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Krematorium
 
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Krematorium [Gebundene Ausgabe]

Rafael Chirbes , aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [116kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Kunstmann, Antje, Verlag; Auflage: 3 (3. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888975212
  • ISBN-13: 978-3888975219
  • Originaltitel: Crematorio
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 288.552 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Ein beeindruckendes Buch! (BR Büchermarkt)

Kurzbeschreibung

» Krematorium ist einer der besten spanischen Romane der letzten zehn Jahre. Eine brillante Analyse des wilden Kapitalismus unserer Zeit.« La Vanguardia »Rafael Chirbes vertraut der sozialen Funktion von ?Literatur, ihrer Fähigkeit zur Verständigung. Solange er schreibt, ist die Welt nicht verloren.« Erich Hackl
Matias ist gestorben, der charismatische jüngere Bruder des erfolgreichen Bauunternehmers Rubén Bertomeu, in seiner Jugend ein Anhänger revolutionärer Gewalt, später wie seinem Bruder zum Trotz ein Ökobauer. Mit dem Tod von Matias setzt ein vielstimmiger Chor ein: Da ist Rubén, der Sozialist und Bauunternehmer, der auf sein Leben zurückblickt, in dem jedes Ideal für Geld und Erfolg geopfert wurde. Da ist seine zweite Frau Monica, blutjung und karrieregeil, mit unbedingtem Aufstiegswillen. Und seine Tochter Sylvia, eine Kunsthistorikerin, gefangen in einer freudlosen Ehe mit dem arroganten Professor Juan Mullot. Sie alle profitieren von Rubéns Reichtum, gleichzeitig verachten sie ihn. Rubéns Kindheitsfreund, Federico Brouard, ist als Schriftsteller gescheitert und verbringt seine letzten Tage im Suff, Ramon Collado ist Rubéns Mann fürs Grobe. Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein grandioses Gesellschaftspanorama: die Familie als Ort des Besitzdenkens, die Zerstörun
g der Umwelt, Bauspekulation, schmutzige Geschäfte, Korruption, Drogen. Sexualität als Ware und gleichzeitig letzter Halt gegen die Auflösung jeglicher Verbindungen. Rafael Chirbes erzählt in »Krematorium« eine aus den Fugen geratene, von den Göttern verlassene Welt, in der keine Gewissheit mehr gilt, in der Werte, Wörter und Utopien leere Hülsen sind. Und doch ist dieser Roman ein Rettungsversuch: Aus der Erzählung der Widersprüche einer Ge?sell?schaft, die sich ganz dem Konsum und dem Mammon verschrieben hat, wird schmerzhaft deutlich, was wir verloren haben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einsame Klasse 3. September 2008
Von Apefred
Format:Gebundene Ausgabe
So ist das Leben. Man häuft Wissen an wie eine Elster, hört tausend Platten, liest ein Buch nach dem anderen, sieht Hunderte von Fernsehsendungen, blättert im Laufe des Lebens in Millionen von Zeitschriften, denkt nach, informiert sich, und dann stirbt man, und wenn man noch halbwegs klar ist, denkt man dabei bestimmt auch an all die verlorene Zeit" (Seite 390, Proust lässt grüßen) Bitte jetzt nicht von diesem Zitat deprimiert sein. Das Buch ist ein ganz großer Schatz und wenn ich mir einmal anmaßen könnte, von Weltliteratur zu sprechen, würde ich dieses Buch dazu zählen.
Das Buch handelt von den Schmerzen der Zeit, von der Vergänglichkeit, von der Sinnlosigkeit des Daseins und ist gleichwohl eine philosophische Meisterleistung. Ich kann nur den Hut ziehen vor so viel Belesenheit, Weltklugheit und Erkenntnis. Die Hauptperson" des Romans, der Architekt und Baulöwe Rubèn Bertomeo, jetzt weit in den Siebzigern, reflektiert sein Leben und hier vor allem sein Job als einer, der den Küstenstrich irgendwo zwischen Valencia und Almèria an der Mittelmeerküste so horrormäßig zu betoniert. Benidorm oder Torremolinos sind sicher die Topadressen dieser Landschaftsverbrechen, aber Rubèn versteht es, sich zu positionieren. Er zieht grade, pragmatische Konsequenzen in und aus seinem Leben und steht so meilenweit, weil durch diverse Umstände bei den anderen Protagonisten die Bodenhaftung fehlt, über den Dingen. Es macht ihn auch nicht unsympathisch, wenn er seinen Mann fürs Grobe, Roman Collado, durch einen fingierten Unfall, mafiös ausschaltet. Collado ist einer der großen Loser im Umfeld des Magnaten Bertomeo, ebenso wie sein früherer Kampf- und Weggefährte Frederico Brouard, der sich als schwuler Säufer, mit zweifelhaften literarischen Erfolgen, die Birne am Ende seines Lebens zudröhnt. Warum Krematorium? Irgendwie sind alle auf dem Weg zu dieser Feuerbestattung, denn Matìas ist gestorben, der jüngere Bruder von Rubèn. Durch dessen Tod stellt sich alles in Frage und jeder reflektiert und muss sehen, wie er nun zurecht kommt. Sylvia, unglückliche Tochter von Ruben mit ihren schwachbrüstigen oder schon crackigen Kindern; Sylvias Mann Juan, eitler Literaturprofessor und Brouard, der suizidale Schriftsteller; keiner kann dem großen Rubèn Bertomeo das Wasser reichen. Außer vielleicht Monica, die Vertreterin des neureichen Spaniens, ausgestattet mit einer Vorliebe für Marken und teuren Nippes und über 40 Jahre jünger als Rubèn, erst seine Geliebte und jetzige Ehefrau. Zielsicher geht sie Ihren Weg, den alle nie wirklich gefunden haben und sie weiß genau wo, mit welchen Mitteln, sie z.B. Sylvia fertig machen kann. Das alles vor dem Hintergrund, einer hitzedurchsiedeten, kaputten Küste, bei dessen Beschreibung es fast schon schwer fällt, zu atmen. Dazu noch die stetige, zunehmende Einflussnahme des russischen Geldes, das, wie wir wissen, unerschöpflich scheint. Verloren die Zeit der einsamen Strandspaziergänge mit tiefen, ruhigen Gesprächen, keine spanische Taverne mehr mit mediterraner Leichtigkeit - nur stickige, staubige Luft, erfüllt von Baggern und Raupen, die letzte Olivenhaine planieren um eine Illusion aufrechtzuerhalten: das Häuschen am Mittelmeer. Vergessen wir es. Der Roman ist prall, obsessiv und sexdurchtränkt. Der Roman ist hoch philosophisch hoch intellektuell. Der Roman ist eine Reise durch die Kunst-, Architektur und Musikgeschichte. Der Roman ist einsame Klasse.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein moderner Roman 6. Dezember 2008
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Politische Analyse, psychologische Studie, Kapitalismuskritik, Gesellschaftspsychogramm - und ein ausgezeichneter Roman. Messerscharf und geschliffen schildert Rafael Chirbes das Geschehen im erfundenen Misent, Vorhölle und Paradies zugleich. Chirbes ist ein detailgenauer Beobachter und glänzender Erzähler. Und so ist - ohne die ganze Geschichte erzählen zu müssen - dieser wunderbare Roman auch ein Stück Abenteuerlektüre. Und er ist im Gegensatz zu vielen Romanen, die gern das Etikett "modern" vor sich her tragen, wirklich ein moderner Roman. Mit Nachhaltigkeit.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Böse, sehr böse 22. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
"Krematorium" ist der beißendste Roman, den ich bisher von Chirbes gelesen habe. In der vorher gehenden Rezension wurde schon beschrieben, wovon dieser Roman handelt. An den Pranger gestellt wird Korruption, die mittlerweile selbstverständlicher Teil des Geschäftsgebahrens ist, Konsequenz des herrschenden Turbokapitalismus. Ökologie und Umweltschutz sind "schicke" Themen, aber wenn es um die Umsetzung geht, bleibt es bei Lippenbekenntnissen. Umsetzung würde Einschränkung, Verzicht bedeuten. Dazu ist niemand wirklich bereit, schon gar nicht, wenn das Verzicht auf Luxus und Bequemlichkeit bedeuten würde.
Das einzig erstrebenswerte Ziel von jedem, egal aus welcher sozialen Schicht scheint Geld zu sein, viel Geld. Diese Verlockung läßt jede Moral und jedes Rechtsbewußtsein verblassen.
Gleichzeitig wird gezeigt, daß mehr als 30 Jahre Frauenbewegung offenbar nichts daran geändert haben, daß Frauen immer noch meinen, ein schöner Körper ist das Wichtigste und ohne ihn sind sie "nichts wert".
Schonungslos wird jedoch auch die Kehrseite gezeigt, die scheinbar banale Weisheit: "Geld allein macht nicht glücklich!" - vieles ist kaputt, unter Umständen eine ganze Gesellschaft.
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Er mag ja richtig liegen mit all seinen Anklagen, der Herr Chirbes.
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Veröffentlicht am 19. Januar 2009 von F. Martin
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