Wie Frau Dithfurth war ich seit den Anfängen um 1980 bei den Grünen, doch im Gegensatz zu ihr hielt ich es noch bis 2003 in der Partei aus. Ich trat aus, als die Grünen 2003 mit der Zustimmung zur "Agenda 2010" und "Hartz IV" dokumentierten, dass sie jede inhaltliche Substanz und jedes Rückgrat verloren hatten. Aus meinen Erfahrungen mit dem Innenleben der Partei muss ich Frau Dithfurth Recht geben. In ihr haben sich die Kräfte durchgesetzt, welche schon seit den Anfängen weder Revolution noch Reform, sondern die Anpassung an den herrschenden Zeitgeist wollten. In Dezentralität und Veränderung von unten begründete konstruktive Ansätze wurden stillschweigend aufgegeben. Anstatt Selbsthilfe für Menschen, die im herrschenden System an den Rand gedrängt werden, verkamen die Grünen zu einem Selbsthilfeprojekt für die eigenen Funktionäre. Nicht einmal mit ihrer eigenen Klientel, zu der ich auch gehörte, gingen sie ehrlich um: mit "Hartz IV" wurde auch und gerade qualifizierte und gebildete Menschen, für die auf dem Arbeitsmarkt kein Platz mehr war, qua Psychoterror der Jobcenter "zum Abschuss frei gegeben".
Es ist nicht das erste Mal, dass Menschen, die sich an bedeutender Stelle in einer politischen Bewegung engagierten, von Kleingeistern, Intriganten und Menschenschindern rausgemobbt wurden. Die Grünen sollen sich auch nichts auf Umfragewerte, Wahlerfolge und Regierungsposten einbilden. Das hatten andere Parteien auch schon, in denen Opportunisten und Kleingeister die Macht an sich rissen. Heute gibt es diese Parteien nicht mehr ... bis es bei den Grünen so weit ist, kann man sich die Zeit mit Frau Dithfurths Buch vertreiben.