Im Ortsteil Wessum in Ahaus steht ein sehr ansprechender Kreuzweg,
den man unbedingt sehen sollte. Daher heißt der Buchtitel KIKEN. Warum
ein Buch für den Kreuzweg, auf Plattdeutsch Krüüswiäge genannt? Sie sind
erstanden aus dem christlichen Glauben. Sie sind ein Angebot, den
letzten Weg von Christus mitzugehen. Aber das Geheimnis, das dieser
Kreuzweg verbirgt, ist nicht offensichtlich. Der Kreuzweg ist ein Teil
von uns selbst, die noch leben und irgendwann sterben müssen. Das ist
die Wirklichkeit, der wir uns nicht entziehen können, noch sollten. Sie
ist ein Teil des Lebens. Wer den Kreuzweg geht und inne hält, wird
erfahren, was mitleiden, mittrauern, mitgehen bedeutet. Man wird
erfahren, was uns in die Wiege gelegt wurde, und das dies alles nur aus
Liebe geschah. Die eigene Bestimmung ist unsere große Hoffnung. Wir
müssen sie nur noch verstehen können, wenn wir dort zurückkehren, woher
wir gekommen sind. In Ahaus, im Ortsteil Wessum, ist in der Parkanlage
am Pastorenkamp ein Kreuzweg in den Jahren 1987/1988 entstanden. Den
Auftrag zu diesem Kreuzweg erteilte die Kolpingfamilie in Wessum und
insbesondere ihr Mitglied Josef Nienhaus. Verwendet wurden Klinker mit
ihrer roten Farbe und anderen Farben, die als Bildträger vermauert
wurden. In Blickhöhe umrahmen die Backsteine Bildflächen aus
mehrfarbigen und unterschiedlich großen Keramikplatten. Es sind
bildhafte Symbole aus menschlichen Figuren, hinter denen die Bedeutung
der einzelnen Kreuzwegstationen steht. Der Kreuzweg erhielt daher den
Titel KIKEN/Sehen, weil allein der optische Eindruck etwas Besonderes
bewirkt. Die einfachen Darstellungen sprechen an und teilen vor allen
Dingen etwas mit. Auch derjenige, der den Kreuzweg von Jesus Christus
nicht kennt, wird allein durch die ausdrucksstarken Bilder erkennen, was
die einzelne Station bewegen will. Jedes Wort und am Anfang war das
Wort sagt etwas über die Entscheidung aus, die getroffen wurde. Betet
der Gläubige den Kreuzweg, so betet er im Innern um Gottes Gnadengabe,
um seine Auferstehung in Christus. Es ist nicht der Tod, der dann hier
das letzte Wort hat, sondern das Leben. Dargestellt sind die Stationen
und werden umrahmt von Meditationen in Hochdeutsch und Platt, von
meditativen Gedanken und Wahrnehmungen, die zum christlichen Verständnis
dazugehören.