Aufgepasst! Es handelt sich hierbei nur bedingt um einen klassischen Leidfaden zur Kräuterheilkunde. Das ist das Krux mit dem Vertriebsweg Internet: Ein kleiner Blick auf die Rückseite hätte hier sofort Klarheit verschafft: Elisabeth Brooke ist Astrologin und Autorin einiger Bücher zu den Themen Astrologie, Hexen, Heilerinnen und Kräuterwissen. Auf gut deutsch: Aus der Wicca-Szene. Ohne die Bereitschaft diese Grundvoraussetzungen anzuerkennen, bereitet die Lektüre dieses Buches nur wenig Freude. Zum Aufbau:
Es gliedert sich vereinfacht in 3 Bereiche: Die Beschreibung der eigentlichen Kräuter, deren Anwendung und Zubereitung sowie ein kurzes Glossar.
Die Kräuter werden den Planeten entsprechend in eigene Kapitel gruppiert. Namentlich behandelt werden:
- Kamille
- Ringelblume
- Rosmarin
- Tausendgüldenkraut
- Wacholder
- Klettenlabkraut
- Vogelmiere
- Echter Alant
- Baldrian
- Fehncel
- Lavendel
- Süßholz
- Echter Beifuß
- Eisenkraut
- Frauenmantel
- Huflattich
- Poleiminze
- Schlüsselblume
- Schwarzer Holunder
- Thymian
- Echte Bärentraube
- Große Brennessel
- Hopfen
- Ingwer
- Mönchspfeffer
- Weißdorn
- Wermut
- Linde
- Löwenzahn
- Echtes Mädesüß
- Melisse
- Rotklee
- Salbei
- Ysop
- Ackerschachtelhalm
- Beinwell
- Hirtentäschel
- Kleinblütige Königskerze
Man sieht es anhand der Liste: Eine menge Holz. Der Aufbau zu den einzelnen Pflanzen trägt immer das gleiche Muster: Übersicht mit s/w Zeichnung, Wissenswertes, Körper, Emotionen, Magie und Ritual. Wirklich bodenständig, d.h. mit konkretem Bezug zu den eigentlichen Pflanzen sind die beiden letzt genannten Rubriken nicht wirklich - wohl aber interessant für den ein oder anderen Esoterikern. Ergänzt wird das ganze durch Rezepte und Anregungen, sowie Herstellungstipps zu Ölen, Salben, Hustensirup, und Lotionen.
Kommen wir nun zu eingangs erwähnen Kritikpunkten. Man muss diese Art von Schreibstil mögen - sprich darf sich weder an dem permanenten Duzen der Autorin stören - noch dran, dass diese zu ihrer erlauchten Leserschaft anscheinend nur Frauen zählt. Die Anrede ist jedenfalls stets auf Frauen oder Schwestern gemünzt, die unzähligen Bezüge auf die Urgöttin, die große dreifaltige Mutter usw. gehen einem mit der Zeit schon etwas auf die Nerven. Auf einen Nenner gebracht helfen die beschriebenen Kräuter in erster Linie bei menstruellen Problemen, und empfehlen sich für Scheidenspülungen - um es mal etwas überspitzt zu formulieren. Auch die vielen Hinweise bezüglich der Einnahme bei Schwangerschaft lässt das anvisierte Zielpublikum schon erahnen. Diese Einseitigkeit muss man beim Erwerb dieses Buches in Kauf nehmen. Dazu kommen für den Laien extrem viele Fachbegriffe - welche längst nicht alle im Glossar beschrieben werden. Auf der Habenseite stehen dafür ein (bis auf die Fachterminologie) unkomplizierter Schreibstil, viel Wissenswertes und am Rande auch der Bezug zu Brauchtum und (Ur-)Religion. Der Preis von knapp 9 EUR kann als günstig bezeichnet werden und zur Schnellorientierung nach dem Motto welche Pflanze wann für was sammeln eignet sich das Werk gut zum Nachschlagen. Mit der gesamten Systematik, d.h. der Einteilung nach Planeten, sowie Bezügen zu so genannten Chakras und alchemistisch anmutenden Temperamenten (cholerisch, phlegmatisch, melancholisch, sanguinisch) muss man sich jedoch schon anfreuen können...