Unter der Führung des Zauberers Gandalf brechen dreizehn Zwerge und der Meisterdieb Bilbo Beutlin zum Einsamen Berg auf, um dem Drachen Smaug einen Schatz abzujagen...
Bis zu fünf Spieler schlüpfen in die Rolle der Zwerge. Jeder Zwerg verfügt über drei Eigenschaftswerte (Mut, Intelligenz und Stärke), die dabei helfen, die gefährlichen Abenteuer zu meistern.
Das Spiel ist in vier Abschnitte mit je zwei Phasen unterteilt. Zuerst erfolgt die Reisephase, in der zu Beginn des Zuges die oberste Ereigniskarte aufgedeckt wird. Entweder verbessern sich durch das Ereignis die Eigenschaften der Zwerge; eine Auktion findet statt, in der der Spieler mit der höchsten oder niedrigsten Zwergenkarte eine Karte mit besonderen Fähigkeiten ersteigern kann; oder -am häufigsten- die Reise wird fortgesetzt. Zum Reisen spielt jeder Spieler verdeckt eine Zwergenkarte (Werte von 1-60, jeder Spieler hat immer fünf davon auf der Hand). Dann werden die Karten gleichzeitig aufgedeckt und es wird in aufsteigender Reihenfolge gezogen: Der Spieler mit der niedrigsten Karte zieht die Bilbo-Figur zuerst ein Feld weiter und befolgt die Anweisung auf dem Spielfeld, dann der zweitniedrigste usw., bis alle Spieler gezogen haben. Die Spielfelder sorgen in der Regel dafür, dass sich die Eigenschaften der Zwerge verbessern oder neuer Proviant zur Verfügung gestellt wird, einige Felder aber senken die Eigenschaften auch und sollten daher tunlichst vermieden werden. So geht weiter, bis man ein Abenteuerfeld erreicht. Hier macht der Spieler mit dem höchsten Mut den Anfang und deckt die oberste Abenteuerkarte auf. Diese gibt ihm eine Vorgabe, welche Symbole er mit fünf Spezialwürfeln erwürfeln muss. Hier sind hohe Eigenschaftswerte von Vorteil, denn Zwerge mit hohem Mut oder hoher Stärke müssen weniger Symbole werfen; und eine hohe Intelligenz ermöglicht, Würfel noch einmal zu werfen. Proviantvorräte sind ebenfalls von Vorteil, denn fehlende Proviantsymbole kann man ausgleichen, indem man eine Proviantmarke abgibt.
Beim Abenteuer hat der Spieler zwei Möglichkeiten: Entweder er passt, oder er stellt sich der Herausforderung. Wenn er passt, geht die Herausforderung an den nächsten Spieler; passen alle, rückt Smaug ein Feld vor. Wenn der Spieler sich zum Kampf stellt, gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Entweder schafft er es, die vorgegebenen Symbole zu erwürfeln, oder er scheitert. Ist er siegreich, erhält er je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedlich viele Kristalle; schafft er es nicht, wird eine Smaug-Karte aufgedeckt, die den Spieler mit dem Verlust von Proviant bestraft und eine Eigenschaft senkt oder den Drachen vorrücken lässt. Womit wir bei den Gewinnoptionen sind: Erreicht Smaug Seestadt, bevor alle Abenteuer bestanden sind, verlieren die Zwerge gemeinsam. Schaffen sie die Abenteuer in Smaugs Höhle, bevor der Drache in der Stadt ist, gewinnt der Zwerg, der die meisten Kristalle gesammelt hat.
Beim Spielprinzip halten sich Taktik und Glück in etwa die Waage. Zwar gibt es zahlreiche Entscheidungen zu treffen (Opfere ich einen Intelligenzpunkt für den Einen Ring? Ersteigere ich mit der Zwergenkarte eine Sonderkarte oder hebe ich sie lieber für die Bewegungsphase auf?), aber dadurch, dass man die Pläne und Karten der Mitspieler nicht kennt, ist eine exakte Planung nicht möglich. Ein wenig Menschenkenntnis ist aber hilfreich. Auch beim Würfeln macht sich der Glückfaktor bemerkbar. Ob das gut oder schlecht ist, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Bei einem Familienspiel ist das aber von Vorteil, da so auch jüngere Spieler eine Chance gegen ihre taktisch versierteren älteren Mitspieler haben.
Wer ein Taktik-Spiel für Einsteiger sucht, trifft mit 'Der Hobbit' eine gute Wahl. Spieler mit höheren taktischen Ansprüchen sollten sich nicht abschrecken lassen, denn trotz des hohen Glücksfaktors ist das Spiel taktisch komplex, ohne kompliziert zu sein.