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Der Autor Thomas Böhm setzt sich in aller Härte mit den Grenzen der Chemotherapie auseinander und stellt die Frage, ob die medizinische Forschung nicht jahrzehntelang den falschen Feind bekämpft hat. Nach seiner Erkenntnis besteht die Lösung in der Krebstherapie darin, die Blutversorgung zu unterbinden, sodass die entarteten Zellen zugrunde gehen. Als Therapiealternative wird die Methode der Angiogenese-Hemmung detailliert vorgestellt und erläutert.
Dieses für Laien, aber auch für interessierte Mediziner geschriebene Buch ist Anklage und Hoffnungsmacher zugleich. Durch die engagierte Aufklärung kann es Krebskranken viel von ihrer Unsicherheit nehmen. Es ist aber auch ein Appell an Fachleute, sich der Kritik zu stellen und alte Dogmen zu überdenken. --Signal, 3/2008
Mediziner Thomas Böhm aus Spielberg stellt sich mit seinem Buch gegen althergebrachte Methoden
Zehn Jahre hat Dr. Thomas Böhm in der Krebsforschung verbracht. "Nun endlich nach relativ langer Inkubationszeit ist meine Sicht über Krebs und Krebsbehandlung in Buchform zusammengefasst." Seine Sicht über Krebs geht aber keineswegs konform mit existierenden Behandlungsmethoden: "Seit Beginn der Krebsforschung in den 50er-Jahren konzentrieren sich die Wissenschaftler auf die Tumorzelle. Dabei ist dieser Bereich nur ein Teil des Problems, und aus meiner Sicht nicht der wichtigste."
Böhm konzentriert sich in seinen Ausführungen auf die Angiogenesehemmung. Angiogenesehemmer verhindern die Bildung von neuen Blutgefäßen in soliden Tumoren. Sie nehmen dem Krebs damit seine Lebensgrundlage - der Krebs "verhungert". Das Buch geht auch der Frage nach, warum Chemotherapie und Immuntherapie eigentlich nicht funktionieren können. Gleichzeitig erklärt er, warum die Angiogenesehemmung das rationalste, eleganteste und vielversprechendste Konzept im Kampf gegen die soliden Krebsarten ist.
Aufgebaut ist dieses Buch von Thomas Böhm auf dem Lebenswerk von Dr. Judah Folkman. Drei Jahre lang hatte Böhm bei dem Wissenschaftler an der Kinderklinik der Medizinischen Fakultät der Harvard Universität in Boston, USA, gearbeitet. "Folkman hat bereits 1971 sein grundlegendes Konzept zur Angiogenesehemmung veröffentlicht", so Böhm. "Die Arbeit wurde anfangs von Wissenschaftlern nicht ernst genommen. Der Durchbruch gelang dem Dozenten der Harvard Universität erst Mitte der 90er-Jahre."
Im Gegensatz zu Folkman richtet sich Böhm mit seinem Buch aber nicht an die Wissenschaft. Er möchte Laien ansprechen. Entsprechend verständlich hat er die komplizierten medizinischen Zusammenhänge formuliert. Der Mediziner mahnt aber auch vor blindem Vertrauen in die Ärzteschaft. "Ich ermutige Patienten zu mehr Misstrauen. Immerhin sind ja auch die Onkologen nicht glücklich mit ihrer Situation. Sie müssen eingestehen, dass sie ihren Patienten nicht zufriedenstellend helfen können", sagt Böhm.
Nach Medizinstudium vier Jahre in Boston gearbeitet
Nach der Matura im Stift Melk 1985 hat sich der Spielberger nach dem Medizinstudium der Krebsforschung gewidmet. Drei Jahre lang hat er am Institut für Molekulare Pathologie in Wien als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Dr. Kim Nasmyth gearbeitet. "Bei dieser Arbeit habe ich gemerkt, dass die Bekämpfung der Tumorzellen der falsche Ansatz ist. Bei meiner Suche nach einem alternativen Ansatz bin ich auf Judah Folkman gestoßen", erzählt Böhm. Mit einem Stipendium des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ist er 1995 nach Amerika gezogen. Bis Ende 1999 hat er den im Jänner 2008 verstorbenen Folkman als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterstützt (...) --Niederösterreichische Nachrichten, 29.4.2008
- Was ist Krebs und was ist er nicht?
- Wie wird er traditionell behandelt?
- Warum können Chemotherapie und Immuntherapie nicht funktionieren?
- Ignorieren die Forscher fundamentale biologische und physikalische Grundgesetze?
- Was ist und wie funktioniert Angiogenese-Hemmung?
- Ist sie das Behandlungsparadigma der Zukunft? Erste Erfolge mit Avastin und Nexavar belegen das und berechtigen zu weiteren Hoffnungen.
- Warum wurde dieses Behandlungskonzept über vier Dekaden weitgehend vernachlässigt?
- Welche Strukturen und Prozesse haben eine frühere Anerkennung verhindert?
Dieses Buch ist das erste im deutsch- wie im englischsprachigen Raum, das sich offen und ehrlich mit den Limitationen von Chemotherapie auseinandersetzt. Es beschreibt detailliert das Angiogenese-Konzept als die wohl beste, der Autor meint sogar: die einzige Lösung für das Krebsbehandlungsdilemma.
Dieses Buch versucht ein paar Missverständnisse zu (er)klären. Neue Ideen, auf welchem Gebiet auch immer, hatten und haben zu allen Zeiten einen schweren Stand, sich gegen das so genannte Bewährte durchzusetzen. Das liegt allerdings weniger an der Qualität der alten Konzepte als vielmehr an deren Interessensvertretern. Sie verteidigen natürlich verbissen ihr Terrain, in das sie oft Jahre ihres Lebens investiert haben.
Dieses Buch ist auch ein Appell, alte Dogmen zu überdenken, die keine neuen Erkenntnisse mehr liefern, und sich neuen, hoffnungsvolleren Ansätzen zu öffnen. In diese sollte entsprechend investiert werden - im Sinne des Patienten, für den letztlich nur die Verbesserung seiner Lebensqualität und die Lebensverlängerung zählen.
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