Der Vierteiler „Der Kreis der Dämmerung" von Ralf Isau behandelt das gesamte 20. Jahrhundert. Alle wichtigen Geschehnisse in dieser Zeit werden hier in eine atemberaubende Fantasy-Geschichte verpackt:
Es geht im Grunde genommen um einen Geheimzirkel mit dem Namen „Kreis der Dämmerung", der durch hinterlistige Intrigen die Welt im Laufe eines Jahrhunderts in den Untergang treiben will. Nur eine Person kann diesen Plan noch zunichte machen: David Camden! Schon bei seiner Geburt in Tokyo am 1. Januar 1900 prophezeit die Hebamme seinen Eltern (englische Botschafter), dass er ein sogenanntes "Jahrhundertkind" ist. David hat schneeweiße Haare und besitzt zudem mehrere Gaben, die ihm im Laufe seines Lebens sehr viel wichtiger werden, als sie zunächst erscheinen: Er kann die Farben von Gegenständen verändern, Ereignisse verzögern oder Dinge in naher Zukunft vorhersehen (vor allem letzteres hat ihm mehrmals das Leben gerettet.) Er schafft es auch leicht, Menschen für sich zu gewinnen und von seinen Ansichten zu überzeugen.
Außerdem weiß David als Jahrhundertkind, das er genau am ersten Tag des neuen Jahrhunderts sterben wird. Bis dahin muss er es schaffen, seine Bestimmung zu erfüllen.
Während er Informationen zu dem Geheimzirkel sammelt, geraten David und enge Freunde und Verbündete von ihm mehrmals in Gefahr.
Lange Zeit bin ich um diese Bücher herumgegangen, weil sie mir als zu langatmig und nicht sehr interessant erschienen. Als ich mich schließlich dazu durchgerungen hatte, den ersten Band zu kaufen und (einen Monat später) zu lesen, war ich begeistert und habe mich gleich darauf auf den zweiten Teil gestürzt!
Der erste Band setzt nicht bei Davids Geburt ein, sondern erzählt zunächst von einem gewissen Jeff Fenton im Jahre 1882. (Welche Verbindungen er zu David hat, wird erst ein wenig später offenbart.) Der zu dem Zeitpunkt 14-Jährige entdeckt den Geheimzirkel und findet dessen Absichten heraus.
Erst danach wechselt die Perspektive zu dem Jahrhundertkind.
Mir haben die Bücher sehr gut gefallen. Sie sind sehr abwechslungsreich und behandeln fast jedes Gebiet, das in Büchern vorkommen kann. Von den Schilderungen des ersten Weltkrieges bis hin zu Davids Liebe zu Rebekka (eine Jüdin, die David in Frankreich während des Krieges kennen lernt und später heiratet) ist in der Geschichte alles enthalten.
Was mir auch sehr gefallen hat, waren Verbindungen zu Personen, die in dieser Zeit gelebt haben. David unterhält sich während eines Aufenthalts in Oxford zum Beispiel mit Tolkien, der gerade plant, ein Buch mit Namen „Herr der Ringe" zu schreiben!
Das Buch ist schön geschrieben, auch wenn man sich erst einmal einlesen muss. Mir kam es zu Beginn zum Beispiel ein wenig seltsam vor, dass viel indirekte Rede benutzt wird. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und kann die - zugegebenermaßen ziemlich langen - Bücher relativ schnell durchlesen.
Sie sind es auf jeden Fall wert!