"Krambambuli" ist das Meisterwerk der Autorin Marie v. Ebner- Eschenbach, ein naturalistisches Buch, in dem Tiere, bzw. eine natürliche Umgebung die Hauptrolle spielen, bwz. in Tieren bestimmte "menschliche Eigenschaften" gesehen werden (z.B. im Hund = Treue).
Ich habe damals schon als Kind nach dieser gefühlvollen, dennoch tragisch endenden Erzählung stark heulen müssen, wie bei keiner anderen Geschichte. - Und das als Junge! (peinlich!).
Krambambuli ist der Jagdhund des Revierförsters. Er ist ihm treu ergeben bis in den Tod. Niemals hat der Förster einen Hund (vllt. auch einen Menschen?) mehr geliebt als dieses Tier.
Als nicht zuletzt aufgrund dieser Treue das Tier am Ende umkommt, findet der Förster dafür keine Worte, und es bricht für ihn eine Welt zusammen (und vllt. auch so kurzzeitig für den Leser?).
Treue wird hier in äußerst "edelmütiger" Form dargestellt, da Ergebenheit und Selbstlosigkeit und -aufoperung mit sich bringend. Diese Form der Treue kann wohl von dem Menschen nach Ansicht der Autorin als bemerkenswert anerkannt werden, nicht aber vom Menschen in dieser Form erreicht werden wie bei (manchen) Hunden.
Ein Buch auch über die starke Beziehung, die ein Mensch zur Natur (Förster) oder eben zu einem Tier (Hund) haben kann. Wie viele Menschen haben nie einen anderen Menschen wirklich geliebt, aber dafür z.B. einen Hund?
Manche Kritiker sehen in der Geschichte auch eine tiefgreifendere Bedeutung, in Richtung "Gesellschaftskritik"; also auch über die Zustände der Menschen zu dieser Zeit. Diese Erklärung hat sich mir allerdings beim Lesen nicht erschlossen.
Auf jeden Fall kann man in dem Buch auch (zusätzlich) die Bedeutung von "Tierschutz" sehen; das Buch soll also auch um Verständnis für Tiere werben. Denn all zu oft werden diese ja (trotz ihrer z.B. "Treue" zu Menschen) sehr schlecht behandelt.
Doch ist es sehr schwer, die starke Wirkung dieser tragischen, aber definitiv nicht kitschigen, dafür aber höchst realistischen Geschichte zu beschreiben. Es empfiehlt sich in jedem Fall, diese Erzählung selber zu lesen (oder zu verschenken; auch schon an Kinder durchaus geeignet).