Ich habe mir diese CD aus Neugierde zu Gemüte geführt und mich intensiv damit beschäftigt, damit mir niemand den Vorwurf machen kann, oberflächlich über die Kastelruther Spatzen urteilen zu können.
Klar, diese Musikrichtung ist eigentlich nicht nach meinen Geschmack, doch bin ich auch grundsätzlich für jede Musikrichtung offen und finde das es wunderschöne alte Volkslieder gibt. Genauso gibts auch flotte neue Volksmusik, die einfach ganz witzig ist und, wenn man in der richtigen Stimmung ist (spätestens nach ein paar Weizen), auch gut abgeht.
Bei den Kastelruther Spatzen fehlt beides komplett. Sie haben weder legendäre Songs, noch Titel die tatsächlich abgehen. Wie bei den meisten "großen" Volksmusikkapellen sind sämtliche Harmonien komplett durchschaubar und abgedroschen.
Dasselbe gilt auch durch die Bank für die Texte:
Sie gehen, auch nach so vielen Jahren, leider nie über HerzSchmerz Reime hinaus. Liest man sich die Texte durch könnte man maximal meinen, sie stammen aus der Feder eines 12 jährigen mit eventuellem Potiental.
Die Kastelruther Spatzen würden ach so gerne zum Nachdenken anregen, doch schaffen es nicht wirklich. Wie kann man diese Texte ernst nehmen? Die Themen die die Band anschneidet sind ja wirklich lobenswert: Zum Beispiel wird bei "Jonas, das Blumenkind" ein wirklich sehr ernstes und fürchterliches Thema aufgeführt: Krebs und Tod. Aber es liegen in sämtlichen Belangen 1000 Welten zwischen "Jonas, das Blumenkind" (bei dem sie nicht mal in der Lage dazu waren, es in FLorian Silbereisens Schow Live zu präsentieren. Tonband war scheinbar trotz des schlimmen Themas ausreichend) und beispielsweise "Herbert Grönemeyers "Der Weg".
Mit dem Thema Innovation anzufangen lohnt sich hier erst gar nicht.
Auch die Produktion des Albums klingt künstlich, schnell eingespielt. Die Band ist scheinbar nicht mehr als ein Produkt, dass Geld einbringen soll. Doch das ist etwas grundsätzliches bei vielen bekannten Volksmusikbands.
Eine Band, die wirklich mit dem Herzen dabei ist, würde sich mehr Mühe geben und die ursprünglich ehrenwerte, traditionelle und echte Volksmusik nie so behandeln.
Herausgekommen ist bei "Ein Kreuz und eine Rose" ein Standartwerk neuer Volksmusik. Eins von zigtausenden. Der Erfolg gibt ihnen ...Unrecht. Schon jetzt steht das nächste Werk vor der Tür. Lassen wir uns überraschen. Eine Überraschung wäre allerdings, nach so vielen Jahren, eine Sensation.