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4.0 von 5 Sternen
Kritische Blicke auf das Medizinsystem, 29. August 2005
Wie schon ein anderer Rezensent schrieb, ist dieses Buch ein wenig mühselig zu lesen - der Autor neigt zu langen Schachtelsätzen, die mit schwülstigen Redewendungen und überreichlich Adjektiven angereichert sind.
Der erste Abschnitt des Buches widmet sich der Analyse der Medizin als wissenschaftliche Disziplin. Dass gerade aus diesem wissenschaftlichen Selbstverständnis heraus sehr viele Probleme unseres heutigen Krankheitssystems entstehen, belegt Till Bastian überdeutlich. Sein Ansatz ist ein philosophisch-wissenschafstheoretischer.
Der zweite Teil befaßt sich mit der Unterscheidung von Befinden und Befund, von Diagnose und Therapie, und führt uns weiter durch die Welt der bekannten Erkrankungen und der üblichen Dioagnosen mit allen Pros und Kontras. Man möchte sich vor den Kopf schlagen ob der Ignoranz und Arroganz, die die Mediziner ihren angeblichen Kunden, den Patienten, oft präsentieren - hier versteht sich das Buch als Patientenratgeber.
Der dritte Abschnitt schließlich soll den Menschen die praktische Nutzanwendung des Gelesenen anbieten - im Grunde ein Fazit aus der vorangegangenen Teilen.
Trotz der umständlichen Ausdrucksweise ein faszinierendes Buch, das Ärzten wie möglichen Patienten ein neues Verständnis dessen ermöglichen könnte, was Medizin ist oder sein sollte.
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