Äußerlich ist das Buch gut aufgemacht. Die ersten 30 Seiten sind auch recht informativ, sie enthalten unter anderem das "Herddiagnoseschema nach Voll und Kramer" mit Übersichtstafel über die Wechselbeziehung der Odontone (Zahn-Kiefer-Gebiete) zum übrigen Organismus.
Doch dann folgen über mehr als hundert Seiten nur Fallbeispiele - geordnet nach Themen (Herz-Kreislauf, Nieren, Migräne, Augen, Rheuma, ...) - mit eingestreuten Tipps und "Infos".
Unzufriedenstellend ist das Buch nicht nur deswegen. Laut Autorin sind Vergleichsstudien sind wegen "unterschiedlicher Ausgangssituationen" nicht möglich. Genau damit steht und fällt aber die ganze Methode der Herdforschung, wie sie im vorliegenden Buch dargestellt wird. Denn die heutige Medizin ist in den meisten Bereichen über ein Sammeln von Fällen hinausgewachsen.
Die häufigsten Behandlungen von Frau Dr. Mieg scheinen im Entfernen der Störherde Weisheitszahn und anderer Zähne bzw. zu liegen, respektive in der Überweisung an einen Kieferchirurgen für diesen Zweck. Danach gab's "Heilinjektionen" zweimal wöchentlich oder öfter.
Wieweit soll nun ein Patient darauf vertrauen, dass ihn das Entfernen von beherdeten Zähnen von seinen Leiden endgültig befreien wird? Und wie werden danach die Zahnlücken sinnvoll behandelt? Nicht jeder Patient ist reif für eine Totalprothese!!! Die Autorin bleibt einiges an Auskünften schuldig! Da sie anscheinend verstorben ist, sollte man/frau sich als Laie wohl lieber an andere AutorInnen halten!
Nur 1 Stern, weil das interessante Thema so enttäuschend abgehandelt wurde! Das Buch führt nur zur Verunsicherung von Patienten, aber nicht zur Klärung von offenen Fragen!