Ich bin etwas zwiespältig, wie ich dieses Buch bewerten soll.
Ich habe es mir aufgrund des Titels gekauft, und muss sagen, dass Titel und Inhalt leider nicht übereinstimmen.
Erwartet hatte ich ein Buch mit Beschreibungen mittelalterlicher Klostergärten, der dort angebauten Kräuter und der damals gebräuchlichen Verwendung.
Tatsächlich aber ist das Buch eine Literatursammlung zum Thema "historische Gartenpoesie" mit Schwerpunkt auf dem Gartengedicht des Abtes der Reichenau, Wahlafried Strabo.
Das Buch besteht aus mehreren einführenden Kapiteln insbesondere über den "Hortulus" (Kräutergarten des Klosters auf der Insel Reichenau), danach folgen Porträts aller im Gartengedicht von Strabo erwähnten Pflanzen, und am Schluss wird der komplette Text dieses Gartengedichtes abgedruckt.
Der Autor zitiert in allen Kapiteln aus antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Werken zu den jeweiligen Themen und Pflanzen, stellt Verbindungen her zur Politik der jeweiligen Zeit, und bringt am Rande auch die eine und andere Verwendung der Kräuter sowie ein wenig über ihre Geschichte.
Insgesamt finde ich das Buch etwas mühsam zu lesen, denn der Autor - ein Professor - schreibt nicht unbedingt laienfreundlich. Es scheint, dass er viel Wissen über antike Literatur und über Botanik als gegeben voraussetzt.
Der Text ist oft nicht flüssig geschrieben, es gibt viele nicht leicht nachvollziehbare Sprünge zu verschiedenen Quellen, und der Informationsgehalt des Buches zum Thema "Kräuterwissen mittelalterlicher Mönche" an sich ist sehr gering.
Das Buch hat nicht zum Ziel, praktisches Kräuterwissen zu vermitteln, es handelt sich hier im eine gelehrte Abhandlung über verschiedene Quellen der Gartendichtung.
Drei Sterne bekommt das Buch von mir, weil es in der für den Thorbecke-Verlag gewohnten wunderschönen Optik und Qualität gestaltet ist.
Die Texte sind mit wunderbaren Abbildungen aus historischen Büchern versehen, und es ist eine Freude, darin zu blättern, wenn man nur nach Bildern geht.