Das Cover verspricht schwarzen Humor, der Film ist hochkarätig besetzt, ich war sehr gespannt darauf, ihn zu sehen. Nach dieser Erfahrung bin ich eher irritiert und nachdenklich. Hier geht es ja nicht um eine ausgedachte schräge Filmklamotte, sondern um die Verfilmung eines tragikomischen Romans, in dem der Autor die Geschichte seiner traumatischen Kindheit und Jugend erzählt. Ich kenne den Roman nicht, nehme aber an, dass der Autor versucht hat, seine schmerzlichen Erfahrungen auf diese Weise zu verarbeiten. Das Herausheben komischer und skurriler Elemente, das humorvolle Schildern der Ereignisse betrachte ich hierbei als wichtiges Hilfsmittel: so wird die notwendige Distanz geschaffen, um sich den Erfahrungen überhaupt stellen zu können. In einem Roman kann das funktionieren, für den Autor und auch für den Leser, der die Möglichkeit hat, beides nachzuvollziehen, die Komik und (oft zwischen den Zeilen verborgen) die Tragik.
Aber ist es auch in der vorliegenden Verfilmung gelungen, diese Vielschichtigkeit angemessen zu transportieren? Ich denke eher, nein. Der Film setzt in hohem Maße auf die Skurrilität der Personen und Situationen, dieser Teil ist gut gemacht und auch witzig. Aber die wahre Geschichte erlaubt es nicht, bei den spaßigen Anekdoten stehen zu bleiben. Schließlich geht es, realistisch betrachtet, um emotionale Vernachlässigung und Missbrauch eines Kindes. Angesichts der unglaublichen Dinge, die da passiert sind, wäre eigentlich ein Drama angebracht gewesen. Im Roman wird diese Dynamik durch den Autor selbst verkörpert, und seine Darstellungsweise ist in jeder Form legitim, da es um seine Art der Verarbeitung geht. Im Film bleibt dieser wichtige Aspekt meines Erachtens auf der Strecke. So wirken gerade die brisanten Szenen eher hilflos und flau. Es geht eben bei alledem nicht um Spaß, sondern um abgrundtiefe Verzweiflung.