Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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86 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vergesst Harry Potter!, 31. August 2006
Südsachsen, im Land der Wenden, 17. Jahrhundert. Der Waisenjunge Krabat hört in den Rauhnächten immer wieder im Traum die Worte "Komm nach Schwarzkollm in die Mühle, es wird dein Schaden nicht sein". Er fragt sich also zu dieser Mühle durch, und obwohl er bemerkt, dass die Einheimischen erschrocken auf seine Frage reagieren, verdingt er sich beim Müller als Lehrjunge. In der Mühle geht es nicht ganz mit rechten Dingen zu, das bemerkt er bald.
Nach drei Monaten, am Karfreitag, beginnt seine Ausbildung in der schwarzen Magie, zusammen mit den elf anderen Müllerburschen. Der Altgeselle Tonda wird sein Freund und Beschützer.
Doch in der Silvesternacht, im Zenit der Rauhnächte, stirbt Tonda plötzlich. Und keiner wagt's, über ihn zu reden. Krabat will an Tondas Grab ein Vaterunser sprechen, doch auf Wendisch wollen die Worte ihm nicht einfallen, "und auf Deutsch erst recht nicht". Noch anderes Beunruhigendes geschieht: Krabat wird schon nach einem Jahr Geselle, denn in der Mühle im Koselbruch zählt das erste Jahr für drei; und kurz darauf ist schon ein neuer Lehrling da und nimmt ausgerechnet Tondas Schlafstelle ein. Sogar Tondas Kleider passen dem Neuen.
Krabat hält die Augen offen und bekommt allmählich heraus, wer sich tatsächlich hinter dem Meister und seinem Zauberbuch, dem Koraktor, verbirgt, und worin das dunkle Geheimnis der Mühle im Koselbruch besteht. Am Ende wagt er es, den Meister herauszufordern und die Freiheit für sich, seine Freundin und die anderen elf Gesellen zu verlangen. Kein einfaches Unterfangen, und wenn's misslingt, wartet auf Krabat das ewige Verderben...
In "Krabat" greift Preußler auf alte wendische (sorbische) und böhmische Märchen und Sagen zurück (Preußler stammt selbst aus Böhmen) und verwebt sie zu einer ganz eigenen, spannenden Geschichte, vielleicht zu einer seiner besten überhaupt. Die Geschichte beruht auf alten Teufels- und Hexenmythen, die eine Grundstruktur aus Angst und Grusel bilden, in die aber auch die ein oder andere Schelmengeschichte verwoben ist (z.B. die Geschichten vom Pumphutt). Tatsächlich geht es um Freundschaft und Liebe, um Treue, Weisheit und Mut.
"Krabat" vereinigt Merkmale von Abenteuergeschichten und Märchen in sich; die Geschichte ist spannend, sprachlich und stilistisch gelungen und stimmig. Preußler setzt nicht auf Knalleffekte, sondern er lässt eine ganz eigenartige, mitunter gruslige Atmosphäre wirken -- und nicht nur in dieser Hinsicht unterscheidet "Krabat" sich wohltuend von gewissen derzeit allgegenwärtigen Geschichten über Zauberlehrlinge, die den Leser oft nur durch immer neue, spektakuläre Wundertüten an sich binden können.
Ein Kinderbuch freilich ist "Krabat" nicht, es scheint mir eher für Erwachsene und Jugendliche ab elf oder zwölf Jahren geeignet.
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40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Märchen für Kinder und Erwachsene, 3. Mai 2007
Krabat ist der Name eines Betteljunge der von einem Traum zu der Mühle im Koselbruch gelockt wird. Die Lehre die er hier antritt umfasst mehr als nur die Müllerei. Denn sein Meister ist ein Zauberer und unterrichtet seine 12 Gesellen auch in diesem "Handwerk". Jedes Jahr muß aber einer der 12 Gesellen sterben und Krabat erfährt im Lauf der Zeit das es nur eine Möglichkeit gibt diesem Fluch zu entkommen.
Die Geschichte von Krabat der seine Lehre in der Zaubermühle antritt hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Ich mußte mich zwar an die altmodische Sprache und die traditionelle Art des Erzählens gewöhnen. Aber nach einigen Minuten war dies geschehen und danach fand ich diesen Stil sogar passend. Denn schließlich spielt die Geschichte in der Vergangenheit und zu dieser Zeit wurde nun mal so gesprochen.
Auch das die Geschichte von Otfried Preußler persönlich vorgelesen wird hat sehr viel Charme. Ich habe vor meinem geistigen Auge auch einen gemütlichen Opa, mit Strickjacke und einem dicken Buch auf dem Schoß in einem hohen Lehnensessel vorm Kamin sitzen sehen. Bei so einem Opa verzeiht man auch gerne die 2-3 kleinen Fehler beim Vorlesen.
Ich hatte als Kind leider nie das Buch gelesen sondern nur 1-2 mal den Zeichentrickfilm gesehen. Den Namen des Films hatte ich im Laufe der Jahre vergessen aber immer seine faszinierende Geschichte im Gedächtnis behalten. Als ich durch Zufall auf das Hörbuch gestoßen bin, habe ich mich sofort an diesen Film erinnert und mich auf die nächste längere Autofahrten mit diesem Hörbuch gefreut. Und diese Fahrt ist dann auch wie im Fluge vergangen.
Wer das Buch schon mal (als Kind) gelesen hat, dem ist das Hörbuch sehr zu empfehlen. Und wer das Märchen noch nicht kennt, dem ist die Geschichte noch mehr zu empfehlen. Sie ist allerdings für Winterabende besser geeignet als für einen heißen Tag am Strand.
5 Sterne sind eine Selbstverständlichkeit, auch wenn das Hörbuch nicht so professionell produziert ist wie man es mittlerweile gewohnt ist. Hier merkt man das die Aufnahme schon älter ist.
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61 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk, 23. Juni 1999
Von Ein Kunde
Otfried Preußler ist mit diesem Kinder(?)buch ein wahres Meisterwerk gelungen. Ihm gelingt es, sagenhafte Begebenheiten mit spannenden Elementen zu mischen und Unfassbares, manchmal Schockierendes einzubringen. Der Betteljunge Krabat wird im Traum von einer Stimme aufgefordert, zur Mühle im Koselbruch zu kommen. Zunächst erscheint ihm dies seltsam, doch nach einigem Zögern, und auch durch die Aussicht angelockt, jeden Tag ein warmes Essen und jede Nacht ein Dach über dem Kopf zu haben kommt er dieser Aufforderung nach und wird Lehrjunge im Koselbruch. Schnell findet er mit Tonda, dem Altgesellen der Mühle, einen Freund unter den Müllersburschen, und dieser hilft ihm über die anstrengende Lehrzeit mit manchmal magisch erscheinender Kraft hinweg. Doch auf der Mühle geschehen in manchen Nächten seltsame Dinge, die Krabat zunächst nicht verstehen kann. Auch an sich selbst bemerkt er komische Vorgänge, ihm scheint es, als altere er schneller. Am Ende seines ersten Lehrjahres stirbt Tonda durch einen tragischen Unfall. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Krabat lernt schnell dazu, denn nun weiß er, daß er hier nicht nur gelandet ist, um das Müllern zu lernen. In der schwarzen Schule des Müllermeisters ist er bald der eifrigste Schüler, denn er ahnt, daß dies der einzige Weg ist, um aus der Hand des Meisters zu entkommen. Doch der Meister hat seine Augen überall... Wird es Krabat gelingen, den Meister zu besiegen? Ein wirklich spannendes Buch, ein richtiger Schmöker, den man immer wieder lesen kann und lesen will. Man sollte sich sehr viel Zeit für dieses Buch nehmen, denn: hat man einmal begonnen, so ist es schwer sich davon loszureißen und es nicht in einem Rutsch durchzulesen. Wahrlich, dies ist nicht nur ein Kinderbuch! Meiner Meinung nach Otfried Preußlers "Meister"stück :o) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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