Zunächst mal ist das Buch sehr dick, knapp 700 Seiten und es enthält dermaßen viele Informationen, dass es schwer wird eine gerechte Rezension abzugeben, da ich zwangsläufig wichtige Teile auslassen muss.
Es wird nur sehr selten im Buch wiederholt und die Informationsdichte ist enorm, aber alles in sehr eingängiger Sprache, also nicht akademisch verklausuliert. Nichtsdestotrotz sind die Informationen alle absolut korrekt.
Das Buch richtet sich meines Erachtens an Leute die noch nie was über das Geldsystem gehört haben, wie auch an fortgeschrittene, die sich schon länger damit auseinandersetzen. Ich kann mir nur wenige Leute vorstellen, die aus diesem Buch nicht sehr viel lernen.
Es behandelt nicht nur die technische Seite des FED-Geldsystems, sondern geht in die Geschichte bis zu 400 Jahre zurück um die gesamte Entwicklung des Geldsystems aufzuzeigen. Es beschreibt was Geld überhaupt ist (und dies übrigens sehr gut und einleuchtend) und es beschreibt auch die Auswirkungen der verschiedenen Geldsysteme. Es beschränkt sich also nicht nur auf das FED-System.
Um das FED-System jedoch richtig einordnen zu können muss man natürlich die alternativen Geldsysteme kennen und verstehen und dies ermöglicht einem der Autor sehr gut, da er auch andere Geldsysteme sehr gut erklärt.
Das Buch beginnt mit dem scheinbaren Mythos des geheimen Treffens auf Jekyll Island, bei dem sich die damals wichtigsten Banker (u.a. Morgan, Vanderlip, Strong) trafen um das FED-System zu planen und dessen Einführung zu besprechen bzw. wie man den Kongress von der Wohltätigkeit dieses Systems überzeugen könne. Inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, auch Alan Greenspan spricht davon, dass die FED auf Jekyll Island ersonnen wurde.
Der Autor zeigt in seinem Buch nun die vielen verschiedenen Gründe für die Abschaffung des FED-Systems auf und gibt nach jedem Kapitel eine Zusammenfassung.
Er erklärt was das Treffen auf Jekyll Island zum Ziel hatte , nämlich ein staatlich legitimiertes Privatkartell. D.h. den Großbanken wurde die Konkurrenz der kleinen Banken zuviel und daher 'erbaten' sie beim Kongress und der Regierung um eine staatliches Zwangssystem bei dem die Teilhaber am Jekyll Island-Treffen die größten Profiteure sind.
Die Mechanismen dieses FED-Systems werden wirklich außerordentlich gut erklärt. Der Bailout-Mechanismus für das der Steuerzahler aufkommt, der Mandrake-Mechanismus und dessen Folge die versteckte Steuer namens Inflation, das Absichern der Banken durch die Bevölkerung z.B. bei sehr großen Darlehen an Entwicklungsländer oder Unternehmen (d.h. die Banken lassen sich vom Kongress rückversichern falls z.B. Mexiko mal nicht zahlen sollte), der Schutz vor Bankruns durch die Ausschüttungen der Zentralbank und dem FDIC (welcher allerdings überflüssig ist).
Er beschreibt das Zusammenspiel von Bankerelite und Politik. Die Politik ist daran interessiert dieses System (Schaffung des Geldes aus dem Nichts) aufrecht zu erhalten, da sie nunmehr nicht mehr Steuern einziehen muss, sondern einfach sie Geld bei den Banken ausleiht, welches diese aus dem Nichts schaffen, womit garantiert ist, dass immer genug da ist und die Politiker auch die wildesten Versprechungen erfüllen können. Die Politik spekuliert darauf, dass der Bürger das System nicht versteht und nicht erkennt warum die Inflation immer größer wird und somit die Kaufkraft immer geringer und das Geld entwertet wird.
Es werden sehr schön die Zusammenbrüche einiger großer Banken beschrieben.
Auch die Gründe die zur Depression bzw. zum Crash von 1929 führten sind sehr gut beschrieben (u.A. die 'Rettung' der Bank of England durch die FED durch Geldüberflutung des amerikanischen Marktes zum Vorteil für England)
Er spricht auch über die 'Neue Weltordnung', den CFR, IWF und Weltbank und deren Ziele eine Weltzentralbank mit einer Weltwährung zu erzwingen.
Sehr schön wird auch das Problem der Entwicklungshilfe beschrieben, bei dem FED-Banken große Gelder an 3. Welt Länder verleihen. Hört sich erstmal gut und moralisch an, jedoch lassen sich die Banken vom Kongress versichern (entweder davor oder nachdem die Darlehen nicht zurückgezahlt geworden sind) dass die nicht zurückbezahlten Darlehen der US-Steuerzahler übernimmt (das also die USA an die 3. Welt Länder Geld zahlt, damit diese wiederum dieses Geld an die Banker zahlen), d.h. die Banken haben bei diesen Riesendarlehen kein Risiko, streichen die Zinsen ein, gewinnen politischen Einfluss in den Nehmerländern und die Nehmerländer profitieren noch nicht einmal von den Krediten, da sie meist an korrupte Staatsführer gehen und das Land in Verschuldung versinkt.
Es werde vier verschiedene Geldarten beschrieben: Werte-Geld, Empfangsgeld (Quittungsgeld), Papier-Geld, Unbedeutendes Geld. Sehr gut um die Natur des Geldes zu verstehen.
Der Autor geht sehr gut auf die herrschenden Bankerfamilien aller Epochen ein, also wer das Sagen hatte.
Auch sehr interessant sind die aufgezeigten Zusammenhänge der Kriegseintritte z.B. der USA in den ersten und zweiten Weltkrieg. Das Beispiel des Eintrittes der USA in den 1. Weltkrieg zeigt auf besonders anschauliche Art dass der Eintritt auf Drängen der Banker geschah. Die Versenkung der Lusitania (der Grund für den Kriegseintritt) war von langer Hand von den Bankern und Politikern der USA geplant. Das alles geschah, da England und Frankreich sich sehr viel Geld z.B. vom Banker Morgan liehen für die Kriegsmaschinerie. Als jedoch Deutschland drohte den Krieg zu gewinnen und somit die Kredite drohten niemals wieder zurückgezahlt zu werden, mussten sich Morgan und Co. Gründe ausdenken Amerika mit in den Krieg zu ziehen um England zum Sieg zu verhelfen, damit die Kredite zurückgezahlt würden. Die USA als Staat konnten England und Frankreich nicht finanziell unterstützen, solange sie neutral waren und nicht ebenfalls im Krieg gegen Deutschland, da dies gegen Kriegsgesetze verstoßen hätte. Präsident Wilson arbeitete zuerst hinter den Kulissen, dann ganz offen, mit Morgan zusammen und plädierte dann auch für Krieg.
Die USA traten nun durch das von den US-Bankern und Wilson (und auch House, seinem Helfer) geplante Ereignis der Versenkung der Lusitania durch die deutschen in den Krieg ein und nun konnte der US-Kongress Geldzahlungen an England und Frankreich erlauben, welche dann von denen benutzt wurden um z.B. Morgan auszuzahlen.
Der Eintritt der USA in den Krieg geschah also im Wesentlichen um die US-Banker auszuzahlen.
Auch werden sehr schön die Machtspiele zwischen der Politik und dem Bankensystem beschrieben, z.B. der Kampf Andrew Jacksons gegen das ungedeckte Geld der Zentralbanken.
Es ist zuviel verlangt, die Inhalt angemessen zu beschreiben. Jeder der sich für das Banken- und Geldsystem interessiert sollte das Buch lesen.
Der Autor spricht sich übrigens stark für einen freien Geldmarkt aus, ohne staatliche Regulierung und seine Argumentation ist sehr einleuchtend, da er auch im ganzen Buch beschreibt, welche Auswirkung staatliche Eingriffe und Gesetze in den freien Markt haben.