich wie in "Nightmare on Elm Street" >_< ). Sogar Erics Bestimmung ( die eigentlich schon zu Beginn des letzen Drittels enthüllt wird ) ist nicht so ganz das, was sie anfangs scheint. Ebenso verhält es sich mit den Absichten des himmlischen Schutzengels Chep und des höllischen Schwarzengels Azazel!
Bis zu den letzen paar Seiten, wo die Auflösung hammerartig zuschlägt ... ein wahrlich apokalyptisches Finale - im wahrsten Sinne des Wortes! ^_~
FAZIT:
Dieser Fantasy-Jugendroman könnte all denen gefallen ( mangels Vergleichsliteratur meinerseits nenne ich mal entsprechende Filmtitel ), die schon DOGMA, GOD`S ARMY oder CONSTANTINE mochten ... bzw. einschlägige Kurz-Romane aus der John Sinclair-Reihe von Jason Dark ( z.B. Das Engelsgrab )
PS:
Da dies erst mein zweiter Hohlbein ist, bin ich ganz unvoreingenommen an die Rezension herangetreten, habe dementsprechend das Buch nicht mit anderen Werken des Autors vergleichen ( können ) - laut anderen Kritiken scheinen sich Hohlbeins Charaktere sehr zu ähneln - und es als unabhängiges Einzelwerk betrachtet.
Bei den Hohlbein-Werken scheint es irgendwie so zu sein, daß man sie entweder liebt oder hasst. Aber der Mann hat ( glücklicherweise ) so viele Bücher geschrieben, daß für jeden Geschmack was dabei sein dürfte!
Das Herauspicken der geeigneten Story geht allerdings nur durch Probieren! Es ist deshalb etwas schade, daß einige Leser nachdem sie ein paar für sie enttäuschende Hohlbein-Werke erwischt haben, den Autor gleich aufgeben.