Seit Anfang der 80er-Jahre produziert KOSS diesen Kopfhörer nahezu unverändert.
Das sieht man ihm auch an!
Selten habe ich ein derart scheußliches Gerät gesehen geschweige denn auf dem Kopfe getragen. ABER:
Der Sound stimmt. Und das ist das Wesentliche, was ich von einem mobilen Kopfhörer erwarte. Ob ich nun unterwegs Mozart, Seeed oder Rage Against The Machine höre, dieser Kopfhörer macht jeden Stil klaglos mit und der ausgewogene Sound schmeichelt meinen Ohren, egal welche Musikrichtung gerade in meine Stimmung passt oder wenn ich den alten iPod gerade auf »Zufall« eingestellt habe. Dass er etwas zu basslastig ist, stimmt, stört aber nicht weiter.
Der KOSS Porta Pro gehört mit zu dem Besten, was ich in der Preisklasse bis jetzt gehört habe. Besser sind meines Erachtens nur die In-Ear von Shure (die einzigen In-Ear-Stöpsel, die ich vertrage, ohne Ohrenschmerzen zu bekommen), aber das ist eine Hörerliga, die meinem Budget unangemessen erscheint ;-)
Wenn man das Teil erstmal außer Sichtweite auf dem Kopf trägt, ist man schon vom Tragekomfort überzeugt. Nix drückt oder quetscht oder mach sonstwie den Eindruck, er könnte verrutschen oder einem wehtun (ein paar Haare können sich aber schon in den Bügel verirren, aber das hat man bald raus). Nach außen ist er relativ laut, was ihn insofern nicht ÖPNV-kompatibel macht.
Auch die Klappfähigkeit ist sehr angenehm, wenn man den KOSS Porta Pro mal im Rucksack transportieren will, und wenn man den Trick rausgefunden hat, ihn in das zu kleine mitgelierferte Täschchen zu bugsieren, nimmt man auch dieses als deutlichen Vorteil hin.
Fazit: Man sollte sich nicht von seinem Äußeren abschrecken und seine inneren Werte für sich sprechen lassen. Das Teil ist prima und und für mich bietet kaum ein Kopfhörer ein Preis-/Leistungsverhältnis, das dem des Porta Pro gleichkommt. Auch die lebenslange Herstellergarantie spricht für den Kauf dieses Kopfhörers.
Sehr empfehlenswert! ;-)
NACHTRAG:
Nun trage ich den Porta Pro schon seit einigen Monaten und bin immer noch begeistert. Tragekomfort ist ' für mich ' perfekt, auch wenn es eher unbequem ist, ihn bei Nichthören um den Hals zu tragen. Auch zur Verarbeitungsqualität kann ich keine Abstriche machen. Er sieht zwar sehr billig produziert aus, aber bis jetzt kann ich nicht meckern. Einzig die Ohrpolster sind der Schwachpunkt am ganzen Porta Pro. Die vom Koss KSC55 (der mit dem Nackenbügel, mein Vorgänger vor dem Porta Pro) erschienen mir deutlich hochwertiger.
Auch ist es tatsächlich sinnvoll (sollte ein Porta Pro frisch ausgepackt als zu schwach auf der Brust erscheinen), den Kopfhörer mindestens 20 Stunden am Stück "warmlaufen" zu lassen, erst danach entwickelt er seinen vollen Umfang.
Wem Garantieansprüche eher nebenrangig erscheinen und wen die Basslastigkeit stört, also die Mitten und Höhen gegenüber vom Bass eher unausgewogen rüberkommen, kann zum sogenannten Kramer-Mod greifen. Was heißt:
Ohrpolster entfernen und ganz vorsichtig die schwarze Treiberabdeckung vom Hörer trennen. Mit einem Dremel oder einer Bohrmaschine mit kleinem Bohrer (1,5 bis 2 mm) jede Menge zusätzliche Löcher in die Treiberabdeckung bohren. Grate entfernen. Treiberabdeckung wieder drauffummeln und Ohrpolster drauf (Man kann zusätzlich noch etwa 1,5 cm große Löcher in die Ohrpolster schneiden, das habe ich aber gelassen).
Das Ergebnis ist schon verblüffend. Danach war der Sound perfekt für mich.
Noch ein Nachtrag Oktober 2008:
Die Ohrpolster sind nicht der Rede wert, zu schnell sind sie hinüber und Original-Polster nachkaufen ist einfach zu teuer für solch ein Billigzeug. Ich habe mir dann No-Names für zweifuffzig gekauft und ein Loch reingestanzt. Die halten auch viel länger, das Material ist eindeutig besser als das von Koss.
Der Plastiknippel, mit dem die Hörer am Bügel befestigt sind, leiern sofort aus, wenn man sie einmal versehentlich rausgedrückt hat und fallen dann auch später immer wieder mal ab, wenn man nicht aufpasst. Das ist sehr lästig und nicht zu reparieren, da der Kunststoff einfach zu weich ist.
Dennoch immer noch meine liebsten Kopfhörer, der Sound ist über alle Zweifel erhaben.
Und immer dran denken - wie oben beschrieben - sollte der Bass zu heftig sein: Löcher bohren!