Ein sehr guter, gründlich recherchierter Wanderführer mit zahlreichen lohnenden einsamen Touren. Spezielle Hinweise sind fast ausnahmslos hilfreich und zutreffend. Größtenteils hervorragend gemacht und absolut empfehhlenswert.
Aber trotzdem ein mahnender Zeigerfinger aufgrund eigener Erfahrungen an alle, die die Touren laufen wollen: Für die im Buch als wenig begangen gekennzeichneten Touren sollte man eine gute Portion Abenteuergeist, Orientierungssinn und manchmal auch starke Nerven mitbringen. Das sage ich als erfahreren Outdoorer und nicht als Sonntagsausflügler, der vom Parkplatz zum nächsten Café "wandert". Wer sich zu letzterer Gruppe zählt, sollte die einsamen Touren halt meiden.
Anders als in Deutschland findet sich auf diesen teils mehrstündigen Touren meist kein einziger Wegweiser. Andererseits bin ich der Meinung, dass die Übersichtkarten im Führer durchaus ausreichen, um den Weg zu finden. Allerdings nicht um jede Abzweigung usw. sofort zweifelsfrei zu erkennen. Ein Fernglas kann dann sehr hilfreich sein.
Weiterhin sollte man nicht auf die Idee kommen, die Wanderungen in umgekehrter Reihenfolge zu gehen. Denn dann hat man keine Chance, die beschriebenen Wegmarkierungen zu finden.
Prinzipiell habe ich zwei Anregungen an den Autor für eine Überarbeitung. Erstens, auf manchen Touren sind selbst direkt vom Dorf aus die Startpunkte nach der Wegbeschreibung nicht auf Anhieb zu finden und es bleibt nichts anderes übrig, als nach der Übersichtskarte sich in die vermutete Richtung durchzuschlagen, bis nur noch ein Weg übrig bleibt. Zweitens sind die Wegmarkierungen (z.B. halbes Fass oder ähnliches) manchmal nur nach längerem Suchen zu finden, weil bspw. inzwischen dort ein Busch gewachsen ist. Gleiches gilt für die zahlreichen zu durchquerenden Gatter, die erkennt man auch erst, wenn man davor steht. Allerdings hilft eine genauere Beschreibung hier auch nicht viel. Besser wäre es, wenn diese zumindest farblich markiert wären. Vielleicht liegt es im Rahmen der Möglichkeiten des Autors, die Kreter vor Ort davon zu überzeugen.
Wenn man sich also vorher geistig darauf einstellt, sich den Weg notfalls mal selbst zu suchen, steht unvergesslichen Wanderungen nichts mehr im Wege.