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Kreationismus in Deutschland: Fakten und Analysen
 
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Kreationismus in Deutschland: Fakten und Analysen [Broschiert]

Ulrich Kutschera
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 376 Seiten
  • Verlag: Lit Verlag; Auflage: 2., Aufl. (Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3825896846
  • ISBN-13: 978-3825896843
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 312.632 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Humanistischer Pressedienst, März 2007, Nr. 1400, hpd-online.de/node/1400

"Es bleibt als Resümee: Für Biologie-Fans ist dieser Sammelband zu empfehlen."

Laborjournal 5/2007, S. 64-65

Die zehn Beiträge stellen, teilweise überlappend, die Argumente und Argumentationsweise der Kreationisten vor, die dann mit Ruhe, Sachverstand und oft auch Humor in Fetzchen gerissen, ja geschreddert werden. Vom Kreationismus bleibt nichts übrig als ein Berg von Worthülsen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es ist sehr frustierend... 12. November 2010
Format:Broschiert
... das im 21 Jahrhundert solche Bücher noch notwendig sind.
Ich bin kein ausgebildeter Biologe und habe mich aus wissenschaftlicher Neugier mit der Evolutionsbiologie befasst.
Erst in diesem Zusammenhang habe ich erfahren, mit welchem Eifer Kreationisten versuchen, mit pseudowissenschaftlichen (und teilweise schon aberwitzigen) "Argumenten" gegen die evidenten Methoden der Evolutionsbiologie vorzugehen.

Dem Herausgeber und den Autoren ist es gelungen, die von Kreationismus und ID ausgehenden Gefahren deutlich zu machen.
Die wissenschaftsphilosophischen Erwägungen (z.B. A. Beyer / M. Neukamm) weisen nach, dass die Denkmodelle des Kreationismus eben nicht die gleiche Plausibilität für sich in Anspruch nehmen können, wie die Methodiken, mit denen die Naturwissenschaften Erkenntnisse gewinnen.

Nach meiner Überzeugung geht es den Vertretern des Kreationismus nicht nur (und vielleicht noch nicht einmal in erster Linie) um das Weltbild der Naturwissenschaften.
Angegriffen wird jede Form des Fortschritts, durch die der Mensch seine Unmündigkeit verliert.
Da die Naturwissenschaften aber am deutlichsten die Schwächen religiöser, mythischer und spiritueller Denkweisen offenlegen, stehen sie auch in erster Linie in der Kritik.

Dennoch fragt man sich als Leser, warum es fast ausschliesslich die Naturwissenschaftler sind, die den irrationalen Sondermüll beseitigen.
Es wäre wünschenswert, wenn Philosophen, Soziologen und Geisteswissenschaftler allgemein in dieser Auseinandersetzung eindeutig Partei ergreifen würden.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Nachdem die religiösen Evolutionsgegner in den USA einige Erfolge (und glücklicherweise auch herbe Rückschläge) vermelden konnten, haben ihre hiesigen Glaubengenossen Morgenluft gewittert und versuchen nun auch die Europäer davon zu überzeugen, dass die wissenschaftliche Evolutionstheorie Teufelszeug und vor allem falsch ist.
Es ist nicht selbstverständlich und sehr verdienstvoll, dass dem einige renommierte Wissenschaftler nicht tatenlos zusehen wollten und sich nicht zu schade waren, die 'Beweise' und Argumente der einheimischen Kreationisten als das zu dokumentieren, was sie sind: Als Bauernfängerei und Volksverdummung. An diesem Punkt sind sich die Autoren einig. Unterschiedliche Auffassungen haben sie aber, ob es den Konflikt zwischen der religiösen und der wissenschaftlichen Denkweise geben muss, oder ob dieser vermeidbar und überwindbar ist. Ein spannendes und erhellendes Buch!

Wer sich nun wundert, warum Bücher, die den Kreationismus kritisieren und mittlerweile auch Bücher Kreationismus-kritischer Autoren mit anderen Themen (z.B. Kutschera: Tatsache Evolution: Was Darwin nicht wissen konnte oder auch mein Die Evolution des Menschen) durch schlechte Besprechungen heruntergeschrieben werden und warum diese sog. Besprechungen auch noch als besonders hilfreich gewertet werden, hier ist die Antwort: Es gibt eine Kampagne, die darauf abzielt, wissenschaftliche Kritik am Kreationismus durch persönliche Diffamierungen zu verhindern.

Wer sind die Urheber der Kampagne? Aktiv sind hier zum einen die Anhänger der christlich-fundamentalistischen Studiengemeinschaft "Wort und Wissen". Zu Ihren Vordenkern gehören Reinhard Junker und Siegfried Scherer, die ein Pseudo-Lehrbuch der Evolution verfasst haben, in dem sie sich bemühen zu zeigen, dass die Evolution sich nicht als übergreifendes Erklärungsprinzip biologischer Phänomene eignet. Da ihr mittelalterliches Weltbild mit der gesamten modernen Naturwissenschaft (d.h. nicht nur der Biologie, sondern auch der Geologie, der Physik und der Kosmologie) im Widerspruch steht, es also wenig Argumente gibt, die für es sprechen, versuchen sie nun umgekehrt, die wissenschaftliche Kritik zu diskreditieren, soweit sie die Möglichkeit dazu haben.

Sieht man sich die besonders gehässigen Besprechungen an, so fällt auf, dass diese nur zum Teil von den erwähnten (erklärten) Kreationisten verfasst wurden. Aktiv sind hier auch die Anhänger des 'Kooperations'-Propheten Joachim Bauer, die es nach außen hin ablehnen, mit den Kreationisten in Zusammenhang gebracht zu werden. Wie er selbst zu dieser Frage steht, sei an dieser Stelle dahingestellt. Eines aber ist deutlich: Da Bauer in seinem aktuellen Buch Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus mit der modernen (Darwinschen) Evolutionstheorie den Hauptfeind der religiösen Fundamentalisten zu demontieren vorgibt, wurde er zu einem wichtigen Vordenker des alt-neuen Krawall-Kreationismus. Und so ziehen die Bauer-Anhänger und die christlichen Fundamentalisten seit Monaten höchst einträchtig an einem Strang, wenn es darum geht, den in der Öffentlichkeit bekanntesten Kritikern kreationistischer Ideen zu schaden. Alles Zufall oder was?

Und natürlich ist das Weltbild der Kreationisten leicht als unsinnig zu erkennen und sachlich zu widerlegen. Dies ist aber in den USA auch nicht anders und trotzdem gehen dort viele Menschen den reaktionären Bauernfängern auf den Leim. Warum sollte dies bei uns anders sein? Und was es gesellschaftspolitisch bedeuten würde, wenn wir auch in Europa eine Rückkehr breiter Bevölkerungskreise in vor-wissenschaftliche Denkweisen bekommen, das aber mag sich jeder selbst ausmalen.
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47 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Der gläubige Christ Theodosius Dobzhansky, der Darwins Evolutionstheorien zusammen mit Ernst Mayr im vergangenen Jahrhundert entscheidend weiterentwickelt hat, formulierte den berühmten Satz: "Nothing in biology makes sense, except in the light of evolution". Gemeint war damit, dass die Ergebnisse aus Anatomie, Embryologie, Zellbiologie, Genetik, Paläontologie und vergleichender Systematik im Wesentlichen in sich stimmig sind - wenn wir sie unter dem Gesichtspunkt der Evolution betrachten. Jüngst haben auch DNA- und Protein-Sequenanzalysen die Evolutionstheorie in wesentlichen Zügen eindrucksvoll bestätigt. Gehen wir NICHT von einer Evolution aus, sind die Ergebnisse unerklärlich und ergeben keinen zusammenhängenden Sinn mehr.

Intelligent Design.

Kreationisten und Anhänger der Intelligent Design Bewegung argumentieren dagegen an. Deren Argumentation ist, dass beispielsweise die Augen oder das Flagellum bei Bakterien zu komplex seien, als dass sie durch Mutation und Selektion entstanden sein könnten, da Zwischenformen nicht funktionierten. Da die Entstehung komplexer Organe nicht erklärt werden könne, müsse die Evolutionstheorie (Abstammung aller Lebewesen von einzelligen Urorganismen; Weiterentwicklung durch Mutation und Selektion) falsch und deshalb das Intelligent Design Modell richtig sein.

Glauben - oder überprüfen können?

Ulrich Kutschera und Kollegen von der Arbeitsgemeinschaft Evolutionsbiologie im Verband Deutscher Biologen (Vdbiol) haben in der vorliegenden Monographie eine umfangreiche Dokumentation vorgelegt. Sie begründen, warum Intelligent Design keine Wissenschaft, sondern ein Glaube ist: Das Intelligent Design Modell setzt einen "intelligenten Designer" voraus, der die Evolution zielgerichtet vorantreibt. Mit einer ergebnisoffenen Wissenschaft, die die Natur ergründet, sind dogmatische Glaubenssätze jedoch nicht vereinbar. Das Beispiel der Zusammenarbeit des Christen und Biologen Dobzhansky und des erklärten Atheisten Mayr, die zur "Synthetischen Theorie der biologischen Evolution" führte, zeigt, dass konstruktive Zusammenarbeit möglich ist, wenn Glaubensfragen aus der wissenschaftlichen Arbeit herausgehalten werden.

Argumente zum Um-die-Ohren-schlagen.

Die verschiedenen Beiträge setzen sich mit den Kontroversen mit Kirchen auseinander und analysieren die Diskussionsmethoden von Kreationisten. Die Argumentationslinien werden anhand einer Reihe von Beispielen entkräftigt (jedenfalls aus der Sicht eines Biologen) und der Unterschied zwischen wissenschaftlicher Vorgehensweise und "Glauben" präzisiert. Die beiden Aufsätze von Reinhold Leinfelder und Axel Meyer sind ausgezeichnete Zusammenfassungen der Standpunkte auch für diejenigen, die mit dem Thema nicht so vertraut sind.

Einige der Beiträge haben einen Streitschrift-Charakter und tragen nicht nur zur Versachlichung der Diskussion bei. Schade, bei den vielen guten Argumenten. Wer an der aktuellen Diskussion dranbleiben möchte, findet hier Internetquellen, die den aktuellen Stand der Diskussion fortlaufend dokumentieren.

Wem die Themen Evolution, Abstammung des Menschen oder Wissenschaft und Glaube am Herzen liegen, findet hier einiges an Material. Äußerst wichtig ist das Buch jedoch für alle, die in den Biowissenschaften oder als Bio-Lehrer tätig sind. Sie sollten sich mit dieser Dokumentation ernsthaft vertraut machen.
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