Thomas Thiemeyer gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsautoren, ich fiebere der Veröffentlichung jedes neuen Buches entgegen und sobald ich es in den Händen halte, verkrieche ich mich damit in eine gemütliche Ecke und verschlinge es genüsslich. Natürlich wachsen mit jedem weiteren fantastischen Roman auch die Erwartungen, doch bisher konnten diese noch immer übertroffen werden. So ging es mir glücklicherweise auch mit seinem neuen Mystery-Thriller "Korona"...
Fünf Jahre nach dem Erscheinen von "Reptilia" nimmt der Autor seine Leser abermals mit auf eine Reise nach Ostafrika, die spannender, mitreißender und außergewöhnlicher nicht sein könnte.
Wie man es von ihm kennt und erwartet, vermischt er auch hier wissenschaftliche, historische und aktuelle Fakten mit Fiktion, versetzt einen sowohl mit seinem fundierten Wissen als auch mit seiner grenzenlos scheinenden Fantasie in Erstaunen. Dies alles so miteinander zu verknüpfen, dass es logisch und vorstellbar erscheint, ist eine Kunst, die Thomas Thiemeyer perfekt beherrscht. So erscheint es einem denn auch überhaupt nicht abwegig, zusammen mit seinen Protagonisten in eine Parallelwelt zu reisen, dort auf Geschöpfe und Individuen zu treffen, die unsere Welt noch nicht gesehen hat und sich dieser neuen Welt bereitwillig zu öffnen. Vielmehr wünscht man sich, tatsächlich dabei zu sein und vergisst beim Lesen nicht nur die Zeit sondern auch alles andere um sich herum.
Neben der spannenden Story kann die Geschichte aber vor allem durch die intensive Darstellung Thiemeyers begeistern. Man merkt deutlich, dass er vor Ort recherchiert und seine Erlebnisse, Empfindungen und Eindrücke in seine Geschichte hat einfließen lassen. Er beschreibt die ostafrikanische Flora und Fauna so anschaulich, dass man beim Lesen deutlich ihre Schönheit und Vielfalt vor Augen hat und in einem das Verlangen geweckt wird, all das selbst einmal zu sehen und erleben zu dürfen. Gleichzeitig sind seine Worte eine erkennbare Aufforderung an die Gesellschaft, sich zu besinnen und nicht weiterhin ohne Sinn und Verstand ganze Arten auszurotten, Lebensräume zu vernichten, sich selbst als die Krone der Schöpfung zu betrachten.
Abschließend kann ich wieder einmal feststellen, dass Thomas Thiemeyer Geschichten schreibt, die ich mir zu lesen wünsche, auch wenn ich das manchmal erst merke, wenn ich mittendrin in seinen fantastischen Abenteuern bin. Jeder, der Thriller mit einer großen Portion Mystery liebt, sollte zu seinen Büchern greifen, denn sie bereichern einfach ungemein.