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Krakatau: Der Tag, an dem die Welt zerbrach - 27. August 1883
 
 
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Krakatau: Der Tag, an dem die Welt zerbrach - 27. August 1883 [Gebundene Ausgabe]

Simon Winchester , Harald Alfred Stadler
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Simon Winchester beschreibt in seinem sehr gut verständlichen, packenden Buch das Geschehen vom 27. August 1883, seine Vorgeschichte und die Folgen. Dabei verbindet er die Schilderung der Vorgänge mit spannenden wissenschaftlichen Fragestellungen, die erst in den letzten Jahrzehnten beantwortet wurden." (Hansjürg Küster, Süddeutsche Zeitung 28.08.2003 )

"Packend und leicht verständlich erzählt Winchester, der mit seinem Buch 'Der Mann, der die Wörter liebte' weltberühmt wurde, was an jenem 27. August geschah." (Focus )

"Winchesters Buch ist, wie das Thema selbst, voller Superlative. Und das Buch (wie auch das Thema) verdient viele Superlative: es ist spannend, verständlich geschrieben, literarisch, gründlich recherchiert und wissenschaftlich akkurat; es ist eines der besten Bücher, die je über die Geschichte und die Bedeutung von Naturkatastrophen geschrieben worden sind." (The New York Times )

Kurzbeschreibung

Krakatau - seit dem 27. August 1883 ist dieser Name unlöschbar eingeschrieben ins Gedächtnis der Menschheit. An diesem Morgen geriet die Erde in nie erlebter Weise in Bewegung, und die geologische Revolution begann. Das Ergebnis war entsetzlich: über 36.000 Menschen tot, 165 Orte von der Landkarte verschwunden, eine Insel in Millionen Teile zersprengt, vier über das Meer rasende Killerwellen von 40 Metern Höhe.
Für die Geologen war Krakatau Ende und Anfang. Das Ende einer sich über 60 Millionen Jahre aufbauenden Entwicklung. Der Anfang eines neuen Bildes vom Planeten Erde. Doch Krakatau war mehr als der dramatischste Vulkanausbruch der Menschheitsgeschichte und der Beginn einer neuen Wissenschaft. Er markiert auch den Beginn der Welt als »globales Dorf«, denn erstmals nahm die Welt durch Nachrichtenagenturen an einer entfernten Katastrophe teil. Erstmals wurde nachgewiesen, dass ein Naturereignis sich auf der ganzen Welt auswirkt. Und erstmals begann man in einem Jahrhundert, in dem der Glaube an technische Machbarkeit einer Religion gleichkam, zu ahnen, dass der Mensch doch nicht alles im Griff hat.


Klappentext

Nach der Lektüre ist man um vieles besser informiert - und klüger. Winchesters Stil ist glänzend und raubt einem den Atem.
Time Out über "Eine Karte verändert die Welt"

Winchester schildert sehr lebendig das Werk des außerhalb der Fachwelt fast vergessenen Forschers.
Münchner Merkur über "Eine Karte verändert die Welt"

Simon Winchesters Buch ist eine Reise zurück in die jüngere chinesische Geschichte; man erfährt viel über die Hintergründe der aktuellen chinesischen Mentalität und Gesellschaft. Hoch spannend erzählt.
Hamburger Abendblatt über "Der wilde Strom"

Über den Autor

Simon Winchester, preisgekrönter britischer Journalist und erfolgreicher Sachbuchautor, hat als Auslandskorrespondent aus fast allen Ländern der Welt berichtet. Mit seinem Erfolgstitel "Der Mann, der die Wörter liebte" eroberte er erstmals die Bestsellerlisten. Sein Buch "Krakatau" bekam durch die Tsunamis im Dezember 2004 dramatische Aktualität. 2006 erschien das Buch "Ein Riss durch die Welt", in dem Winchester eine detaillierte Beschreibung der Katastrophe des Erdbebens von San Francisco vor 100 Jahren abgibt. Er lebte in Asien und Afrika; heute ist er auf einer kleinen Farm in Nebraska zu Hause. Simon Winchesters Werk erscheint seit vielen Jahren im Knaus Verlag.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

«Eine Insel mit einem spitzen Berg»

Vulkanausbruchgebiet: Wegen Vulkanausbrüchen gilt dieses Gebiet als unsicher für die Schifffahrt …

Pulau Anakrakata: (6° 06' S, 105° 25' O), eine kleine Insel, die 1928 zwischen Pulau Sertung und Pulau Rakata Kecil auftauchte, wo ehemals eine Untiefe von 27 m verzeichnet war. 1929 verschwand die kleine Insel wieder, tauchte aber bei Eruptionen im Jahre 1930 wieder auf und scheint sich nach heftigen Ausbrüchen im Februar 1933 vergrößert zu haben. 1935 hatte dieses Inselchen eine beinahe runde Form mit einem Durchmesser von ungefähr 1200 m und einer Höhe von 63 m; und 1940 war sie 125 m hoch. 1948 standen einige Kasuarinen am nördlichen Ende der kleinen Insel; 1955 wies sie eine Höhe von 155 m und, von Süden her gesehen, keinerlei Vegetation auf. 1959 kam es zu einer Eruption, bei der dicker schwarzer Rauch 600m hoch aufstieg. Die letzte vulkanische Aktivität auf Pulau Anakrakata wurde 1993 beobachtet.
Warnsignal: Im Falle einer drohenden Eruption innerhalb des Gebiets von Krakatau wird Radio Jakarta die notwendigen Warnungen auf Indonesisch und Englisch senden. (Siehe Verzeichnis der Funksignale der Admiralität.)

Aus »Schifffahrtsanweisungen der Admiralität«,
NP36, Indonesia Pilot, Bd. 1, London 1999

Bei dem Wort »Java« denken die meisten Menschen zunächst an Kaffee (und heutzutage vielleicht auch an eine Computersprache), doch die Reichtümer der westlichen Entdecker und Besiedler jener großen Insel gründeten sich zunächst auf den Handel mit tropischen Gewürzen. Die größte Rolle unter diesen Gewürzen spielte anfangs jene eher gewöhnliche Sorte, die auch heute noch am häufigsten verwendet wird - der Pfeffer.
Piper nigrum, Syzygium aromaticum und Myristica fragrans - Pfeffer, Nelke und Muskat - waren ursprünglich die heilige Dreieinigkeit des asiatischen Gewürzhandels. Diese drei Gewürze kannte und verwendete man bereits in der Antike. Zweihundert Jahre vor Christi Geburt durften die Höflinge der chinesischen Han-Dynastie ihre Kaiser nur ansprechen, wenn sie ihren Atem mit einem Mund voll javanischer Nelken erfrischt hatten. Muskat, so wird vermutet, wurde von römischen Priestern als Weihrauchstoff verwendet. Mit Sicherheit wurde Muskat im Konstantinopel des neunten Jahrhunderts als Würzstoff eingesetzt, denn es ist bekannt, dass der orthodoxe Theologe (und spätere Heilige) Theodor von Studion - ein Gegner der Bilderstürmer - den Mönchen erlaubte, es auf den Erbsenbrei zu streuen, den sie an fleischfreien Tagen essen mussten. Und in elisabethanischer Zeit war eine Duftkugel aus Muskat ein wichtiges Mittel, um üble Leiden in Schach zu halten; die Vorstellung, Muskat könne die Pest abwehren, hielt sich länger als so manches andere alte Ammenmärchen.
Der Pfeffer indes hatte in der Antike eine unendlich viel größere Bedeutung und diente keineswegs nur als Streuwürze, Pastille oder Rachenputzer. Die Römer verwendeten ihn in Hülle und Fülle. Gibbon schrieb, Pfeffer sei »eine beliebte Zutat der äußerst aufwändigen römischen Kochkunst« gewesen, und bestätigte die weit verbreitete Auffassung, wonach Alarich, der kriegerische König der Westgoten, von den Römern mehr als eine Tonne davon als Lösegeld forderte, als er die Stadt 410 n. Chr. belagerte. Die Gold- und Silbermünzen des Römischen Reichs, aureus und denarius, waren zum bevorzugten Zahlungsmittel entlang der Gewürzroute geworden, und die indischen Pfefferhändler von Cochin und Malakka und in den Häfen des südlichen Ceylon waren angeblich davon beeindruckt, dass sich der Wert der Münzen nicht nach ihrer Größe, sondern nach der darauf eingeprägten Zahl richtete.
Egal, wie sich ihr Wert bemaß, die Münzen müssen in ungeheurer Anzahl ihren Besitzer gewechselt haben. Der Pfeffer war so kostbar und teuer und so begehrt, dass Plinius der Ältere über die riesigen Ausgaben wetterte. »Es gab kein einziges Jahr, in dem Indien« - und damit meinte er Ostindien, denn Pfeffer wurde sowohl von der Malabarküste als auch aus dem westlichen Java importiert - »das Römische Reich nicht um fünfzig Millionen Sesterzen beraubte.« So teuer, fügte er trocken hinzu, »bezahlen wir unseren Luxus und unsere Frauen«.
(Es besteht eine nette Symmetrie in Bezug auf Plinius' Verwicklung in diesen Teil der Geschichte des Krakatau, auch wenn er nur in einer Komparsenrolle auftritt. Der ehemalige Soldat Plinius, der als Kavallerieoffizier im römischen Germanien gedient hatte und über großen Reichtum und gute Beziehungen verfügte, übernahm zwar für seine Kaiser bereitwillig verschiedene Pflichten und Ämter, war aber vor allem Naturwissenschaftler - ein Kenner beziehungsweise Beobachter »des Wesens der Dinge, das heißt des Lebens«, wie er es einmal formulierte. Sein Ruhm beruht weitgehend auf seiner siebenunddreißig Bücher umfassenden Naturgeschichte, einem grandiosen Meisterwerk, in dem - neben zahllosen anderen entzückenden Details - erstmals jene Vokabel auftaucht, von der sich unsere heutige »Enzyklopädie« ableitet.
Während Plinius im Spätsommer des Jahres 79 n.Chr. seiner Aufgabe nachging, gegen die Seeräuberei im Golf von Neapel zu ermitteln, überredete man ihn, eine seltsame Wolkenformation zu untersuchen, die vom Gipfel des Vesuv aufzusteigen schien. Also ließ er sich ans Ufer rudern, suchte ein anrainendes Dorf auf, um die in Panik geratenen Bewohner zu beruhigen - und wurde prompt von einer massiven Eruption überrascht. Er erstickte am 24. August an vulkanischen Gasen und hinterließ neben seinem rühmlichen Werk als besonderes Vermächtnis ein einziges Wort im Vokabular der modernen Vulkanologie: »plinianisch«. Unter einer plinianischen Eruption versteht man heute einen gewaltigen, explosionsartigen Ausbruch mit riesigen Gas- und Aschewolken, bei dem der betreffende Vulkan weitgehend zerstört wird. Und der verheerendste plinianische Ausbruch der Neuzeit ereignete sich fast auf den Tag genau 1804 Jahre nach dem Tod von Plinius dem Älteren - auf Krakatau.)
Der Pfeffer genießt keinen eindeutigen Ruf. Unwahr ist beispielsweise, dass der Pfeffer einst dazu diente, den Geschmack von verdorbenem Fleisch zu überdecken; diese Vorstellung rührt vielleicht von der Auffassung her, die selbst von heutigen Apothekern noch vertreten wird, nämlich dass Pfeffer als Mittel gegen Blähungen wirkt. Doch er wurde sehr wohl als Konservierungsmittel und noch häufiger sogar als Gewürz verwendet. Bereits im zehnten Jahrhundert wurde Pfeffer nach England importiert; die Guild of Pepperers, eine der ältesten Londoner Innungen, wurde sicherlich vor 1180 gegründet; in jenem Jahr zumindest hat man sie erstmals urkundlich erwähnt. 1328 firmierte die Innung offiziell als Importeur von Gewürzen in großen Mengen; ihre Mitglieder wurden als grossarii (Grossisten) bezeichnet (wovon sich das heutige englische Wort grocer für »Lebensmittelhändler« ableitet).
Joseph Conrad schilderte die Sucht nach Pfeffer in seinem Roman Lord Jim:

Die Händler des siebzehnten Jahrhunderts suchten [die ferne Insel] wegen des Pfeffers auf, weil die Leidenschaft für Pfeffer zur Zeit von James I. in der Brust von holländischen und englischen Abenteurern wie das Feuer der Liebe zu lodern schien. Welchen Weg hätten sie um des Pfeffers willen nicht auf sich genommen! Für einen Sack Pfeffer hätten sie sich, ohne zu zögern, gegenseitig die Kehlen durchgeschnitten und dem Teufel die Seele verschrieben, um die sie sonst so besorgt waren: Die verrückte Hartnäckigkeit dieser Gier ließ sie dem Tod in tausenderlei Gestalten trotzen - den unbekannten Meeren, den grässlichen, exotischen Krankheiten, den Wunden, der Gefangenschaft, dem Hunger, der Pestilenz und der Verzweiflung. Sie machte sie groß! Himmel, ja! Sie machte sie zu Helden …

Die Gelüste des Abendlandes nach den drei großen Gewürzen steigerten sich während des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts ins schier Unermessliche. Der Handel wurde zumindest seit dem päpstlichen Schiedsspruch von...
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