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Kundenrezensionen

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am 23. Mai 2010
Kulturwissenschaften bilden, je nach Hochschule mehr oder weniger stark gewichtet, die theoretische Grundlage für Designstudiengänge. Ein Aspekt ist die Psychologie. Leser, die im Hinblick auf den Untertitel "Psychologie für Designer" ein verschriftlichtes Seminar erwarten, werden überrascht sein. Zentrales Thema des Buches "Kreativität aushalten: Psychologie für Designer" ist der Workload, die täglich zu bewältigende Arbeitsbelastung, von Studierenden und Gestaltern in der Designpraxis, an Hochschulen, in Büros oder Agenturen.

Das Buch erfüllt die Erwartungen an ein gutes Buch über Design. Obwohl es nicht um Typografie, Illustration oder Formfindung geht, werden dennoch gestalterische Probleme beispielhaft gelöst, denn Frank Berzbach macht Vorschläge zur praktischen Gestaltung der täglichen Arbeitssituation im Studium und im Beruf. Insofern trifft der Titel "Kreativität aushalten" den Nagel auf den Kopf, denn viele erleben die Praxis an Hochschulen und in Büros als belastend.
Hier ein Beispiel: Schnell wird die Kritik über einen Entwurf zur Kritik an der Person des Gestalters. Diesen schmerzlichen Moment kennen alle Kreativen. Andererseits gehören Kritik und Korrekturen so sicher zum Designprozess wie das Amen in der Kirche. Frank Berzbach gibt praktische Hinweise zum Geben und Nehmen von Kritik in der Designparxis, die sich sofort umsetzen lassen.

Viele Situationen, die Frank Berzbach beschreibt, habe ich in ähnlicher Weise, rückblickend auf fünfundzwanzig Jahre Berufspraxis als Kommunikationsdesigner und Dozent, erlebt. Auszubildende und Studierende können anhand des Buches komplexe Zusammenhänge und Arbeitsabläufe des Designalltags verstehen und bewältigen lernen. Gestandenen Designern eröffnet der Autor, geordnet und präzise formuliert, interessante Perspektiven auf Bekanntes.
Kreativität aushalten: Psychologie für Designer
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am 10. Mai 2010
Als Freelancer, der seit Jahren den Spagat zwischen Home Office und Familie praktiziert und schmerzhaft erfahren musste, dass die sog. "Soft Skills" mindestens ebenso wichtig sind wie die gestalterischen und technischen Fertigkeiten eines Designers, ist dieses Buch eine großartige Entdeckung.

Jeder wird wissen, wie entlastend es ist, wenn man erfährt, dass man mit bestimmten inneren K(r)ämpfen und Konflikten nicht alleine ist, sondern dass solche Konflikte geradezu typisch für einen ganzen Berufsstand sind. Ob Dauermüdigkeit, mangelnde Selbstdisziplin, das Fehlen eines physisch erlebbaren Arbeitsweges oder Überforderung durch Freiheit: all die heißen Eisen, die jeder von zu Hause arbeitende Freelancer früher oder später anfassen muss, werden hier in aller Offenheit angesprochen und dabei vielfältige praktische Hilfen und Anregungen gegeben. Wer das eine oder andere Thema vertiefen möchte (die vorangegangenen Rezensionen bemängelten fehlenden Tiefgang, was ich so nicht bestätigen kann) findet am Ende des Buches eine umfangreiche Literaturliste.

Es ist das Verdienst des Autors, eine unterhaltsame und zugleich inhaltlich klar strukturierte Schrift zu einem Themenkomplex verfasst zu haben, der jeden Designer betrifft und doch immer wieder nur am Rande diskutiert wird. Das alleine rechtfertigt für mich die volle Punktzahl. Die hervorragende Gestaltung und sehr hochwertige Verarbeitung dieses Büchleins tun ein übriges dazu, dass ich dieses Büchlein immer wieder gerne zur Hand nehme.

Ein großes Dankeschön an Verlag, Autor und Buchgestalter für dieses tolle Druckwerk!
11 Kommentar|21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ob der Autor dieses Psychologiebuches den Designalltag wirklich aus nächster Nähe kennt, habe ich mich bereits nach den ersten Seiten gefragt. Und als die Skepsis wuchs, las ich mich durch seinen Lebenslauf. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner beschritt Frank Berzbach den zweiten Bildungsweg, studierte Erziehungswissenschaften, promovierte, war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen und lehrt seit 2006 Psychologie und Sozialwissenschaften an der ecodesign Akademie für Gestaltung in Köln. Aber in einer großen Kreativagentur war er nie tätig. Nicht dass dies zu den Voraussetzungen gehören würde, ein Psychologiebuch für Kreative schreiben zu dürfen. Doch an Orten, wo kreative Spitzenleistungen für das Überleben eines Unternehmens zwingend sind, geht es nur selten nach Lehrbuch zu und her. Oder man passt die Lehrbücher der Realität an. Und genau das macht Franz Berzbach meiner Meinung nach zu wenig. Wenn er einen Satz wie "Typisch, das sieht wieder einmal beschissen aus!" als den schlimmst möglichen Fall bezeichnet, dann ist das politisch vielleicht korrekt, aber deswegen nicht unbedingt hilfreich. Es stimmt einfach nicht, dass harsche Kritik immer kontraproduktiv wirkt, kreative Prozesse stoppt und Mitarbeiter zum Sprung über die Klippe verleitet. Wer aus nächster Nähe verfolgt, wie es in der Unterhaltungs-, Werbe- oder Kunstbranche abläuft, wird unweigerlich feststellen, dass es noch immer Meister-Schüler-Verhältnisse gibt, die wenig mit den schönen Kommunikations- und Kreativitätsmodellen der Akademiker zu tun haben. Zu behaupten, dass der autoritäre Führungsstil aus wissenschaftlicher Sicht nur Nachteile habe, ist weder besonders wissenschaftlich noch realitätsnah.

Welches Publikum Franz Berzbach vor Augen hat, wenn er von Designern spricht, weiß ich nicht genau. Wahrscheinlich dachte er beim Schreiben vor allem an Studenten, die an "seiner" Akademie Ausbildungslehrgänge für Kommunikations- und Produktedesign belegen. Das Bedeutungsfeld von Design kaum zu betreten, finde ich auch deshalb schade, weil Gestaltungsprozesse eng mit der Bearbeitung von Mustern zusammenhängen. Und damit wäre eine Brücke zu Ansätzen einer Psychologie gebaut, die Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften näher kommt als klassische Modelle. Zumal Berzbach ja ebenfalls kleinere Ausflüge in die Neurologie unternimmt. Allerdings stiften diese Exkurse eher Verwirrung, als dass sie klärend wirken. Und einige seiner Reiseberichte sind schlichtweg falsch oder beruhen auf veraltetem Kartenmaterial.

Ob mit dem Wissen, das Frank Berzbach in seinem kleinen Psychologiekurs vermittelt, der Traumjob des Designers nicht zum Alptraum wird, würde ich nach der Lektüre nicht garantieren. Aber wer diese Erwartung nicht hat, erfährt zumindest, was die traditionellen Modelle zu einigen Einsatzgebieten der Psychologen zu sagen haben. Dazu gehören: Kreativität, ihre Phasen und häufige Techniken - Motivation - Kommunikation - Zeitmanagement - Gruppendynamik - Führung - Arbeitsformen - Stress und Burnout - Work-Life-Balance.

Warum in einem Buch, das spezifisch auf kommunikative Prozesse und menschliche Wahrnehmung eingeht, gewisse Textpassagen mit Grün eingefärbt sind, bleibt mir ein Rätsel. Jedenfalls bewirkt dieser gestalterische Gag keinen Erkenntniszuwachs, sondern gehört zu den manipulativen Techniken, die im Text angeprangert werden. Und auch wenn sich das handliche Büchlein auf den ersten Blick von Konkurrenzprodukten unterscheidet, wird es unter Gestaltern nicht für Furore sorgen. Denn wer sein eigenes Handwerk beherrscht, erwartet mehr. Zumal es ja aus dem Hause Hermann Schmidt Bücher gibt, die tatsächlich als Mustervorlagen dienen können.

Mein Fazit: Dieses Buch fällt für mich unter die Kategorie "gut gemeint, aber nicht gut gemacht". Der Autor kennt durch seine Lehrtätigkeit an einer Akademie für Designer zwar die Ansprüche in solchen Berufen, nicht aber den beruflichen Alltag in Agenturen. Zumindest nicht aus nächster Nähe. Zudem geht er von psychologischen Modellen aus, die dem Unbewussten zu wenig Gewicht beimessen und die Realität menschlicher Verhaltensweisen nur ungenügend abbilden. Resultat: Ein schön verpackter Psychologiekurs, der sich aber zu wenig von bestehenden Varianten unterscheidet, um wirklich begeistern zu können.
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am 6. November 2010
Eigentlich hat der Autor recht, indem er die Erfahrung kundtut, dass jedem Berufsstand eine bestimmte Art des Denkens zu eigen ist. Die Werbewelt ist oftmals oberflächlich; technisch geprägt durch unreflektierte Schnelligkeit und dumpfe Auftraggebermacht. So auch dieses Buch. Leider setzen die Rezepte des Autors nicht oben an der Ursache, sprich dem Auftraggeber, an, sondern eher bei den getriebenen Kreativen. Sich in die psychologische Ecke der verschiedenen Auftraggeber-Typen hineinzuversetzen (der Cholerische, der Hektische, der Selbstbewusste, der Naive) hätte meines Erachtens einen größeren Mehrwert für das Buch erzeugt, als sich mit Fragen der Arbeitsatmosphäre oder -situation zu beschäftigen. Auch ein Rundumschlag an Zitaten und Verweisen machen das Buch nicht fundierter, da dem eigentlichen Symptom, der Macht des Geldgebers, nicht zu entkommen ist und dieser die Arbeitswelt nachhaltig bestimmt. (Mein Zitat wäre: Wess' Brot ich ess, dess' Lied ich sing.)
Leider erzählt mir der Autor nichts Neues. (Von daher ist das Buch vielleicht, aber auch nicht wirklich, eine Lebenshilfe für Studierende oder Berufseinsteiger.) Andererseits gibt es einige interessante Passagen, die zumindest zum Nachdenken anregen und das Dilemma der Werbewelt näher beschreiben. (Z.B. die Beschreibung des Mitarbeitertyps mit dem ewigen Helfersyndrom.) Gerade diese interessanten Einstiegsgedanken werden aber nicht näher und tiefsinniger im Text durchdrungen, stattdessen wird der Leser schon mit dem nächsten Zitat überfahren. So liegt es auf der Hand, dass bei dieser Art des Multitasking-Schreibens, die Oberflächlichkeit regiert. Auch hier hat der Autor recht: Multitasking (vor allem beim Schreiben) ist ein Angriff auf unser Gehirn, wenn zu viel unterschiedliche Gedanken auf den Leser einbrechen, und der Autor den Kernaussagen nicht nachgeht.
Wesentlich mehrwertiger finde ich da Bücher von Reinhard K. Sprenger (z.B. Mythos Motivation), die sich mit Arbeitsorganisation im Allgemeinen, aber auch mit den Defiziten der Sprache befassen. (Die Sprache ist ein unzureichendes Werkzeug, weil (be-)deutungsabhängig; deshalb ist außerordentliche Klarheit der Aussagen Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander z.B. zwischen Auftraggeber und -nehmer aber auch unter Kollegen.) -- Außerdem trifft der Film von Jan Kounen "39,90" (nach dem Skandalbuch von Frédéric Beigbeder), trotz seiner zynischen Überzeichnung, eher die Realität eines Agenturalltages, als 177 Seiten Inhalt dieses Buches. Zum Schluss aber doch noch ein Lob (hierfür der 2. Stern) für das Buch: Gestaltung und Druckwerk sind ansprechend gemacht. (Weniger die grünen Markierungen/Auszeichnungen innerhalb des Textes.)
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am 12. Juli 2012
Das Buch beschreibt viele Situationen, die man als kreativ Tätiger täglich erlebt. Und es gibt zahlreiche nützliche Hinweise.
Andere Rezensenten fanden den Preis zu hoch - das kommt mir kleinkariert vor. Geiz ist nicht geil - sondern dumm.
Eins möchte ich aber sagen: die Beschreibungen darin treffen ebensosehr auf die Software-Entwicklung zu. Man könnte überall "Designer" durch "Software-Entickler" ersetzen, und es würde den Alltag in meinem Büro ganz gut treffen.
Die Aufmachung ist anspruchsvoll, das Layout spannend. Die Überraschung fehlt vielleicht ein Wenig. Aber der Inhalt lohnt.
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am 21. Oktober 2014
Also ich find es nicht gerad empfehlenswert, alles wird angerissen und einiger Sachen scheinen mit ein bisschen Logik auch so verständlich zu werden. Ich hatte mir mehr erhofft, vor allem eine kleine Stütze für mein Designstudium. Stattdessen nur frust, nach anderthalb Kapiteln.
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am 8. Mai 2010
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich bin seit fast 25 Jahren in der Kreativbranche tätig und sage: Das es ein ideales Buch für Berufseinsteiger. Dieser Einstieg ist definitiv eine aufregende Angelegenheit. Da will man alles richtig machen und weiss aber definitiv nicht wie.

Junge Frauen und Männer, die das Glück haben endlich einen festen Job zu bekommen, haben meistens viele Praktikas hinter sich. Monate in denen sie für einen Hungerlohn gearbeitet und gehofft haben. Nun endlich im Job will man alles geben. Das ist Stress pur. Gerade in der Probezeit werden die Weichen gestellt und wenn man Frank Berzbachs Buch gelesen hat, kann man viele Fettnäpfen umgehen und Fallstricke frühzeitig erkennen.

Er schreibt verständlich und erläutert sein Konzentrat der angefügten Literaturliste mit einem charmanten Humor und langweilt nicht. Wer tiefer einsteigen will, weiss wo -> Literaturliste.

Das Buch ist nicht nur ein Ratgeber für Designer. Die Reibungspunkte sind in vielen Bereichen verblüffend ähnlich, wo immer wir auch arbeiten. Immer geht es um Kommunikation.

Und an alle alten Häsinnen und Hasen - mir hat eine Auffrischung nicht geschadet. Vieles weiß mal, klar, aber vieles vergisst man auch. Die Lektüre hält nicht auf und ich habe sie gestern einer Praktikantin gegeben - ich bin sicher, mein Leben wird jetzt leichter werden. ;-)

Wie ich oben gelesen habe, hat der Autor auch schon gearbeitet und nicht 'nur' studiert. Das beruhigt mich.

Eins noch: Völlig unwichtig! Das Buch ist total schön gemacht, das Format ist handlich (runde Ecken) und passt in jede Handtasche. Aber das nur nebenbei.
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am 6. Januar 2011
Berzbach beschreibt toll, was uns kreative Weltverbesserer antreibt und was zum Ausbrennen führt. Er hat ein 'Phasenmodell der Kreativität' definiert und das Kapitel 'Kreativität als Lebensform' spricht mir und den Designern, die ich kenne aus der Seele. Wenn man gerne arbeitet, in der Freizeit auch noch kreativ ist und nie für Ruhe und Ausgleich sorgt, dann schafft man das ein paar hervorragende Jahre lang. Leider dauert eine Burnoutphase, die die meisten schon mal erlebt haben, dann traurige 1-3 Jahre.

Das Buch enthält sehr konsequente Überlegungen zu Alltagssorgen von Designern, wie man mit fordernden und änderungs"süchtigen" und damit unkalkulierbaren Kunden umgehen kann, wie man sich als Teamarbeiter organisiert und schützt, wie man als Selbständiger auch kaufmännisch denken kann.

Dieses Buch wäre als Pflichtlektüre für Studenten und Gründer ein perfektes Geschenk.
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am 7. November 2010
Psychologie für Designer" - bei einem solchen Buchtitel denkt man ein typisches großformatiges Lehrbuch zur visuellen Wahrnehmung und erwartet sogleich die altbekannten Bilder - Beispiele für die Gesetze der Gestaltpsychologie, Illustrationen zur Sinnesphysiologie, optische Illusionen. Doch das Buch, das diesen Untertitel trägt, liefert nichts von dem. In der Aufmachung wirkt es eher wie ein Notizbuch und enthält nur wenige Grafiken. Der wichtige Hinweis ist dabei der eigentliche Name des Buches: Kreativität aushalten".

Denn dem Autor Frank Berzbach geht es um ein ganz anderes Thema als die visuelle Gestaltung: Wie kann die Psychologie helfen, die Arbeit von Designern effektiver, erfolgreicher und stressfreier zu gestalten? Welche psychischen Probleme hängen mit dem Arbeiten in Agenturen oder dem Dasein als Freelancer zusammen? Wie geht man mit dem Druck um, täglich aufs Neue kreativ zu sein? Also Themen, die nicht nur für Designer wichtig sind, sondern auch für viele andere Berufe in der modernen Informationsgesellschaft. Aber der Markt der Job-Ratgeberbücher aus der Psycho-Ecke ist ausufernd - für jedes Thema und jede Preisklasse gibt es unzählige Titel.

Was unterscheidet Berzbachs Buch nun von all den anderen How to..."-Anleitungen und Selbsthilfe-Traktaten? Nun, zum einen fokussiert er sich auf eine bestimmte Zielgruppe: Art-Directors, Designer, Studierende an Kunsthochschulen, kreative Freiberufler. Ihre Probleme bei Teamarbeit, Termindruck und Selbstmotivation kennt der Autor, auch ihre ineffektiven Marotten, die von den Betroffenen oft zu einem schillernden Lifestyle stilisiert werden. Für diese Probleme bietet er Lösungen aus der Psychologie an - die unterscheiden sich nicht von denen der anderen Ratgeber-Bücher zu Teamarbeit, Kommunikation, Motivation, Zeitmanagement, Kreativitätstechniken, Burnout-Profilaxe, Selbstorganisation, Konflikt- oder Stressbewältigung.

Das schmälert natürlich nicht den Wert der Ratschläge, man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden. Die Darstellung ist jedoch ganz anders als in den meisten Psycho-Ratgebern: Keine Cartoons, kaum Diagramme, keine Checklisten oder Zusammenfassungs-Kästen mit Stichworten. Stattdessen ist alles in Fließtext in einem etwas spröden, aber sehr intelligenten Ton geschrieben. Das macht das Blättern und Suchen schwierig, erleichtert aber die konzentrierte Lektüre - was ganz im Sinne des Autors ist, der dem Thema Konzentration viele Seiten einräumt.

Das spartanische Layout unterstreicht diese Zielsetzung, allerdings mit einer Ausnahme: Auf fast jeder Seite werden einige Abschnitte mit grüner Farbe unterlegt, ähnlich den Unterstreichungen mit einem leuchtenden Textmarker, wie sie Studierende bei Klausurvorbereitungen verwenden. Diese Markierungen sind alles andere als hilfreich, stören den Lesefluss und irritieren - wenn man sich die gemarkerten Stellen durchliest, ist nicht immer ersichtlich, was jetzt daran so wichtig sein soll. Man hat den Eindruck, dass sie nur dazu dienen, etwas Farbe in das Schriftbild zu bringen - eine etwas geistlose Maßnahme, die der eigentlichen Intention des Buches wiederspricht: Nämlich das eigene Arbeiten eines Kreativen zu reflektieren und mit Hilfe von psychologischen Modellen besser zu verstehen und zu optimieren.

Wer über die Markierungen einfach hinwegliest, hat erlebt eine sehr instruktive Lektüre - die nicht nur für Designer, sondern für alle Geistesarbeiter. Und wir alle können dann und wann ein Pflaster aus der psychologischen Hausapotheke gebrauchen.
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am 23. März 2011
Ein rundum sehr gut gemachtes Buch. Inhalt und Gestaltung des Buches ergänzen sich perfekt. Der Inhalt spiegelt die allgemeine aktuelle Situation im Designbereich wieder. Vieles wir genau auf den Punkt gebracht und ist sehr gut nachvollziehbar. Der Autor spricht mir aus der Seele. Ein Must, nicht nur für freie und angestellte Designer, sondern auch für deren Vorgesetzte bzw. Geschäftsführer. Letztere werden hoffentlich noch einiges durch die Lektüre dazulernen. Nur zu - Lesen und d a z u l e r n e n!
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