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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
In der Hölle, 6. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Krebsstation. Buch I (Taschenbuch)
In "Krebsstation" verarbeitet Solschenizyn seine eigenen Erfahrungen; nachdem er aus dem Lager entlassen wird, verbringt er drei Jahre seines Lebens in der Verbannung in einem Taschkenter Krankenhaus auf der onkologischen Station, wo sein Krebsleiden behandelt wird. Die Hauptpersonen des Buches sind eine durch die ständige Präsenz des Todes aneinandergefesselte Gesellschaft: Patienten, Ärzte, Funktionäre und Häftlinge, Denunzierte und Denunzianten. Das Krankenhaus ist ein Mikrokosmos, in dem alles aufeinandertrifft und niemand ausweichen kann. Erschreckend sind die Beschreibungen der Behandlungsmethoden - die Geschichte spielt Mitte der fünfziger Jahre, wo einfach wild drauflos experimentiert wurde. Im Laufe der Lektüre wird immer mehr deutlich, daß der Krebs nur eine Metapher für den desolaten Zustand der sozialistischen Gesellschaft sein soll. Kein Wunder, daß der Roman in Rußland nicht erscheinen durfte. Für das Verständnis der Geschichte Rußlands ist das Buch ein unerläßlicher Baustein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Handlung ist dem Mensch gewidmet, nicht dem Krebs, 31. Januar 2000
Rezension bezieht sich auf: Krebsstation. Buch I (Taschenbuch)
Ein Buch, das vom ersten Moment an in den Bann zieht. Solschenizyn läßt mittels seiner einmaligen spielerischen Erzählweise seine Romanfiguren im Umfeld einer russischen Krebsklinik wirken und erzählt dabei ein Stück seines eigenen Lebens. Da sich die Handlung vorwiegend im mit männlichen Krebspatienten vollgestopften Krankenzimmer jener Klinik abspielt, lernt der Leser bald die unterschiedlichen Charaktere der Patienten, ihre Sorgen, Hoffnungen, ihre Gedanken und ihr Vorleben kennen. Faszinierend, wie der einst unter Sowjetherrschaft verbannte Schriftsteller seine Personen vorstellt, wie er dem Leser ihre Gedanken verrät; wie er ein Geflecht von sozialen Strukturen entstehen läßt, in die sogar das Pflegepersonal eingebunden ist. Nein, diese Patienten passen wirklich nicht zusammen - aber sie müssen es miteinander aushalten, auf Gedeih und Verderb. Und letzterer naht mit großen Schritten: besonders hat es den verdienten Parteifunktionär erwischt. Als wäre es nicht schon genug, den Krebs besiegen zu müssen, verschlingen beispielsweise die ständigen Meinungsunterschiede und die daraus resultierenden Streitigkeiten mit jenem Verbannten, der bald als geheilt entlassen wird, seine letzten Kraftreserven. Es ist kein trauriges Buch, worauf der Titel schließen lassen könnte, vielmehr ein menschliches. Und so freue ich mich auf „Krebsstation 2"
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitlos brilliant!, 15. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Krebsstation. Buch I (Taschenbuch)
Lese gerade Solschenizyns "Krebsstation". Ich liebe dieses Buch, verstehe noch die leiseste Regung der Handelnden bis ins Detail. Eine stille Feier der Humanität. "Wofür man lebt" (Buchzitat), hier findet man es. Liebe, Verrat, Freude, Trauer, Humor, Verzweiflung, Hoffnung, Menschlichkeit ... aber auch DIE uns alle einende Gewissheit. Was manche religiöse, politische oder philosophische Systeme in hunderten von dicken Bänden zu erklären versuchen, spricht hier - liebevoll, unaufdringlich - von der ersten bis zur letzten Seite zum Leser. Und das Beste? Jeder dürfte in der Lage sein, es wirklich zu verstehen. Bravo, Herr Solschenizyn! Und Danke!
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