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Kosovo: Ursachen und Folgen eines Krieges in Europa
 
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Kosovo: Ursachen und Folgen eines Krieges in Europa [Broschiert]

Matthias Rüb
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Matthias Rüb
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Kosovo: Kinderaugen schauen voll Angst unter einem Titel, der täuschend echt die Farbe von Blut trägt. Der Text danach ist weniger gefühlsbetont. Autor Matthias Rüb berichtet seit fünf Jahren vom Balkan für die F.A.Z., was sich stilistisch wie politisch in seinem Buch niederschlägt. Er beschreibt meist sachlich, manchmal aber auch wertend, wie es zu diesem Krieg kommen konnte und wo die Hintergründe liegen.

Amselfeld, Rambouillet, Milosevics Aufstieg und der Widerstand der UCK: Ereignisse, die im Krieg meist nur Stichworte blieben, weil viele Medienmacher das Darstellen konkreter Kampfaktionen profitabler fanden. Bilder dominierten -- und überlagerten Hintergründe. Der Autor schreibt mit seinem Werk gegen das an, was daraus entstand: Stereotypen und Simplifizierungen, Mythen und Verschwörungstheorien. Schildert er dies gewichtend, verläßt er seine Rolle als Chronist und nimmt die eigentliche journalistische Rolle ein, als Navigator im Informationsmeer. Diese Passagen machen das Buch besonders wertvoll. Wahre Lesefreude macht das Kapitel über den NATO-Einmarsch, das als Reportage geschrieben ist.

Ein Trumpf dieses Buchs ist auch seine Aktualität -- Stand: August 1999. Dies erscheint zugleich nachteilhaft, denn noch hält sich der Nebel, den Zensur, PR und Propaganda auf den Krieg warfen. Was in den fünfhundert Jahren zuvor passierte, läßt sich dagegen gut berichten, und soll helfen, die historischen Auslöser zu verstehen, die zum ersten Angriffskrieg der NATO führten. Dabei betont Matthias Rüb, daß der Konflikt zwischen Serben und Albanern kein Kulturkampf oder Religionskrieg war, sondern ein Krieg, "der durch ein kompliziertes Geflecht von politischen, ökonomischen, sozialen, ethnischen und religiösen Ursachen ausgelöst wurde."

Wer sich dem Geflecht nähern will, ist mit diesem handfesten und bescheidenen Buch gut bedient, das keine Prognosen wagt, aber einen der ersten Versuche, den jüngsten europäischen Krieg tiefgründig auszuleuchten. --Frank Rosenbauer

Pressestimmen

Ein glänzend geschriebenes Buch, das einem noch einmal die fast endgültige Vertreibung vor Augen führt. [...]. Dieses Buch gehört in die Hände auch und gerade der Jüngeren.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Der Autor hat als FAZ-Korrespondet bereits einige Jahre vom Balkan berichtet und dieses Buch kurz nach der Besetzung des Kosovos durch NATO-Truppen veröffentlicht. Es ist flüssig geschrieben, gut lesbar, und es finden sich keine groben sachlichen Fehler. Leider geht der Autor sehr selektiv mit seinen Fakten um:

Der "Annex B", mit dem Jugoslawien (= Serbien + Montenegro) die NATO zur Besetzung des gesamten Bundesstaates berechtigt hätte, wird zwar diskutiert, und es wird korrekterweise auf die Parallelen zum Daytoner Abkommen (bezüglich Bosnien-Hercegovinas) hingewiesen. Die tatsächlichen Folgen dieses Abkommens bleiben allerdings unberücksichtigt.

Der Aufstieg Milosevics zur Macht wird geschildert und korrekt mit der Zunahme "völkischen" Denkens besonders in Serbien verbunden, das Trauma des unaufgearbeiteten Genozids an den Serben durch das Ustascha-Regime (1941-45) fällt weitgehend unter den Tisch.

Die Rolle der serbisch-orthodoxen Kirche beim Aufstieg des serbischen Nationalismus wird nicht beleuchtet, stattdessen gibt der Autor einen persönlichen und positiven Bericht über den Aufenthalt in einem serbischen Kloster.

Die Urteile und Bewertungen, zu denen der Autor kommt, sind oft nicht nachvollziehbar und schlecht belegt: So gilt Vuk Draskovic dem Autoren sowohl als "politische[r] Wirrkopf" als auch als "gemäßigte[r] Politiker". Seine uneingeschränkt positive Haltung zum NATO-Einsatz begründet M. Rüb mit eher schwachen Argumenten.

Kurzum: Nur als Ergänzung geeignet. Ein Vergleich mit dem Standardwerk zum Jugoslawienkrieg (M.-J. Calic, "Krieg und Frieden in Bosnien-Hercegovina") hält dieses Buch auf keinen Fall stand.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Aus der Darstellung von Matthias Rüb spricht die Kenntnis der Sachlage vor Ort, die für eine Analyse der für den Aussenstehenden doch recht konfus wirkenden Zusammenhänge auf dem Balkan wichtig ist. Geschildert wird neben dem historischen Entwicklung auch die gegenwärtige Lage, ohne dabei jedoch die Problematik und Auswirkungen der NATO Intervention ausser Acht zu lassen. Sicherlich, Objektivität zu zeigen ist selbst bei einem solchen Konflikt schwierig, aber dennoch bewerte ich die kurze und knappe Darstellung von Matthias Rün als eine der besten, die ich gelesen habe.

Als Hintergrundinformation zu den militärischen Ereignissen ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen, um die Problematik dieses Schauplatzes verstehen zu können.

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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von tribute
Format:Broschiert
Ich habe das Buch vor einiger Zeit gelesen und möchte hier den eventuell zukünftigen Lesern möglichst davon abraten auch nur 1 Euro dafür zu bezahlen.

Das Buch ich sehr einseitig geschrieben, objektiv und die Meinung des Autors ist anscheinend wichtiger als die Sachlage. Der Anfang des Buches gefiel mir noch gut aber je weiter ich las, desto öfter überlegte ich ob ich das Buch überhaupt noch zu Ende lesen soll.

Der Autor, der früher für die FAZ schrieb (was schon einiges aussagt), gibt den Serben und Milosevic die ganze Schuld am Kosovokrieg und verurteilt den ehemaligen Politiker, während er die albanischen Kosovaren die Opferrolle spielen lässt.

Alles in allem weiß ich nicht, wie sich so ein Mensch, Korespondent oder was er sonst im Kosovo zu suchen hat, so einseitig für ein Volk "einsetzt". Für mich ist das Buch hier bei weitem überbewertet, denn schließlich ist der Leser, meiner Meinung nach, auch ein Sherlock Holmes, der auf der Suche nach der Richtigkeit und Wahrheit ist und dafür ist dieses, nicht neutral gehaltenes Buch, ungeeignet.
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