"Schwarzer Freitag" ist ein Spiel, das einfach nur Spaß macht.
Jede Runde steht man wieder vor der Frage: Wie lange wird das noch gut gehen? Soll ich noch weiter in Aktien investieren, um bei möglichen Kurssteigerungen Gewinne abzuschöpfen? Oder wird die Blase bald platzen, wodurch die Kurse ins Bodenlose purzeln und die Aktien plötzlich nichts mehr wert sind? Dann wäre es Zeit, die Aktien abzustoßen und die Gewinne in den sicheren Hafen Gold zu investieren - denn Gold steigt grundsätzlich immer nur im Wert. Das Dilemma: pro Runde habe ich nur eine Aktionsmöglichkeit. Also entweder Aktien kaufen, oder Aktien verkaufen, oder aber Gold kaufen. Recht häufig kommt es zu Preisanpassungen - und die raffinierte Mechanik des Spiels sorgt dafür, dass es am Anfang eigentlich nur eine Richtung für die Kurse gibt: nach oben. Aber nach und nach kommen schwarze Schafe (oder besser: Köfferchen) ins Spiel, und mit ihnen steigt das Risiko, dass die Stimmung kippt. Den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg zu erwischen entscheidet meist über Sieg und Niederlage.
Sicherlich kein klassisches Strategiespiel - dafür ist das Zufallselement (welche Köfferchen werden aus dem Beutel gezogen) einfach zu groß. Aber genau das macht den Reiz dieses Spiels aus.
Noch ein Wort zu den Regeln: Ich muss zugeben, dass mir das Spiel von jemand erklärt wurde, der es gut kannte. Die Regeln brauchte ich also nur zum Auffrischen - und das leisteten sie tadellos. Ob sie aber in der Lage sind, den grundsätzlichen Einstieg leicht zu machen, vermag ich schwer zu beurteilen. Die eine oder andere Formulierung ist schon ein bisschen unglücklich ...
Deshalb: Spiel 5 Sterne, Regeln 3 Sterne - macht insgesamt 4 Sterne.