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1646: Der 30-jährige Krieg und die Pest haben in Europa gewütet, 100.000 von Menschen haben ihr Leben verloren, viele Tausende mehr bleiben in Elend und Hunger zurück. In diesen dunklen Zeiten zieht der 14-jährige Waisenjunge Krabat als Betteljunge umher. Ein Traum lockt ihn in die Mühle von Schwarzkollm im Oderbruch, wo er zu seiner großen Freude als Müllerbursche aufgenommen wird. Zwar muss er schwer schuften und nicht alle Burschen sind ihm wohl gesonnen, aber im Altgesell Tonda findet er einen guten Freund, der ihm stets hilfreich zur Seite steht. Eines Nachts wird er Zeuge, wie der Furcht erregende Gevatter eine seltsame Lieferung für die Mühle bringt. In der Osternacht wird Krabat schließlich in die dunklen Geheimnisse der Mühle eingeführt und ist schon bald ein gelehriger Schüler des Meisters, der die Müllerburschen die Schwarze Magie lehrt. Doch als er der schönen Kantorka begegnet, verliebt Krabat sich in das Mädchen aus dem Dorf und will die Mühle verlassen. Jetzt erst lernt er die furchtbare Macht des Meisters wirklich kennen. Einzig in der Liebe zur Kantorka liegt seine Rettung. Doch um seine Freiheit wieder zu erlangen, müssen die Liebenden gemeinsam dem übermächtigen Meister entgegen treten.
Wie aus fernen, längst vergangenen Zeiten klingt das sorbische Volksmärchen um den Müllerburschen Krabat hinein in unsere Gegenwart. Otto Sander gibt als Erzähler die Stimmung vor: Dunkle Zeiten sind es, in denen Krabat lebt, und nur allzu leicht ist es, sich den finsteren Mächten anheim zu geben, einen Pakt mit dem Bösen zu schließen, um dem Elend der Welt vorgeblich entfliehen zu können. Doch am Ende zeigt sich, wie es sich für ein Märchen gehört, das die Liebe stärker ist als alle Zaubermacht.
Bildgewaltig und prächtig ausgestattet hat Regisseur Marco Kreuzpaintner das preisgekrönte Jugendbuch von Otfried Preußler umgesetzt. Bereits 1977 legte der Tscheche Karel Zeman eine stark stilisierte Zeichentrickfassung vor. Kreuzpainters aufwändige Realverfilmung orientiert sich visuell stärker an Fantasy-Filmen wie der Herr der Ringe, bleibt dem Geist der Vorlage aber treu. Kreuzpaintners Krabat hält sich nicht in jedem Detail an das Buch und schlägt aus filmischen Gründen manchmal einen anderen Weg ein. Aber nach wie vor gilt: Es ist die Geschichte, die den Film trägt, und die Zuschauer uneingeschränkt in ihren magischen Bann zieht. Die Schauspieler, allen voran David Kross, Daniel Brühl, Robert Stadlober und Christian Redl, erwecken ihre Charaktere glaubwürdig zum Leben und verkörpern überzeugend den inneren Konflikt der Müllerburschen um Liebe, Loyalität, Freundschaft und die Versuchungen des Bösen: Alles hat seinen Preis. Der Film ist zu Recht ab 12 Jahren freigegeben, da er sehr düster ist und vor allem für jüngere Zuschauer, die das Buch nicht kennen, einige Schockmomente birgt. -- Ellen Große
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Selbstverständlich hat jeder Leser eines Buches andere Vorstellungen davon, wie eine Verfilmung desselben aussehen sollte. Allzu häufig geht man deshalb auch enttäuscht aus einem Film. Im Falle von "Krabat" ist dies leider ebenso der Fall, denn Marco Kreuzpaintners ("Sommersturm", "Trade - Willkommen in Amerika") letzte Produktion will so gar nicht das Herz des Zuschauers erreichen. Einerseits liegt das daran, dass die Geschichte nicht interessant erzählt wird, das Tempo nicht stimmt und dabei auch zentrale Motive fehlen, andererseits vermag auch keine Sympathie für die Figuren entstehen, so dass sich der Zuschauer emotional nicht an die Geschichte und ihr Personal gebunden sieht. Umständlich mal nach rechts oder links ausschweifend wabert die Handlung vor sich her und scheint sich nicht entscheiden zu können, was sie uns vermitteln möchte. Von den im preußler’schen Roman vorhandenen Bezügen auf die NS-Zeit oder die Problematik der Machtausübung eines Einzelnen über eine Gruppe von Abhängigen sind nur noch minimale Ansätze erkennbar. Auch wurden aus der, das orttypische Landleben, die Zunft und die Folklore in den Vordergrund stellenden Vorlage vornehmlich die Gruselelemente ausgewählt und mit Effekten aufgemotzt. Man hat nicht das Gefühl, es noch mit einem originären Stoff zu tun zu haben, der seinen Ursprung in einer sorbischen Volkssaga hat. Vielmehr ist "Krabat“ zu einem Actionspektakel verkommen, dem Spannung und wahrer Zauber fehlen. Eine düstere Grundstimmung und Schlamm verschmierte Gesichter reichen nun mal nicht aus, um Atmosphäre zu erzeugen und griffig zu erzählen. Hinzu kommt, dass auch technische grobe Fehler gemacht wurden. So sieht sich eine zentrale Kampfszene so hektisch geschnitten, dass es den Zuschauern mit großem Bildschirm vor lauter Geholper fast schon übel zu werden droht. Auch die Filmmusik vermittelt weder ländliche Romantik, noch historische Nachvollziehbarkeit, sondern sülzt sich mit unpassenden Streichern über die zu bemüht authentisch wirkenden Arbeitsszenen der Müllerburschen. Hinzu kommen die nur mäßigen Schauspielerleistungen. Zu sehr wird schon drehbuchtechnisch Schwarzweißmalerei betrieben, so dass sich einzelne Facetten der Figuren von den durchaus begabten Schauspielern einfach nicht herausarbeiten lassen. David Kross ("Knallhart", "Der Vorleser") nimmt man den milchbubigen Ansatz im ersten Teil definitiv eher ab als die schnauzbärtige Kühnheit des zweiten Teils. Auch Daniel Brühl ("Good Bye Lenin!", "Die fetten Jahre sind vorbei", "Was nützt die Liebe in Gedanken") bleibt blass und stereotyp, mal ganz zu schweigen von den, mit der Eindimensionalität ihrer Rolle kämpfenden Schauspielern Christian Redl ("Der Hammermörder", "Solo für Klarinette", "Yella") und Robert Stadlober ("Crazy", "Sommersturm"). Es mag sicherlich sein, dass sich der ein oder andere Jugendliche durch die Gruselszenen oder die zugegebenermaßen recht gut gelungene Raben-Verwandlung angenehm unterhalten sieht, der Rest des Publikums, insbesondere der Liebhaber des Buches, geht allerdings leer aus. Fazit Seelenlos
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild der DVD bietet eine große Bandbreite an leuchtenden Farbtönen (00:37:47) und Kontrasten. Auch in dunklen Einstellungen, von denen es sehr viele gibt, werden reichhaltige Schwarzwerte geboten. Die Schärfedarstellung arbeitet auch auf Distanz sauber. Nur selten kommt es in sehr dunklen Szenen zu leichter Grobkörnigkeit in Gesichtern (00:35:23 oder 00:29:19) Rauschen stört die Ansichten selten, allerdings lässt sich hin und wieder ein leichtes Bildzittern in Kameraschwenks entdecken (00:31:43). Akustisch kommt die DVD füllig aber nicht übermäßig Raum ergreifend an. Zu vielen Szenen fehlt es an Hintergrundaktivität (Sauf- und Tanzszene bei 00:33:35). Dennoch werden immer mal wieder einzelne Effekte sehr präzise herausgearbeitet, wodurch ein vitaler Eindruck entsteht (Flügelschlagen von hinten, 00:03:39). Sprachlich klingt das Programm authentisch und dicht. Die Orchestermusik klingt stellenweise ein wenig dick, was dem einen gefallen, den anderen stören mag. Woran es nicht mangelt, sind Extras. Diese beginnen mit einem angenehmen, viele technische Aspekte beleuchtenden Audiokommentar mit Regisseur Marco Kreuzpantner und Kameramann Daniel Gottschalk. Auf der Extra-Disc kommen folgende Boni hinzu: Ein Making Of (19:59 Min.), "Die visuellen Effekte" (12:25 Min.), das Musikvideo "Allein, allein" von Polarkreis 18 (4:04 Min.) und Interviews mit Marco Kreuzpaintner, David Kross, Daniel Brühl, Robert Stadlober und Hanno Koffler. In einem weiteren Teil der DVD, der sich "Meisterkammer" nennt, finden sich sieben Hinter-den-Kulissen Clips, Impressionen von den Dreharbeiten (Min.), drei TV-Spots, ein Ausschnitt aus dem Original Hörspiel zum Film und ein interaktiver Rundgang durch die Mühle. --movieman.de
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Der 14-jährige Bettelknabe Krabat beginnt während des Dreißigjährigen Kriegs eine Lehre bei einem Müller. Dort lernt er nicht nur die Arbeit, sondern mit elf weiteren Müllersgefährten auch die Schwarze Kunst, deren Anwendung ihre Aufgaben vereinfacht. Bei einem geheimen Ausflug ins Dorf sieht Krabat die schöne Kantorka, in die er sich verliebt. Damit begibt er sich in Lebensgefahr, denn die Legende besagt, dass nur der den Meister besiegen kann, der die Liebe eines Mädchens hinter sich weiß. Es kommt zum Duell.
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Der 1971 von Otfried Preußler veröffentlichte Jugendroman gilt als düsterste und spannendste Geschichte des renommierten "Räuber Hotzenplotz"-Autoren. Unter der Regie von Marco Kreuzpaintner, der das Projekt von Hans-Christian Schmid übernahm, entstand ein aufwändiger und der Vorlage entsprechend düsterer Gegenentwurf zu den verwandten "Harry Potter"-Filmen, in dem imposante Designs, komplexe Effekte und eine von Jungstar David Kross ("Der Vorleser") angeführte Riege der besten Jungstars Deutschlands im Mittelpunkt stehen.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Verfilmung des Kultromans von Otfried Preußler aus dem Jahr 1971 über einen Müllerlehrling, der sich in der Schwarzen Kunst ausbilden lässt.
Kurzbeschreibung
Elternlos streift der junge Krabat durch das hungernde, durch den Dreißigjährigen Krieg verwüstete Deutschland. Eines Nachts dringt eine unheimliche Stimme in seine Träume ein und führt ihn zur dunklen Mühle am Koselbruch. Dort bietet ihm der strenge, aber charismatische Meister ein Lehre als Müllerbursche an, die Krabats Leben für immer verändert. Erst lernt er unter elf Mitgesellen seinen besten Freund Tonda kennen, dann durch den Meister die Macht der Schwarzen Magie. In zwei Sommern eignet sich Krabat große Kräfte und die Fähigkeit an, zum Raben verwandelt mit den Wolken über die Hügel, Berge und Täler zu gleiten. Noch verführerischer als die Schwarze Kunst ist der Zauber von Kantorka, einem Bauernmädchen, in das Krabat sich auf den ersten Blick verliebt. Damit riskiert er aber ihr Leben und auch seines. Denn der Meister duldet niemand neben sich, fordert Gehorsam und fürchtet die Liebe. Nur sie nämlich kann seinen geheimen Bund mit dem Tod und damit den Fluch der Mühle brechen, der jedes Jahr einem Gesellen das Leben nimmt...