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Korruption: Netzwerke in Politik, Ämtern und Wirtschaft
 
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Korruption: Netzwerke in Politik, Ämtern und Wirtschaft [Taschenbuch]

Hans Herbert von Arnim
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Droemer Knaur (1. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426776839
  • ISBN-13: 978-3426776834
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 521.222 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Literaturtest.de

Der Band versammelt Beiträge renommierter Experten, die an einer Tagung zum Thema "Korruption in Politik und Verwaltung" teilgenommen haben. Darunter sind der wohl bekannteste deutsche Enthüllungsjournalist, Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung), und auch Erwin K. Scheuch, der schon 1992, also lange vor dem Korruptionsskandal 2002, ebensolche Machenschaften am Beispiel der Stadt Köln aufgedeckt hatte.

Besonders interessant ist der Beitrag der Bielefelder Kriminologin Britta Bannenberg. Sie stellt die Ergebnisse ihrer empirischen Studie zu Korruption und deren strafrechtlicher Untersuchung vor. Diese Studie kann freilich nur das widerspiegeln, was vor deutschen Gerichten verhandelt wird. Im Bereich der organisierten Wirtschaftskriminalität geht es um Absprachen mit Amtsträgern, um Aufträge zu erhalten oder Auftragsvergaben zu manipulieren. Bestechungssummen sind in die Angebote mit eingerechnet, und Bestechung ist Bestandteil der Unternehmensstrategie. Fazit: Die "Netzwerk-Korruption" ist die schwerste Form der Korruption, die in ihren Auswirkungen nicht zu vergleichen sei mit Fällen, in denen zum Beispiel der Mitarbeiter einer Zulassungsstelle 10 Euro für ein Wunsch-Autokennzeichen einstreiche. Es ist die "Netzwerk-Korruption", die besonders straff organisiert ist und besonders großen Schaden anrichtet. Und genau mit diesem Bereich ist auch die Politik am engsten verflochten. Insgesamt bietet der Band einen sehr guten Überblick über die zum Teil haarsträubenden Verflechtungen von Wirtschaft und Politik. -- Mathias Voigt

Kurzbeschreibung

Spektakuläre Korruptionsfälle wecken den Verdacht, dass es kaum ein Großprojekt gibt, bei dem keine Bestechungsgelder fließen. Absprachen, Schmiergelder und Amtsmissbrauch gehören vielerorts schon zum »guten Ton«. Was ist zu tun, wenn die Staatsanwaltschaft mit Bussen vorfährt, um ein ganzes Amt vorzuladen, in dem jeder die Hand aufgehalten hat? - Deutschlands namhafteste Korruptions-Experten zeichnen ein ungeschminktes Bild der Lage. Sie beschreiben anhand einer Fülle konkreter Beispiele, wie Korruption entsteht, wer dafür anfällig ist, wie sie sich auswirkt und welche Gegenmaßnahmen nötig sind.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meine Hochachtung 21. September 2004
Ich kann mich dem Rezensenten aus Köln nur in jeder Hinsicht anschließen. Das Buch ist erstklassig.

Tagungsbände sind oft nur ein lauer Abklatsch, der in Bibliotheken modert. Dieser Band ist anders. Er ist mehr als die Summe seiner schon hervorragenden Einzelteile und erreicht besondere Qualität dadurch, daß das Thema Korruption von verschiedenen Leuten aus verschiedenen Blickwinkeln in verschiedenen Aspekten beleuchtet wird. Man merkt dabei wirklich, daß bei dieser Tagung geballt Sachkompetenz und Courage versammelt waren. Als angenehmer Nebeneffekt ergeben sich aus den Beiträgen abgeschlossene kleine Kapitel die man einzeln lesen kann.

Es wird sehr gut und plastisch erläutert, wie Korruption funktioniert, wie sie entsteht, worin die Ursachen liegen und wie die Staatsgewalt es unterläßt - bisweilen gar verhindert - Korruption zu bekämpfen. Wer wissen will, was Korruption ist, der kann es hier nachlesen, gleichermaßen unterhaltsam und fundiert, denn es wird auch erklärt, gegen welches Recht Korruption verstößt und welche Tragweite Korruption längst hat. Danach sieht man vieles mit anderen Augen.

Besonderen Respekt verdient die Tatsache, daß man hier kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern auch die angreift und kritisiert, die normalerweise unantastbar sind - Wissenschaft, Beamte und Justiz, sogar bis zum Bundesverfassungsgericht. Den Wert dessen kann man erst einschätzen wenn man weiß, mit welchen Repressalien und Anfeindungen in Deutschland leben muß, wer Korruption anprangert. Korruption ist längst Funktionsprinzip dieses Staates geworden, und Korruption in Frage zu stellen, bedeutet durchaus, sich mit denen anzulegen, die Macht und Einfluß haben.

Deshalb meine dringende Leseempfehlung für alle, die das Thema Korruption interessiert, und vor allem für die, deren Aufgabe es ist oder eigentlich wäre, Korruption zu verhindern. Und das ganze noch zu einem günstigen Preis.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Dieses Buch ist das Ergebnis einer Tagung zum Thema "Korruption in Politik und Verwaltung". Neben dem m.E. brillantesten deutschen Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim enthält es Beiträge mehrerer hochkarätiger Vorkämpfer gegen die Korruption in Deutschland, darunter die Oberstaatsanwälte W.Schaupensteiner & Schmidt-Hieber, Prof.E.Scheuch, Prof.Britta Bannenberg und Süddeutsche-Redakteur H.Leyendecker, die an Hand vieler Beispiele die sauber ablaufenden Mechanismen der Korruption aufzeigen. W.Schmidt-Hieber verdeutlicht die langfristigen Schäden, die durch Ämterpatronage entstehen. Richter W.Maier erklärt die verdeckte Weisungsgebundenheit und dadurch auffällige Inaktivität der Staatanwaltschaft in vielen Fällen (u.a. Helmut Kohl). Peter Eigen, Gründer von Transparency International, erklärt den Corruption Perception Index (CPI), nach dem Deutschland seit Jahren absteigt. Als einziges kleines Manko empfand ich die insgesamt 30 Seiten Zusammenfassung der Diskussion zu den Beiträgen, die zwar protokolltechnisch korrekt aufgearbeitet sind, aber eigentlich von den Redner in ihre ohnehin überarbeiteten Reden hätten aufgenommen werden können.

Angesichts der Bedeutung des Themas möchte ich noch etwas weiter ausholen.
Die vielen konkreten Fälle sind ein Rundumschlag quer durch die Republik und erfassen viele namhafte Persönlichkeiten. Die Stufen sind:
1) Einzelfälle wie Zahlungen für einzelne Entscheidungen wie Baugenehmigungen, Auftragsvergaben
2) Netzwerke, wenn viele Personen dauerhaft zusammenarbeiten wie bei Trienekens-Köln
3) Ämterpatronage, wenn minderqualifizierte, aber gut beeinflussbare Personen/Freunde von den Netzwerken in Entscheidungspositionen gesetzt werden und damit Korruption institutionalisiert wird. Dadurch entstehen letztendlich organisierte, Mafia-ähnliche Strukturen, die schwer zu zerschlagen sind (bspw. in der Kombination Bankenlobby, abhängige Parlamentarier, weisungsgebundene Justiz/Staatsanwaltschaft).

Die genannten Beispiele sind bekannt und sollen nicht erneut anklagen, sondern die Mechanismen und Absicherung der Korruption aufzuzeigen. Wichtig ist die übereinstimmende Kernaussage, dass Korruption in Deutschland schon lange keine Einzelfälle mehr sind, sondern die Deutschland AG "durchorganisiert" ist. Korruption trifft die Allgemeinheit, und deshalb gibt es selten einen direkt betroffenen Kläger: so führte z.B. das Trienekens-Netzwerk in Köln, bei dem für 800 Millionen DM ein völlig überflüssiger Müllofen gebaut wurde, für die Kölner zu den höchsten Müllgebühren Deutschlands. Oder die Ämterpatronage, die u.a. auch zu der wundersamen Vermehrung von hoch dotierten Positionen in den Landesverwaltungen führt - trotz konstanter Bevölkerungszahl. In der Summe streuen die durch mannigfaltige Fehlentscheidungen verursachten Zusatzkosten Sand ins Getriebe, der irgendwann auch die stärkste Lokomotive zum Stehen bringt. Dass etwas mit der Deutschland AG insgesamt nicht mehr stimmt, merkt angesichts immer höherer Steuern, Gebühren, Überschuldung, Reformstau und Leistungsabbau inzwischen jeder.

Ein solches Buch hat sogar mehr als 5 Sterne verdient. Die Beiträge sind anspruchsvoll und die komplexen Zusammenhänge gut und tiefgehend analysiert. Für die breite Masse ist das Buch evtl. nicht reißerisch genug und deshalb nicht unbedingt zugänglich, doch der interessierte Leser erhält hier besonders fundierte, nüchterne Kritik. Hier schreibt ein Team mutiger Persönlichkeiten - denn im offenen Kampf gegen die Korruption braucht es Zivilcourage. Hans Herbert von Arnim gehört zu den aktivsten Kritikern (s.a. Günter Ogger, Roland Baader, Hans G.Möntmann), seine Bücher stehen auf einer soliden juristischen bzw. staatsrechtlichen Basis. Auch seine vielen weiteren Erscheinungen kann ich ausnahmslos empfehlen.

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