So harmlos, wie "Kosher Nostra" auf Gangster macht, ist es nun auch nicht. Es ist in gewisser Weise subversiv.
Shantel und Oz Almog führen uns mit dieser Anthologie vor, was so alles seit der "Golden Era of Swing" unbeachtet am Wegesrand liegen geblieben ist. Eine Steilvorlage für alle, die ernsthaft mit Swing arbeiten: Vor allem die jungen Musiker, die mit dem Revival dieses Stils sich eine goldene Nase verdienen. Denn hier finden sich wahre Juwelen, die nur darauf warten, wieder neu gespielt zu werden.
Jede Ausgrabung wird in einem archäologischen Bericht dokumentiert. In diesem Fall ist es ein vergleichsweise üppiges Booklet auf Deutsch und Englisch), das über die Begleitumstände jüdischen Lebens in den U.S.A. der 20er und 30er und dann über die in der Sammlung zu hörenden Künstlerinnen und Künstler beredt Auskunft gibt.
Wer auf diesem Album also die Musik Shantels erwartet, wird überrascht sein. Es handelt sich hier um nichts weniger als eine Sammlung seltener oder gar fast verschollener Aufnahmen, die zeigen, welchen Einfluss die yiddische Kultur auf den Jazz und die Tanzmusik jener wilden Zeit ausübte.
Und schon immer war ich neugierig, wie das Original des "Bucovina Club"-Themas klingt. Jetzt weiß ich es, denn es ist auf Kosher Nostra. Aber ich verrate Euch den Titel nicht. Sucht selbst und hört Euch ruhig alles an....