Kleine Vorgeschichte:
Ich habe ja so einige Fotobücher die mein Regal verstopfen... mit vielversprechenden Covern, tollen Seiten voller toller Bilder (Seitenfüller) um dem potenziellen Käufer (ich Idiot) zu vermitteln, dass man das auch zustande bringt, nach dem man das jeweilige Buch gelesen hat. Papperlapap...
Auch ich habe mich zu oft vom Marketing der Verlage täuschen lassen und trotz guter Kundenrezensionen auf Amazon so gut wie zu 90 % ige Fehlkäufe getätigt.
Ich habe mich oft gewundert warum trotz richtiger Angaben von Blende, Zeit, Objektiv, etc. meine Bilder nie so aussehen wie in dem jeweiligen Buch... und das liegt sicher nicht an meinem fehlenden fotografischen Auge... Ich bin Grafikerin und daher sehr wohl mit Begriffen wie Perspektive, Schärfentiefe, etc. vertraut.
So... und dann steht man da nun... frustriert und voller Selbstzweifel
Vor allem wenn man niemanden im Freundeskreis hat, der sich mit der Fotografie auskennt, gestaltet sich die Fehlersuche meist wie eine "never ending story".
Fazit:
(kleine Anmerkung vorab... ich fotografiere hauptsächlich People und Fashion und bin Anfängerin: Fotografiere seit 6 Monaten aktiv)
Erst durch dieses Buch bin ich z.B. auf die alles erhellende Erkenntnis gekommen, dass z.B. ein allzu hoch gelobtes 150er Objektiv aufgrund des Crop-Faktors meiner Kamera (Nikon D90) eigentlich ein 1.5-Fachen kleineren Bildwinkel hat und ich z.B. bei einer Ganzkörper-Aufnahme so weit von meinem Modell entfernen muss, dass ich fast einen Helfer in der Mitte aufstellen muss, der meine Anweisungen an das Modell weiter brüllt :(
Daher bin ich mit meinem 50er 1.4 Objektiv eigentlich super bedient und tappe nicht in die "Männerfalle" (höher, besser, weiter), sondern warte (spez. bei meinem Gebiet) mit dem Kauf von höheren Brennweiten erst, bis ich mir mal eine Vollformat-Kamera zugelegt habe und der Bildwinkel dadurch weiter wird.
Zudem wird auch beschrieben wie sich der Sensor (DX- zu Vollformat) und das jeweils gewählte Objektiv auf die Schärfentiefe bzw. gewollte Unschärfe im Hintergrund (Bokeh) auswirkt. Wie lange hab ich hier gegoogelt und mir durch Beitrags-Fetzen, die ich in Fotografie-Foren aufgestöbert habe ein nahezu gefährliches Halbwissen zugelegt :/
Genau so verhält es sich auch mit vielen anderen Themen. Es wird z.B. erklärt warum man welche Objektive wofür verwendet und welche Effekte dadurch erzielt werden können. Und trotzdem zeigt es genau so die kreativen Möglichkeiten an, wenn man mal nicht nach fotografischen Regeln fotografieren möchte... z.B. gegen die Sonne fotografieren.
Dieses Buch beschert mir Seite für Seite Aha-Effekte, welche ich nicht mehr missen möchte.
Und das wichtigste ist, dass es mir so viel Basiswissen vermittelt, dass ich nun Sachverhalte verstehe, miteinander verknüpfen kann und durch logisches Denken eigene Szenen zu meinen Shootings im Kopf gestalten kann und sofort die ungefähre Blende, Belichtungszeit, ISO, etc. aus dem Stehgreif weiss, um den gewollten Effekt zu erzeugen.
Hätte ich dieses Buch schon früher besessen, wäre ich sicher um einiges weiter mit meiner Fotografie.
Kreativ fotografieren ist ein Buch, welches in keinem Regal eines Hobbyfotografen fehlen sollte, wenn man die Kamera verstehen will um somit höhere Ziele zu erreichen und kreativer zu werden.
Ein herzlichen Dank an den Autor für dieses aufklärende Werk das zwischen all den tollen und doch nutzlosen "Bildbänden" die heutzutage auf dem Markt sind einfach durch "fundiertes Wissen so einfach wie möglich erklärt" heraussticht... wenn nicht sogar diese aussticht.