Geht man nur auf die Produktion - dann ist das ein erstklassiges Hörspiel. Sounds und Geräusche auf höchstem Ohrkinoniveau. Bei den Kampfszenen kracht es ordentlich, die richtige Stimmung kann jederzeit erzeugt werden. Die Musik ist sehr rockig, das ist eine Geschmackfrage, passt aber zu jeder Zeit. In all diesen Belangen kann der Daumen gen Himmel gereckt werden. Auch die beteiligten Schauspieler und Sprecher machen einen ordentlichen Job. Keiner klingt lustlos oder hölzern. Die Regie hat aus jedem das Bestmögliche rausgeholt. Bekannte Stimmen wie Ranja Bonalana, Martin Kessler, Bodo Primus oder Walter Gontermann liefern glaubhafte Performances ab. Also eine Supersache. Oder doch nicht? Nun, es gibt einen Pferdefuß. Und zwar ist es die Handlung, die die Höchstnote verhindert. Denn die ist doch sehr dürftig. Ob dies an einer schlechten Buchvorlage oder einer schwachen Umsetzung derselben liegt, kann ich nicht beurteilen, da ich die Romane nicht kenne. Auf jeden Fall passiert in den eigentlich recht knackigen 46 Minuten einfach zu wenig. Die Charaktere bleiben blass, es zieht sich alles ohne Höhepunkte dahin. Die Zusammenhänge mag man zudem nicht begreifen. Ich hoffe auf die zweite Folge. Vielleicht bringt die etwas mehr Klarheit zutage. So ist es eine Topproduktion, die leider am wichtigsten krankt: An der Geschichte.