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Korrupt?: Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern - und uns verkaufen
 
 

Korrupt?: Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern - und uns verkaufen [Kindle Edition]

Mathew D. Rose
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Spannend zu lesen. Was kann man als Leser - und Bürger mehr wollen?“ (politik & kommunikation )

"Berlin Investigator" nannte der Spiegel den US-Amerikaner Rose, der 2001 maßgeblich an der Aufdeckung des Berliner Bankenskandals mitgewirkt hat. Für "Korrupt?" hat Rose sich nun wieder durch Aktenberge gewühlt und unzählige Interviews geführt." (taz )

Kurzbeschreibung

Politik als Big Business – ein investigativer Journalist deckt auf

Vertreten Politiker wirklich den Willen des Volkes? Arbeiten sie nicht schon längst auf eigene Rechnung? Mathew D. Rose folgt der Spur des Geldes und wirft einen Blick hinter die Finanzkulissen von Parteien und Politikern. Er enthüllt: Politik funktioniert nach den Gesetzen des Big Business. Geld und Macht bestimmen immer öfter die politischen Entscheidungen. Die Demokratie droht auf der Strecke zu bleiben.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SvenW
Format:Gebundene Ausgabe
Ein wichtiges Buch mit vielen Anregungen und Beispielen, was in unserem politischen System (und auch in den Medien) falsch läuft. Selbst wenn einige wenige, randständige Details nachlässig recherchiert sein mögen, die Kritik des Autors an vielen Miss-Ständen trifft ins Schwarze: fehlende Transparenz, Dominanz von Partikularinteressen im politischen Betrieb, Drehtüreffekt beim Wechsel von Politikern in die Wirtschaft, Selbstbedienungsmentalität von manchen Politikern und Parteien - um nur einige wenige Punkte zu nennen.

Bestimmte Beispiele sind hier in dieser Form meines Wissens zum ersten Mal benannt, etwa die zunehmende Finanzierung der Parteien über Sponsorings und "sonstige Einnahmen"*, die nicht weiter aufgeschlüsselt werden und jeglicher Transparenz entbehren. Damit liefert der Autor wichtige Ergänzungen zu den einschlägigen Veröffentlichungen.

Viele Beispiele hat der Verfasser aufwändig recherchiert und dafür gebührt im Dank. Als studierter Politikwissenschaftler habe ich solche Anregungen in meinem Studium vermisst. Von Berichten in den Medien ganz zu schweigen.

Darüber hinaus ist die Sicht des Amerikaners Rose auf seine Wahlheimat Deutschland mit den Augen eines Außenstehenden aufschlussreich und spannend.

Nicht umsonst verschenkt die Organisation LobbyControl dieses Buch an Neumitglieder. So bin ich an meine Ausgabe gekommen. Ich hoffe, das Buch findet viele Leserinnen und Leser.

* Verkürzt von mir wiedergegeben - im Buch ist das konkreter beschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Haas
Format:Gebundene Ausgabe
Mathew D. Rose gelingt mit seinem Buch eine m. E. hervorragende Darstellung, woran unsere Demokratie (wenn man sie denn überhaupt noch als eine solche bezeichnen mag, Rose bedient sich hier des Begriffes "Parteienoligarchie") zurzeit krankt. Dabei zeigt er, gründlich recherchiert, zahlreiche Beispiele auf, welche die Verquickung von Politikern und Parteien mit wirtschaftlichen Partikularinteressen verdeutlichen. Sicher, geahnt hat man das schon immer (und einiges auch schon gewusst), aber die Selbstverständlichkeit, mit dem die sogenannten Volksvertreter eben gerade nicht die Interessen des Volkes, sondern ihre eigenen, die ihrer Partei und die von spendablen Geldgebern vertreten, wird einem hier schon schonungslos vor Augen geführt.

Darüber hinaus belässt es der Autor allerdings nicht nur bei einer Aufzählung/Anprangerung von Vorteilsnehmern, sondern beschreibt auch in einem Kapitel das Dilemma der deutschen Medienlandschaft, die ihrer ursprünglichen Aufgabe als vierte Säule der Demokratie so gut wie nicht mehr nachkommt und zum Großteil zu einem reinen PR-Vehikel der herrschenden Schicht geworden ist, geht auf die Spezifität der Demokratie in Deutschland aus historischer Sicht ein und liefert im Epilog noch einen Abriss der Geschichte der Demokratie.

Zurzeit ist das Buchthema ja durch den unrühmlichen Abgang des Exbundespräsidenten Wulff in aller Munde, sodass sich hier viele interessante Informationen finden, die das Ganze etwas ausführlicher und differenzierter betrachten als Springer, Spiegel usw. Mathew D. Rose gelingt auf für die Komplexität des Themas doch recht überschaubaren knapp 300 Seiten eine gut lesbare Darstellung eines der Hauptprobleme unseres Staates. In jedem Fall empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von HHarlekin TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Korrupte Strukturen, Seilschaften und Beziehungsgeflechte durchdringen nahezu alle Bereiche in Politik und Wirtschaft, im kommunalen Bereich, auf Landes- Bundes- und EU-Ebene, überall sind sie präsent, und richten schwerste Schäden in Milliardenhöhe auf unser aller Kosten an. Ständig geschehen Merkwürdigkeiten: Absurd überteuerte Bauvorhaben, deren Kosten sich im Laufe der Bauzeit vervielfachen, was natürlich niemand hat vorausahnen können (wollen?), und deren Finanzierung über Steuern und Abgaben uns allen zur Last fallen, seltsame Public-Private-Partnership-Projekte, auffällige Vergabepraxis öffentlicher Aufträge, oder, was wir gerade z. Zt. erleben: Tiefgreifende Gesetzesänderungen zugunsten der Finanzbranche, von denen auch nur diese Branche profitiert: Stets sind wir Bürger, weil Steuerzahler, mit im Boot, tagtäglich kommt es, im Kleinen wie im Großen, zu Begebenheiten, bei denen es schwerfällt, nicht an Korruption zu denken. Solchen Ereignissen liegen begünstigende Strukturen zu Grunde.

Mit dem Thema Korruption hat sich der seit vielen Jahren in Deutschland lebende amerikanische Journalist Mathew D. Rose schon häufig befasst, u. a. in mehreren Büchern, in Beiträgen für diverse Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Spiegel, Manager-Magazin, etc.) sowie für das Berliner Polit-Magazin "Kontraste" in der ARD. Als Autor ist er mir seinerzeit besonders aufgefallen mit seinem Buch "Eine ehrenwerte Gesellschaft" über den Berliner Bankenskandal, in den zahlreiche örtliche CDU-Obere wie Landowsky und andere tief verstrickt waren. Wie sehr dieser damalige Bankenskandal auch heute noch als ein Lehrstück in Sachen Wirtschaftskriminalität, politischem Filz und Korruption betrachtet werden kann, zeigt das 2003 erschienene hervorragend recherchierte Werk des Autors.

Sein neues Buch "Korrupt - Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern - und uns verkaufen", gehört wie auch Frank Überalls "Abgeschmiert" und Thomas Wieczorecks "Die geschmierte Republik" zu den ebenso lesenswerten Büchern zum Thema. Ähnlich wie Überall verfolgt auch Rose den begrüßenswerten Ansatz, daß man versuchen sollte, korrupte Strukturen zu verstehen, wenn man sie bekämpfen will. Rose legt sein besonderes Augenmerk auf die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik, insbesondere auf den Aspekt der "politischen Korruption", und gibt sich auf über 300 Seiten alle Mühe, daß der Leser versteht, wovon er schreibt, was ihm wirklich gut gelingt.

Nach Ansicht des Autors hat sich die Politik im Laufe der letzten 2 Jahrzehnte sehr stark und auf deprimierende Weise verändert: Weg von "Gesellschaftsgestaltung und Ideologien" und hin zu einem gewinnorientierten Dienstleistungs-Betrieb, der den Service anbietet (Zitat):"Die Umsetzung von Partikular-Interessen in Gesetze. Im Angebot sind Förderungen, Steuerbegünstigungen, und wirtschaftlich vorteilhafte Bestimmungen. Außerdem haben die Parteien als Bundes- Landes- und Kommunalregierungen Milliarden an Aufträgen zu vergeben ... Neu haben sich in das Heer der Politik-Dienstleister eingereiht: Lobbyisten jedweder Provenienz, Berater, Public-Relations-Experten, Anwälte, Wissenschaftler, Medien-Manager, und Journalisten. Diese neue politische Klasse ist ein Netzwerk von Menschen - ständig im Fluß - die von einem Bereich in den anderen wechseln können ... Für viele Mitglieder der neuen politischen Klasse gibt es keine Seiten der Barrikaden mehr, sondern nur noch verschiedene Profit-Center."

Politikbetrieb als "Big Buisiness" - ganz ähnlich hat es der amerikanische Ökonom James K. Galbraith in seinem lesenswerten Buch "Der geplünderte Staat" für die USA ausgedrückt - der heutige Staat sei nur noch dazu da, Großkonzernen maximale Gewinne zu verschaffen, und würde zu diesem Zwecke sogar von ihnen kontrolliert. Ob man diese Sichtweise nun in Konsequenz teilt oder nicht: Roses Ausführungen bieten genügend Potential, wiederholt jenen "heiligen Zorn" in sich zu spüren, den "Lothar Dombrowski", die legendäre Bühnenfigur des Kabarettisten Georg Schramm, häufig beschwört.

Und Nahrung für diesen Zorn bietet Rose wahrlich genug: Ausführlich beschreibt er den "Seitenwechsel", die 'Drehtür'-Effekte, also den direkten Wechsel von der Politik in ein Wirtschafts-Unternehmen, das im bisherigen Fachbereich des Politikers tätig ist bei Mitnahme sämtlicher Kontakte ohne Schamfrist. Ob es um als Beraterverträge getarnte Geldzahlungen bzw. um hochdotierte Beirats-Posten speziell für Politiker in Unternehmen geht - was damit wohl honoriert wird? Es werden Namen genannt, zahlreiche Namen unterschiedlicher Parteizugehörigkeit, Namen, die wir alle kennen, und die Firmen, für die sie neben ihren politischen Mandaten tätig sind. Auch die Firmen sind keine Unbekannten. Nicht jede Info und jeder geschilderte Fall sind für den Leser neu - manche der beschriebenen Vorgänge kennen wir aus der medialen Berichterstattung.

Es geht auch um Lobbyismus, und darum, daß Transparenz-fördernde Maßnahmen nicht nur gescheut werden wie vom Teufel das sprichwörtliche Weihwasser, nein, auch wer für Transparenz eintritt wird massiv bekämpft, auch in der eigenen Partei, wofür Rose ebenfalls Beispiele bringt. Es geht um den unsäglichen Einfluß der Bertelsmänner, um von Wirtschaftskreisen finanzierte Thinktanks wie die "Stiftung Marktwirtschaft", und die INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, u. a. Vom Arbeitgeberverband "Gesamtmetall" finanziert), die ihre Leute als Gäste in Talkshows schickt, und als journalistische Beiträge getarnte Propagandatexte für Medien produziert, und an die Redaktionen lanciert. Es geht auch um den Verfall des Journalismus, der einstigen "4. Gewalt". Und es geht darum, wie die immer weiter um sich greifende politische Korruption die Demokratie untergräbt.

Das sind nur wenige Punkte aus dem Themenkomplexes dieser hochinteressanten Lektüre, die ich jedem empfehlen kann, der sich schon lange über seltsame politische Vorgänge wundert, und gern mehr wüßte über die Hintergründe solcher Merkwürdigkeiten. Mathew D. Rose ist hoch kompetent, hat viele Jahre Erfahrung im Thema, was man dem Werk auch anmerkt. Ein ausführliches Quellenverzeichnis mit 493 Verweisen beschließen dieses lesenswerte Buch. Ebenfalls empfehlenswert zum Thema sind u. a.: "Abgeschmiert - Wie Deutschland durch Korruption heruntergewirtschaftet wird" (Frank Überall), "Finanzmafia - Wieso Banker und Banditen ohne Strafe davonkommen" (Wolfgang Hetzer), sowie "Die geschmierte Republik - Wie Politiker, Beamte und Wirtschaftsbosse sich kaufen lassen" (Thomas Wieczoreck).
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