In diesem Buch wird zweifellos ein wichtiges Themea aufgegriffen, das für allzuviele noch ein Tabu ist. Die Autorin geht den Zusammenhang zwischen Beckenboden und erfüllter Sexualität sehr offen an und gibt dabei auch hilfreiche Tipps ( z.B. selber erstasten)
Allerdings habe ich bei der Herangehensweise einiges anzumerken: mir ist zum Bespiel nicht klar, warum Frau Gotved nur den kleinsten, äußeren Teil der Beckenbodenmuskulatur erklärt und trainieren will. Die viel wichtigeren, weil größeren und kräftigeren Schichten des Beckenbodens werden nirgens erwähnt. Sie behauptet der Beckenboden hat "die Aufgabe, die verschiedenen ( Körper) -öffnungen zu schließen und die Organe zu stützen". Dies ist nur die halbe Wahrheit, denn diese Muskelgruppe muss auch dehnbar und elastisch sein, gerade beim Sex und bei Geburten.
Deshalb ist der Schwerpunkt dieses Buches für mich allzusehr auf kräftigende Übungen gelegt und die Entspannung und Dehnung kommt meines Erachtens zu kurz. Nach den Erkenntnissen der Fachleute der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologie, Geburthilfe, Urologie und Proktologie (Ag GGUP) des Zentralverbandes der Krankengymnasten (ZVK) gibt es nicht "in Wirklichkeit nur eine einzige Übung, um den Beckenboden zu trainieren: die sogenannte Kneifübung". "Kneifen" wird in der Ausbildung der Physiotherapeuten schon lange nicht mehr gelehrt!
Die Abbildungen, die die Übungen neben dem Text anleiten sollen sind meiner Meinung nach nicht dazu geeignet sie richtig auszuführen, beziehungsweise gibt es durchaus bessere als z.B. die ausgewählte zur Dehnung der Hüftbeuger (Abb 12 u. 13 auf Seite 49).
Die Autorin behauptet das Beckenbodentaining ganzheitlich anzugehen. In Bezug auf den Zusammenhang zwischen Beckenboden und Sexualität und der auch von ihr erwähnten Psyche hat sie Recht.
Die Übungen sind aber nicht dazu geeignet ganzheitlich diese Muskelgruppe zu einer elastisch-kräftigen Körpermitte auszuformen.