Das "Zwei-Personen-Sternen-Siedler-Kartenspiel" ist da. Das dürfte kaum jemanden überraschen. Denn Klaus Teuber, seine TM-Spiele GmbH und Kosmos haben sich beim Ausbau der Catan-Familie noch nie zurückgehalten. Was Nachfrage versprach, wurde produziert. Die Qualität der Spiele hatte darunter jedoch nie zu leiden.
Die Schaffung einer Zwei-Personen-Variante ist eine ureigene Erfindung Klaus Teubers, der sich beim "Siedler-Kartenspiel" von Elementen des Kartenspiels "Magic" inspirieren ließ. Teuber hat bei Kosmos eine Spielelinie begründet, die mit "Caesar und Cleopatra" seine Fortsetzung fand und die heute den Markt weitgehend beherrscht. Kosmos' "Spiele für Zwei" stehen für thematisch abwechslungsreiche Duelle, bei denen sich Taktik und Glück mehr oder weniger die Waage halten.
Teuber hat mit dem "Sternenschiff" ein weiteres Mal das Kunststück vollbracht, dass die SpielerInnen nicht offensiv gegeneinander spielen. Beide haben ein Raumschiff vor sich liegen. Sie versuchen, im Wettstreit miteinander ihr Raumschiff auszubauen und Kolonien zu gründen - dafür gibt es Siegpunkte. Wer zuerst zehn erreicht hat, hat gewonnen.
So unglaublich spannend es auch sein kann, seinen eigenen Bereich, das Raumschiff, zu optimieren: Wie verhindert man, dass das ganz zu einer Patience ausartet? Beim "Sternenschiff" wird dem Effekt, dass die SpielerInnen einzeln und in sich versunken vor sich hin spielen, sehr effektiv entgegengewirkt: Die Ereigniskarten der einen SpielerIn müssen von der anderen SpielerIn aufgedeckt und gegebenenfalls vorgelesen werden. Denn wenn die Ereigniskarte einen Piraten zeigt, darf die aktive SpielerIn die Karte nicht sehen. Dies führt dazu, dass die eine die Spielzüge der anderen aufmerksam verfolgt.
Vier Stapel Spielkarten liegen in der Tischmitte. Diese Stapel sind vier unterschiedliche Raumsektoren. Und in diese Stapel "fliegt man hinein", erläutert Klaus Teuber sein Spiel. Dabei wird dieser Raumsektor "entdeckt". Im Kartenstapel kann man auf die besagten Piraten treffen, die man bestechen oder mit Kanonen vertreiben kann. Es gibt dort Planenten, auf denen man Kolonien gründen kann, wenn man ein entsprechendes Landungsschiff im Hangar hat.
Einen erheblichen Raum im Spiel nimmt das Handeln ein. Wenn schon kaum zwischen den Spielern gehandelt werden kann, dann gibt es hier trotzdem genug Handelsmöglichkeiten. Erstmals gibt es in der Catan-Welt echtes Geld: die Währung Astro.
Damit kann man Rohstoffe kaufen und verkaufen. Wenn man in die Kartenstapel "fliegt", entdeckt man Planeten, auf denen es beispielsweise Erz für nur ein oder zwei Astro zu kaufen gibt. Dann lädt man sein Raumschiff so voll, dass der entsprechende Lagerraum randvoll ist. Wenn man später einen Planeten entdeckt, auf dem ein Erz fünf Astro kostet, wird man dagegen ans Verkaufen denken und damit einen ordentlichen Profit einstreichen.
Das "Sternenschiff Catan" ist ein brilliantes und lebendiges Spiel. Eine Empfehlung ist es insbesondere für die, die mehr Vielfalt und Abwechslung bei einem Zwei-Personen-Spiel verlangen und sich dabei auch von einer umfangreichen - aber mit einer vorbildlichen Einführungsanleitung ausgestatteten - Spielregel nicht abschrecken lassen.