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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Von den Möglichkeiten eines Weltbürgers,
Von Neuro Mat "Leser" (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Kosmopolit: Philosophie des Weltbürgertums (Gebundene Ausgabe)
Es geht Appiah um die "Herausforderung, die darin besteht, das über Jahrtausende eines Lebens in kleinen, lokalen Gruppen geformte Denken und Fühlen mit Ideen und Institutionen auszustatten, die uns ein Zusammenleben in dem globalen Stamm erlauben, zu dem wir geworden sind."Das Buch ist trotz seines Untertitelhinweises auf die "Philosophie" also offensichtlich verständlich geschrieben, aufgeteilt in zehn Kapitel, die eingeleitet werden von dem Abschnitt "das Gespräch suchen". Zu den eindrücklichsten Beschreibungen gehört das Kapitel über das "Leben mit Geistern". Beispiele afrikanischer Kultur, von Zauber und Riten, die doch offensichtlich ihre Benutzer nicht von einem auch in unseren Augen ganz alltäglichen Leben als Anwalt abhalten. Eigentlich liegen mir diese Stilmittel der Vereinfachungen, der Episoden und Anekdoten nicht. Hier ist das anders. Appiah verwendet sie nicht, um fehlende Argumente zu ersetzen, sondern zur Veranschaulichung seiner geschliffenen und klaren Gedanken und Interpretationen. Für mich ist die Kernaussage die, dass es eine Objektivitaet von menschlichen Werten gibt, jenseits des "andere Länder - andere Sitten". Einer dieser objektiven Werte ist Freundlichkeit, von der Appiah schreibt: "Lernen, was Freundlichkeit ist, heisst unter anderem lernen, dass sie gut ist." Auf diese Weise kommt der Autor mit seinem Leser tatsächlich in ein imaginäres Gespräch, da Beschönigungen, apodiktisches Katastrophengetue und pastorales Gehampel einfach nicht benutzt werden. Dieses Buch ist zum nur Lesen eigentlich zu schade - es dient mit anderen ins Gespräch zu kommen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lesestoff für das unterschiedlich fühlende und doch Zusammen-Wachsen aller Menschen der Welt!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Kosmopolit: Philosophie des Weltbürgertums (Gebundene Ausgabe)
Die Weisheit der Vielen ist heute nicht mehr nur eine nette Zielsetzung, sie ist mit dem Internet nachvollziehbar und real. Appiah lebt aufgrund seiner Abstammung und Lebens-Geschichte zwischen den Kulturen und versucht einen neuen Weg, die Philosophie des vorbehaltslosen Miteinander philosophisch, kulturhistorisch zu begründen. Am Anfang des Buches steht der englische Kulturen-Versteher aus dem 19. Jahrhundert, Sir Richard Francis Burton, der erste Kosmopolit und Weltreisende. Er hatte etwas vom Unsteten der Sinti und Roma, bei denen er gelebt hatte, und setzt diesen Charakterzug gewinnbringend für alle ein. Mit Touren und Entdeckungen rund um die Welt. Er lernt aus den Unterschieden und teilt es allen mit. Heute ist dafür kein Abenteuerleben mehr nötig, es reichen einige Klicks im Internet, um zu verstehen, dass Kooperation und gemeinsames Arbeiten vor allem aus dieser Aussage kommt: "Am besten überzeugt man andere mit den Ohren, indem man ihnen zuhört." Burton machte nichts anderes, als zuzuhören und zu entdecken. Seine Weltsicht floss in diese alles zusammenfügende Aussage: "Aller Glaube ist wahr, aller Glaube ist falsch, Wahrheit ist der zersprungene Spiegel, zerstreut in Myriaden Splitter; und jeder glaubt, sein kleiner Splitter berge das Ganze." Burton war Christ unter Christen, Mohammedaner unter Mohammedanern, Mormone unter Mormonen, immer auf der kindlichen Suche nach den jeweiligen Wahrheiten. Und er lebte in der Hoffnung, all jene kleinen Glas-Splitter zu einem besseren Weltbild zusammenzufügen. Auf seiner Reise nach Ostafrika schreibt er über die Wüstenleute des Mombasischen Hügellandes: "Bei ihnen ist alles Konfusion. Sie verbinden das Unvermögen der Kindheit mit dem Starrsinn des Alters." Schöner könnte man die nachmittäg- bis vorabendliche RTL/SAT1/PRO7 Sendeergüsse nicht zusammenfassen! Burton schrieb nichts anderes auf als seine Vorurteile über den schwarzen Kontinent, heute wird die universellere Gültigkeit dieser Aussage auf alle Kulturen deutlich. Dabei systematisieren gem. Burton die (schwarzen) Menschen in Religionen ihre unsinnigsten Ängste. Auch das ist viel weitreichender gültig als er dachte.Als Burton Fan und enttäuschter Leser von Trojanow's "Weltensammler" hat mir der Einstieg über Burton an diesem Buch besonders gefallen. Dieser Abenteurer ohne Veränderungswillen (er nutzte Sklaven z.B. ohne Skrupel) wollte erleben und berichten, Appiah möchte verbessern, verändern, er will ver-antworten: aus ver-wirrenden Zuständen hilfreiche Antworten geben. Es gelingt diesem Buch auf eine charmante, nicht kritisierende, sondern zusammenführende, charaktersisierende Art und Weise. In jedem der einzelnen Kapitel (Das Gespräch suchen, Der zersprungende Spiegel (Burton), Der Ausweg aus dem Positivismus, Bodenständige Tatsachen, Moralische Meinungsverschiedenheiten, Der Vorrang der Praxis, Imaginäre Fremde, Kosmopolitische Kontamination, Wem gehört die Kultur=, Gegenkosmopoliten, Freundlichkeit gegenüber Fremden) gelingt dies bestens und wir ahnen, dass die von Burton eingangs zitierte Aussage ("Es gibt weder Gut noch Böse; das sind nur Launen eines sterblichen Willens...") eine der wesentlichen Grundlagen für echte Kosmopoliten ist. Das Schöne heute: sie sind alle schon im Netz unterwegs, die Praxis untermauert die Aussagen von Appiah längst. Die Toleranz von anderen Meinungen ist dabei zwingend notwendig, ein verbindlicher Wertekanon (oder Leitbildkultur) nichts als Ballast aus Bayern. Wir haben zwar unterschiedliche Meinungen bzw. Werte, sind aber trotzdem Freunde oder Mitarbeiter in einer Sache, die sich auch in Zukunft an den unerklärlichen menschlichen Verhaltens- bzw. Glaubensüberzeungen reiben, aber nicht mehr entzünden sollte. Die beim Reiben entstehende Wärme schafft einfach Menschlichkeit und natürliches Verstehen bzw. Akzeptieren. Das bringt weiter! Dieses Buch ist in diesem Sinne wirklich weiter reichend, Hand reichend, spannend zu lesen, anektdotenreich und auf eine menschliche Art und Weise richtig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unerträglich trocken und voller Denkfehler,
Von walkingtall (Neubrandenburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Kosmopolit: Philosophie des Weltbürgertums (Gebundene Ausgabe)
Der Autor ist nicht in der Lage auf den Punkt zu kommen, bedient sich aber oft hochtrabender Worte und Formulierungen (wahrscheinlich um eine hohe Intelligenz und Sachverstand vorzutäuschen), mit welchen er dann aber nicht viel aussagt.Normalerweise sind Fachbegriffe da um zu komprimieren was sonst lang und breit erklärt werden müsste. In diesem "Buch" werden solche Begriffe zwar verwendet, dann aber trotzdem noch lang und breit, und zwar um den heissen Brei herum erklärt. Dieses nichtssagende in die Länge ziehen empfand ich als unerträglich. Weder kann er eine Sache schnell auf den Punkt bringen (vereinfachen/veranschaulichen) noch sie besonders genau erklären. Ein Buch das optimal für jene ist, die beim Lesen nicht kritisch mitdenken und sich ein wenig philosophisch berieseln lassen möchten um das Gefühl zu bekommen etwas schlaues gelesen zu haben. Für mich war es reine Zeitverschwendung und meine Rezension ist eine Warnung an mögliche Leser. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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